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WM-Anführer ohne NHL-Vertrag: Ehrhoff spielt um Zukunft

Eishockey WM-Anführer ohne NHL-Vertrag: Ehrhoff spielt um Zukunft

Trotz einer schwierigen Zeit in der NHL übernimmt Christian Ehrhoff wie erhofft eine Anführerrolle im Eishockey-Nationalteam. Der Verteidiger wird bei der WM in Russland immer wichtiger.

St. Petersburg. Gerade jetzt kommt es auf Starverteidiger Christian Ehrhoff an. Auch weil die Verletzungssorgen beim deutschen Eishockey-Nationalteam zunehmen, ist die Führungsriege vor der großen Herausforderung in der K.o.-Runde besonders gefragt.

Mit seiner Routine aus mehr als einem Jahrzehnt und 862 Partien in der nordamerikanischen Profiliga NHL ist Ehrhoff für eine Chefrolle prädestiniert. "Wenn was gesagt werden muss, dann spreche ich das an", sagte der 33-Jährige. "Natürlich wird von mir erwartet, dass ich das Team führe."

Vor dem Viertelfinale am Donnerstag freute sich Ehrhoff aber erst einmal auf zwei freie Tage. Es ist Zeit, Kraft und Elan zu sammeln. Eine hohe Belastung wie in St. Petersburg ist der Oldie im Team nach einem schwierigen Jahr mit wenig Eiszeit in der NHL nicht gewohnt.

"Ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich wieder in meinen Rhythmus kam", sagte Ehrhoff. Von Spiel zu Spiel ist der Assistenzkapitän beim Turnier in Russland ebenso wie Verteidiger-Kollege Korbinian Holzer immer wertvoller für den Viertelfinal-Außenseiter geworden. Beim 3:2 gegen die USA trugen sich sogar beide in die Torschützenliste ein. Anaheim-Profi Holzer, ebenfalls mit wenig NHL-Spielpraxis angereist, war 33 Sekunden vor dem Ende umjubelter Matchwinner.

Bundestrainer Marco Sturm setzt viel Vertrauen in sein erfahrenes Verteidiger-Pärchen. Ehrhoff bekam auch beim 4:2 am Montagabend gegen Ungarn mit gut 25 Minuten die meiste Eiszeit. "Er ist ein Krieger, der will immer unbedingt das Maximum", sagte Sturm.

Mit dieser Einstellung begeisterte Ehrhoff schon zu seinen besten NHL-Zeiten. 2010 stieg er neben Torhüter-Held Dennis Endras dank überragender Leistungen zum Erfolgsgaranten auf und führte die Auswahl sensationell ins WM-Halbfinale im eigenen Land. Auch 2013, bei seiner bislang letzten WM-Teilnahme, war er mit Abstand bester deutscher Spieler.

Bei seiner sechsten Weltmeisterschaft versucht der 33-Jährige auch notgedrungen, sich ins Rampenlicht zu spielen. Schließlich geht es für ihn auch um seine Zukunft, weil er für die kommende Saison noch keinen Vertrag hat. Im Februar schoben ihn die Los Angeles Kings nach schwächeren Leistungen zu ihrem Farmteam in die zweitklassige AHL ab. Kurzfristig wechselte der Moerser zum Vorjahresmeister Chicago. Doch auch dort war er nur wenig gefragt.

Nun könnte seine Zeit in der stärksten Liga der Welt gar zu Ende gehen. Eine Rückkehr nach Europa oder zu seinem Herzensverein Krefeld Pinguine scheint möglich. Vielleicht begeistert er also bald wieder die Fans der Deutschen Eishockey Liga. Erst einmal will er aber seine Teamkollegen im Kampf um den Halbfinaleinzug mitreißen. "Wenn der Christian in die Kabine geht, ist da eine andere Atmosphäre", lobte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl.

dpa

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