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Debütant Wehrlein will "Highlights" setzen

Motorsport Debütant Wehrlein will "Highlights" setzen

16 000 Kilometer fern der Heimat gibt Pascal Wehrlein sein Debüt in der Formel 1. Auf den Schwaben wartet ein Lehrjahr. Mercedes verfolgt seine Entwicklung ganz genau, Wehrlein soll sich hochdienen. Förderer Toto Wolff traut ihm ein Silberpfeil-Cockpit zu.

Melbourne. Am anderen Ende der Welt betritt Pascal Wehrlein Neuland. Nach Dauererfolgen im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) muss sich der Formel-1-Debütant ab dem Auftaktrennen in Australien auf eine völlig veränderte Rolle bei Manor einstellen.

"Dieses Jahr werde ich keine Chance auf das Podium haben, deswegen muss ich mit einer anderen Einstellung da reingehen", erklärte der 21-Jährige, "und ehrlich gesagt, fällt mir das auch nicht leicht."

In der DTM sammelte der Sohn eines schwäbischen Vaters und einer Mutter aus Mauritius für Mercedes Rekord um Rekord. 2013 war Wehrlein jüngster Starter in der Rennserie, 2014 jüngster Rennsieger und 2015 jüngster Champion. Manor ist nun eine ganz neue Erfahrung. Der Nachfolgerennstall von Hinterbänklerteam Marussia kam nur einmal in den Genuss von Punkten: 2014 in Monaco raste der später nach einem Horrorunfall in Japan verstorbene Jules Bianchi auf Rang neun.

"Erstmal ins Ziel kommen", sagte Wehrlein zu seinem obersten Ziel für seinen ersten Grand Prix als Formel-1-Stammpilot am 20. März in Australien. Vielleicht schon dort sei Manor für eine Überraschung gut. "Wir wollen in dieser Saison Highlights setzen", betonte er.

Wehrlein steht unter genauer Beobachtung. Als ehemaliger Testfahrer der Silberpfeile will sich der Feinwerkmechaniker hochdienen. Der Rennstall sei derzeit sehr glücklich mit Weltmeister Lewis Hamilton und Vize-Weltmeister Nico Rosberg, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Aber wir müssen auch nach vorne schauen. Pascal ist schon lange ein Teil des Teams. Wir hätten ihn nicht unterstützt, wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass er eines Tages so weit ist, in einen Silberpfeil zu steigen."

Nicht nur in Mercedes-Kreisen ist man von Wehrlein angetan. Auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel verfolgt den Weg des vierten deutschen Formel-1-Starters in diesem Jahr. "Es macht Spaß, ihm zuzusehen. Er gibt richtig Gas. Er macht sich keine großen Sorgen und Gedanken, sondern macht sein Ding", befand der Ferrari-Star. "Das ist erfrischend. Ich glaube, er kann eine Menge."

Den von einem Mercedes-Aggregat angetriebenen Manor weiterentwickeln, den Rennstall aus Banbury mitreißen, seinen indonesischen Kollegen Rio Haryanto in den Schatten stellen und im Idealfall um Punkte kämpfen - auf Wehrlein warten einige Herausforderungen.

Wolff sieht den Mercedes-Zögling als "Lead Driver" bei den Briten. "Er muss sich hinter das Team stellen, um das Team nach vorne zu bringen. Das musste er in der Vergangenheit nicht. Ich erwarte, dass er sich darauf konzentriert", forderte Förderer Wolff.

Mit Rückschlägen muss Wehrlein in seinem Premierenjahr zwischen Superstars wie Hamilton oder Vettel rechnen. Seiner Mimik soll man die Strapazen eines Formel-1-Lehrjahres aber nicht ansehen. "Ich werde trotzdem lächeln", versicherte Wehrlein, der zu DTM-Zeiten nur bei Erfolgen aus sich rausging. "Vielleicht nicht so oft. Aber lächeln werde ich dennoch."

dpa

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