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Fiasko für Hamilton - Rosbergs drittes Fürsten-Diner

Motorsport Fiasko für Hamilton - Rosbergs drittes Fürsten-Diner

Vom unbeabsichtigen Sabotage-Akt des eigenen Teams bei Stallrivale Lewis Hamilton ließ sich Nico Rosberg den Appetit beim Diner im Fürstenpalast nicht verderben.

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Der Boxenstopp von Lewis Hamilton war strategisch falsch geplant.

Quelle: Boris Horvat

Monte Carlo. Trotz allem Mitgefühl für den in Monte Carlo folgenreich ausgebremsten WM-Spitzenreiter genoss der deutsche Mercedes-Pilot seinen historischen Hattrick beim ultimativen Formel-1-Klassiker in vollen Zügen - selbst Rekordweltmeister Michael Schumacher sind drei Erfolge nacheinander dort nie gelungen. "Sieg ist Sieg im Sport", betonte Rosberg.

Seinen zehnten in der Motorsport-Königsklasse vor Landsmann Sebastian Vettel im Ferrari hatte er aber nur einem Strategie-Fiasko der Silberpfeile um Hamilton zu verdanken, das trotz aller Beteuerungen noch lange nachwirken dürfte. 65 Runden war Hamilton am Sonntag beim Großen Preis von Monaco von der Pole Position aus ein dominantes Rennen gefahren, ehe er während der Safety-Car-Phase nach offiziellen Angaben auch wegen abbauender Reifen an die Box geholt wurde.

Rosberg und auch Vettel zogen am Weltmeister vorbei. "Die Entscheidung, ihn reinzuholen, war komplett falsch", schimpfte Mercedes' Teamaufsichtsratschef Niki Lauda. "Inakzeptabel" sei so etwas. Hamilton selbst fand keine Erklärung und rang nach den richtigen Worten. Konsterniert machte sich der Brite nach dem geraubten Sieg aus dem Staub.

Klar ist: Nach dem fast unerklärlichen Aussetzer in der Kommandozentrale steht die Mercedes-Führungscrew unter immensem Wiedergutmachungsdruck. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff leistete nach dem Blackout bereits Abbitte: "Es war eine komplette Fehleinschätzung, es tut mir so leid. Wir haben es vermasselt."

Die Crew am Kommandostand hätte sich in der für Hamilton eigentlich komfortablen Situation nicht auf ihren Menschenverstand verlassen. Der Vorsprung für einen Reifenwechsel war schließlich nicht so groß wie angenommen. "Am Ende läuft es auf einen Fehler im Algorithmus hinaus", sagte Wolff.

Der Leidtragende war Hamilton. Lange rang er auf der Pressekonferenz nach Worten. "Du verlässt dich auf das Team. Ich dachte, die anderen würden auch an die Box kommen", beschrieb der 30-Jährige seine irrwitzige Schlussphase. "Ich bin mir sicher, dass wir uns später noch zusammensetzen und darüber nachdenken, wie wir etwas verbessern können."

Das Werksteam indes wurde von internationalen Medien mit Spott überschüttet. "Mercedes sabotiert seinen großen Star", schimpfte "El País" nur wenige Tage nach Hamiltons Vertragsverlängerung. "L'Équipe" schrieb über den Engländer: "Verraten von seinem eigenen Team."

Hamilton selbst ertrug den Sieg-Klau wie ein echter Sportsmann - keine Schuldzuweisung, keine Nörgelei. "Man sieht, wie er sich im Vergleich zum letzten Jahr auch als Mensch weiterentwickelt hat", lobte Wolff den WM-Spitzenreiter, dessen Vorsprung auf Rosberg allerdings auf zehn Punkte geschmolzen ist. Psychologische Nachwirkungen erwartet Wolff nicht. "Lewis ist mental noch stärker geworden. Er ist gereift und eine große Persönlichkeit."

Nach seinem Monaco-Hattrick und dem zweiten Grand-Prix-Sieg in Serie äußerte Rosberg Anteilnahme für Hamiltons Riesenpech. "Ich habe sehr viel Raum für Empathie ihm gegenüber, weil ich weiß, wie ekelhaft es nach einem eigentlich so starken Wochenende für ihn sein muss", versicherte er. "Aus Teamsicht war es nicht der Mega-Gau, aber für die eine Seite natürlich schon."

Einer der Profiteure war auch Vettel. Als Jäger der Silberpfeile war er sogar an der Taktikpanne erheblich beteiligt. "Es gab das Risiko, dass Sebastian weiche Reifen holt und in den letzten Runden richtig Druck ausübt. Dazu kam der Kommentar von Lewis, dass seine Reifen keinen Grip mehr hatten", erläuterte Wolff.

Stattdessen fuhr Hamilton an die Box und kam wider Erwarten hinter Rosberg und Vettel auf die Strecke zurück. "Man muss ein bisschen die Luft rausnehmen, das ist eben mal schief gegangen bei ihnen", sagte Vettel. "Für uns war es nur wichtig, den Platz gut zu machen. Gegen wen ist uns egal."

dpa

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