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Niederländer Verstappen rast zum zweiten Formel-1-Sieg

Motorsport Niederländer Verstappen rast zum zweiten Formel-1-Sieg

2017 ist für Max Verstappen eine Saison zum Vergessen. In Malaysia rast der Youngster jedoch zu seinem zweiten Formel-1-Sieg. Es ist ein Erfolg gegen seinen Dauerfrust. In der Garage kullern Tränen.

Der Niederländer Max Verstappen freut sich über seinen Sieg in Malaysia.

Quelle: Vincent Thian

Sepang. Die ausgelassene Champagnerdusche schmeckte für Max Verstappen doppelt süß. Der Youngster feierte beim Formel-1-Rennen von Malaysia seinen zweiten Grand-Prix-Sieg und bescherte sich nachträglich ein perfektes Geschenk zu seinem 20. Geburtstag.

"Es ist großartig, einfach unglaublich bei so einem harten Rennen zu gewinnen", sagte der niederländische Red-Bull-Pilot nach seiner makellosen Vorstellung auf dem Sepang International Circuit.

Schöner hätte für Verstappen, der am Samstag seinen Jahrestag hatte, die Abschiedsvorstellung des Rennens nicht ausfallen können. "Willkommen, dass Du nun 20 Jahre alt bist. Das ist ein großartiger Start in ein neues Jahrzehnt", sagte der stolze Red-Bull-Teamchef Christian Horner über den Boxenfunk.

504 Tage nach seinem Sensationssieg in Barcelona als mit 18 Jahren und 228 Tagen jüngster Gewinner der Formel-1-Geschichte stand das Ausnahmetalent wieder ganz oben. Damals profitierte Verstappen allerdings auch vom Ausfall des Mercedes-Duos Nico Rosberg und Lewis Hamilton. "Damals hatten wir nicht das Tempo, um zu gewinnen, heute hatten wir es", sagte Verstappen über einen Vergleich der beiden Erfolge. "Dieser fühlt sich besser an."

Schon vor der Zieldurchfahrt Verstappens kullerten in der Garage des mittlerweile leidgeprüften Rennstalls Tränen. Schwester Victoria und Vater Jos waren von dem Triumph gerührt. Auf dem Podium genoss dann der Junior die Glückwünsche von Mercedes-Mann Lewis Hamilton und dem zweiten Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo.

Trotz Pole Position musste sich Hamilton Verstappen geschlagen geben. "Ich hatte anfangs mit der Power der Batterie zu kämpfen. Ich wollte es dann nicht riskieren und habe genug Raum gelassen", sagte Hamilton zum Überholmanöver Verstappens in der vierten Runde. "Am Ende des Tages wollte ich einfach nicht zu viel riskieren." Verstappen schlüpfte mit seinem Dienstwagen durch diesen Korridor. "Danach konnte ich mein Rennen fahren", resümierte er.

Und was für eines! "Das ganze Rennen lief gut, ich konnte mich auf meine Fahrt konzentrieren und dann das Tempo kontrollieren", sagte Verstappen, der schon siebenmal in diesem Jahr ausgefallen war. "Vor allem bei einer Saison wie dieser kommt der Sieg zur rechten Zeit. Bis jetzt war es eine Saison zum Vergessen."

Für Vater Jos war es auch ein bewegender Sieg. In 105 Grand Prix hatte es der frühere Benetton-Teamkollege von Michael Schumacher nie als Erster ins Ziel geschafft. Sein von ihm in die Königsklasse des Motorsports getriebener Sohn hat schon zwei Erfolge auf dem Konto.

"Dieser Sieg ändert nichts daran, dass ich stolz oder nicht stolz auf meinen Sohn bin, er hat aber ein wirklich gutes Rennen abgeliefert", sagte der erfreute Papa im Fahrerlager. "Dieser Sieg nach den vielen Schwierigkeiten bis jetzt tat wirklich gut."

In den verbleibenden fünf Rennen soll es für das "Jahrhunderttalent", wie ihn Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda nach dem Barcelona-Coup nannte, weiter aufwärts gehen. "Ich sage nicht, das wir jetzt jedes Rennen gewinnen", sagte der rasende Jüngling, "aber hoffentlich wird es besser laufen."

dpa

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