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Rosberg-Ersatz erst im neuen Jahr

Motorsport Rosberg-Ersatz erst im neuen Jahr

Die Suche nach dem neuen Mercedes-Piloten zieht sich hin. In diesem Jahr will der Formel-1-Branchenführer den Ersatz für Nico Rosberg nicht mehr präsentieren. Die Konkurrenz wehrt sich gegen die Avancen des Silberpfeil-Teams.

Wer übernimmt das Cockpit von Nico Rosberg?

Quelle: Srdjan Suki

Brackley. Mercedes wird das Rätsel um den Nachfolger von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg erst im neuen Jahr auflösen. Vor dem 3. Januar werde der neue Silberpfeil-Teamkollege von Lewis Hamilton nicht verkündet, teilte ein Teamsprecher mit.

Kurz nach dem völlig überraschenden Rücktritt von Rosberg Anfang Dezember hatte Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda noch eine Entscheidung vor Weihnachten angekündigt.

Die Suche nach einem neuen Stammfahrer scheint für den Rennstall jedoch wie erwartet schwierig, da viele Kandidaten wie Favorit Valtteri Bottas von Williams bereits für 2017 bei anderen Teams unter Vertrag stehen. Williams soll dem Vernehmen nach ein erstes Angebot des Branchenführers für den Finnen abgelehnt haben, obwohl Mercedes angeblich als Gegenleistung einen Preisnachlass für die Kundenmotoren in Millionenhöhe offerierte.

Als Alternative könnte Mercedes den im eigenen Nachwuchs ausgebildeten Pascal Wehrlein ins Rosberg-Cockpit befördern. Die Teamführung bezweifelt aber offenbar, dass der Sigmaringer nach seiner Formel-1-Debütsaison bei Manor bereits über genug Routine und Stärke verfügt, um im Silberpfeil neben Hamilton zu bestehen.

Hamilton selbst hat ein Mitsprache-Recht. "Wenn sie eine engere Auswahl getroffen haben, sind sie vertraglich verpflichtet, es mit mir zu diskutieren", sagte der Brite in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des britischen Senders Channel 4. Hamilton warnte davor, ihm einen Stallgefährten an die Seite zu stellen, zu dem er kein unbelastetes Verhältnis haben könnte. "Eine Erzrivalität zwischen den Fahrern kann ein Team vergiften", sagte der 31-Jährige.

Der spanische Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz, der ebenfalls als Wechselkandidat galt, erhält indes keine Freigabe. "Er ist ein Red-Bull-Fahrer. Wir haben in ihn investiert, um ihn in die Formel 1 zu bringen. Sie haben alle langfristige Verträge und es würde keinen Sinn machen, einen deiner Hauptrivalen mit einem deiner Aktivposten zu versorgen", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner der BBC.

Zuvor hatte sich schon der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso zu McLaren bekannt und einen Wechsel zu Mercedes ausgeschlossen. "Sie werden die Vertragssituation der Fahrer kennen, mit denen sie sich beschäftigen, aber ihre Auswahl ist ziemlich begrenzt", erklärte Horner das Dilemma des Rivalen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte zu Beginn der Vorwoche einen intensiven Casting-Prozess für den Rosberg-Ersatz angekündigt, aber von einer Entscheidung "in den nächsten Tagen" gesprochen. Das Team steht unter Zeitdruck, weil der neue Fahrer auch Einfluss auf den Bau des Silberpfeils für 2017 hat.

Durch die Regelreformen in der kommenden Saison betreten die Rennställe wieder Neuland. Auch deshalb wünscht sich Mercedes einen erfahrenen Piloten neben Hamilton, der ähnlich wie Rosberg von Beginn an mit seinen Kenntnissen die Entwicklung des Autos vorantreibt.

dpa

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