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Sommerzeugnis der Formel 1: Das Pech ist orange

Motorsport Sommerzeugnis der Formel 1: Das Pech ist orange

Ein packender Titelkampf und viel Schub durch die neue Führung: Die Formel 1 hat sich den Sommerurlaub verdient. Trotzdem werden sich nicht alle gern an die erste Hälfte der Saison erinnern.

Sergio Perez und Esteban Ocon etablieren den kleinen Rennstall Force India als «best of the rest». Foto: Erwin Scheriau

Budapest. Der Blick in den Kalender versetzt Lewis Hamilton in Erstaunen. "Es fühlt sich schon wie ein langes Jahr an. Kaum zu glauben, dass wir erst die Hälfte hinter uns haben", sagt der Mercedes-Pilot vor dem Ungarn-GP, mit dem sich die Rennserie in eine vierwöchige Pause verabschiedet.

Das Sommerzeugnis der Formel 1:

TOPS:

Roter Aufschwung: Die Tifosi haben wieder Hoffnung. Nach einem Kraftakt über den Winter sind Ferrari und Sebastian Vettel sieg- und vielleicht sogar titelfähig. Dreimal fährt der Hesse in den ersten sechs Rennen allen davon, führt nach der Hälfte der Saison die Gesamtwertung an. "Man darf nicht vergessen, wo wir vor zwölf Monaten waren. Das Team, das sich dieses Jahr am meisten gesteigert hat, sind wir", meint Vettel. Sein Wutrempler in Baku gegen Lewis Hamilton zeigt aber auch, wie groß der Druck bei der Scuderia ist.

Silberne Stärke: Mercedes ist dabei, für ein Novum in der Historie der Formel 1 zu sorgen. Noch nie hat ein Weltmeister-Team nach einem so großen technischen Einschnitt wie in diesem Jahr sofort wieder den Titel geholt. Gilt der Silberpfeil wegen seiner Unberechenbarkeit zunächst noch als Diva, scheint das Auto inzwischen wieder das Maß der Dinge. Superstar Hamilton wirkt vom Duell mit Vettel elektrisiert und hat vor dem Ungarn-Rennen nur noch einen Punkt Rückstand. Valtteri Bottas hat sich mit bereits zwei Siegen bereits als geeigneter Nachfolger für Nico Rosberg erwiesen.

Leuchtende Zukunft: Mit den neuen Bossen ist viel frischer Wind in der Formel 1. Modernere Vermarktung, mehr Interaktion mit den Fans, professionellere Führungsstrukturen. Jüngst feierte sich die Rennserie als Sportmarke mit dem größten Wachstum in den sozialen Netzwerken. Weil auch der spannende Titelkampf und Renn-Spektakel wie zuletzt in Baku wieder mehr Zuschauer vor den Fernseher locken, haben Bernie Ecclestones Nachfolger ihre ersten Etappenziele erreicht.

Rosaroter Favoritenschreck: Der "Pink Panther" ist das wohl auffälligste Auto im Feld. Doch Force India hat nicht nur Mut zur Farbe, sondern auch ein richtig schnelles Gefährt gebaut. Sergio Perez und Esteban Ocon sammeln reihenweise WM-Punkte und etablieren den kleinen Rennstall als "best of the rest".

FLOPS:

Oranje unten: Die Scharen von Holländern, die dank Max Verstappen in grellem Orange die Tribünen bevölkern, müssen bislang viel Trauerarbeit leisten. Tiefpunkt ist Österreich, als der 19-Jährige nach wenigen Metern direkt vor der Fankurve von einem Defekt am Red Bull gestoppt wird. Fünfmal in zehn Rennen fällt Verstappen aus.

Schwarze Serie: Fernando Alonso ist zu bedauern. Auch im dritten Jahr bei McLaren ist der Altmeister chancenlos, weil der Honda-Motor entweder kaputt oder zu schwach ist. Ein Ausflug zu den 500 Meilen von Indianapolis bringt dem Spanier zwar viel Aufmerksamkeit, aber auch die nächste Enttäuschung: Sein Honda-Motor geht in Rauch auf.

Sauber schmutzig: Das Schweizer Privatteam Sauber ist Kummer gewohnt. Im Unfrieden trennt sich der Rennstall mitten in der Saison von Monisha Kaltenborn, der ersten Teamchefin der Formel 1. Hinter den Kulissen schwelt ein Zwist der beiden Piloten, weil Pascal Wehrlein eine Bevorzugung von Marcus Ericsson durch die schwedischen Geldgeber fürchtet. In Ungarn lässt der neue Teamchef Frédéric Vasseur dann den schon für 2018 geschlossenen Motorenvertrag mit Honda platzen.

Heilig's Blechle: Ein "Heiligenschein" soll die Piloten bald noch besser schützen. "Halo" wird der ringförmige Bügel über dem Cockpit genannt, der ab 2018 Pflicht ist. Doch der Beschluss des Weltverbands spaltet das Fahrerlager. Eine Reihe von Piloten und Experten wie Niki Lauda fürchten, dass "Halo" den Autos ihren Charakter raubt und Fans vergrault. "Sicherheit geht immer vor", sagt dagegen die andere Seite. Die vielstimmige Debatte ist ein Rückfall in alte Reflexe, der für die Außenwirkung der Königsklasse wohl kaum förderlich ist.

dpa

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