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Ausschließlich Ungarinnen - HCL in der Champions League gegen Debrecen

Ausschließlich Ungarinnen - HCL in der Champions League gegen Debrecen

Leipzig. Gegen Debrecen VSC Korvex bestreitet der HC Leipzig heute (19.30 Uhr, Arena) sein zweites Spiel der Champions League 2010/11. Debrecen gibt zwar sein Debüt in der Königsklasse, hat aber eine ruhmreiche Vergangenheit.

Und große Pläne: Ziel ist der Einzug in die nächste Runde. Der Start mit dem Heimsieg gegen Hypo Niederösterreich (22:21) klappte. Nun will der ungarische Vizemeister gegen den HCL nachlegen. LVZ-Online überträgt die Partie per Live-Ticker.

Der ungarische Verein firmierte in den letzten 15 Jahren unter verschiedenen Namen (DVSC Korvex, DVSC-Aquaticum, VSC Kezilabda, Debreceni Symphonia). Einzige Konstante war - bis auf wenige Ausnahmen - der Start im Europacup. Mitte der 90-er Jahre, just als Leipzigs Frauenhandball das Nachwendetief überwand und erste gesamtdeutsche Erfolge feierte, galt Debrecen als große Nummer. Dreimal in Folge standen die Ungarinnen im Finale des EHF-Cups (1994 gegen Viborg, 1995 gegen Oslo, 1996 gegen Larvik), zweimal brachten sie das Kunststück fertig, nur "dank" der Auswärtstorregel zu verlieren. Lediglich 1995 gelang der Triumph - mit der Auswärtstorregel. Danach war es mit der Herrlichkeit vorbei, trotz regelmäßiger Teilnahmen war außer 2005 (Halbfinale) spätestens im Viertelfinale Schluss.

Im Sommer 2009 übernahm beim VSC ein neues Management das Zepter und verpasste dem Verein eine Art "Doktrin". Ab sofort sollten nur noch Ungarinnen für Debrecen spielen, die Verträge mit Spielerinnen aus Rumänien, Serbien oder Kroatien wurden aufgelöst. Aber was ist mit der Slowakin Reka Balintova, die zum Team gehört? Nicht zu Ende gedacht - Balintova heißt eigentlich Balint, gehört zur ungarischen Minderheit in der Slowakei, gilt also als Einheimische.

Die erste Saison mit der neuen Strategie klappte hervorragend, Platz zwei hinter dem übermächtigen Györ galt als Erfolg. Erst recht der überraschende Sieg in Gruppe 4 der Champions-League-Qualifikation mit einem verblüffenden 31:20-Sieg über das dänische Team KIF Vejen, das vor knapp drei Jahren auch mal dem HCL das Fürchten gelehrt hatte. Nach der Gruppen-Auslosung befand man, dass es hätte schlimmer kommen können und rief die nächste Runde als Ziel aus. "Man denkt, Itxako ist klarer Favorit, Hypo ist deutlich geschwächt, Debrecen und Leipzig würden den zweiten Platz unter sich ausmachen", erzählt ein ungarischer Journalistenkollege.

Also gilt den Spielen gegen den deutschen Meister volle Konzentration. Bereits am Montag reiste Debrecen an, zweimal wurde in der Arena trainiert. Die Stärke des Teams von Coach Vilmos Köstner - Typ "alte Schule" - seien Geschlossenheit und Teamgeist. Mit Valeria Szabo (27) und Anita Bulath (27) stehen zwei Nationalspielerinnen im Team. Die dritte, Ex-Györ-Star Renata Mörtel, ist verletzt. "Die Kondition wird entscheiden, da dürfte Leipzig Vorteile haben", sagt der ungarische Kollege und verweist auf das Spiel gegen Hypo. Debrecen führte zur Halbzeit mit sechs Treffern, brach ab der 50. Minute ein und gewann am Ende nur mit viel Glück. "Und wenn Kudlacz wieder so stark spielt und zehn Tore macht, haben wir wohl keine Chance."

Uwe Köster

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