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Brisantes Endspiel: Titelhungriger HCL trifft auf Serienmeister THC

Bundesliga-Finale Brisantes Endspiel: Titelhungriger HCL trifft auf Serienmeister THC

Nach einer langen Durststrecke ist der HC Leipzig hungrig auf die deutsche Krone. Der Kontrahent Thüringer HC steht hingegen vor der sechsten Meisterschaft in Serie. Im Titel-Showdown treffen am Samstag zwei Gegensätze des deutschen Frauen-Handballs aufeinander.

HCL-Trainer Norman Rentsch (l.) und THC-Coach Herbert Müller haben beide das gleiche Ziel: Sie wollen mit ihren Teams am Samstag Meister werden.

Quelle: dpa

Leipzig. Lang ist es her, dass die Handball-Bundesliga der Frauen bis zum letzten Spieltag so spannend war. Der Thüringer HC sorgte in den vergangenen fünf Jahren national quasi für Bayern-München-Verhältnisse: Fünf Meistertitel, zwei Pokalsiege. „Mit einer sechsten Meisterschaft würden wir schon Geschichte schreiben“, sagt THC-Trainer Herbert Müller mit Blick auf den finalen Showdown am Samstag zu Hause (15.10 Uhr live im MDR) gegen den HC Leipzig.

In dieser Saison war aber alles ein bisschen anders als sonst: Lange gab es einen Vierkampf an der Spitze, in dem noch TuS Metzingen und die SG BBM Bietigheim mitmischten. „Die Überheblichkeit von Bietigheim ist auch ein Grund dafür, dass wir jetzt ein mitteldeutsches Finale haben“, spricht THC-Coach Müller deutliche Worte. Die mit Stars gespickte Truppe gewann zweimal gegen den THC und ließ gegen den HCL nur im Rückspiel ein Remis zu. Dafür gab das Team von Trainer Martin Albertsen gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld der Tabelle überraschend einige Punkte ab.

Im brisanten Ost-Derby am Samstag in Bad Langensalza sprechen viele Faktoren dafür, dass die titelerfahrene Mannschaft aus Thüringen gegen die punktgleichen Leipzigerinnen mit dem Heimvorteil im Rücken erneut die Meisterschaft holt. „Natürlich haben wir die Routine der Erfolge aus den letzten Jahren und das bessere Torverhältnis“, räumt Müller ein und sagt: „Wir wollen den Titel gerne verteidigen. Es ist der Wichtigste der Saison.“ Immerhin stand der THC an 16 von 25 Spieltagen an der Tabellenspitze.

„Es wird darauf ankommen, wer am Samstag galliger ist"

Die Leidenszeit der Leipzigerinnen gegen den Dauerrivalen ist hingegen lang: Seit Oktober 2012 gewann der HCL kein Spiel mehr gegen den THC. Doch Leipzigs Nationalspielerin Saskia Lang glaubt, dass es diesmal „ein riesen Fight wird, bei dem am Ende Kleinigkeiten entscheiden.“ Die beste HCL-Torschützin bescheinigt ihrem Team zudem einen großen Hunger auf Titel. „Es wird darauf ankommen, wer am Samstag galliger ist“, sagt die 29-Jährige. HCL-Trainer Norman Rentsch powert: „Wir werden mit breiter Brust nach Bad Langensalza fahren und wollen uns für die Saison belohnen.“ Die kleine 1100 Zuschauer fassende Salza-Halle ist seit Tagen ausverkauft.

Zwar hat sich das lange abgekühlte Verhältnis zwischen den beiden Vereinen inzwischen normalisiert, trotzdem trennen die beiden Bundesliga-Vorzeigeclubs immer noch Welten. Beim HCL fand in den vergangenen zwei Jahren, auch aufgrund finanzieller Probleme, ein Umbruch statt. Deutsche Spielerinnen und Talente aus dem eigenen Nachwuchs werden von einem jungen deutschen Trainer angeführt. „Der THC hat hingegen eine tolle, international erfahrene Truppe“, sagt Rentsch. Und einen Trainer, der seit 2010 sieben nationale Titel holte.

Egal wie die Partie am Samstag ausgeht – der Verlierer kann zeitnah Revanche nehmen oder der Gewinner sogar das Double holen: Bereits am kommenden Freitag treffen HCL und THC im Halbfinale des Final Fours um den DHB-Pokal in Leipzig erneut aufeinander. Einen internationalen Startplatz für die nächste Saison haben beide Teams bereits sicher und wollen, wenn möglich, auch in der Champions League die deutschen Farben vertreten.

Anne Grimm

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