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Budapest legt Protest bei der EHF ein – Video zeigt: HC Leipzig trifft vor dem Spielende

Budapest legt Protest bei der EHF ein – Video zeigt: HC Leipzig trifft vor dem Spielende

Leipzig. Am Tag nach dem spektakulären Einzug des HC Leipzig in die Champions League ist Manager Kay-Sven Hähner schon wieder frisch und aufgeräumt.

„Ich habe gut geschlafen, war nach dem Spiel aber mental völlig platt“, berichtet er. Er erlebte am Sonntag eine jener Partien, über die auch noch nach Jahren geredet wird.

Zuerst spielte sich der Handball-Bundesligist in die Verlängerung, eine Minute vor Schluss lagen die Leipzigerinnen dort noch immer mit zwei Toren zurück und Budapest hatte den Ball. „Das Ding war schon um die Ecke“, meinte Hähner. Übersetzt heißt das: An normalen Tagen passiert nichts mehr, schaukeln die Ungarinnen die Partie über die Zeit und stehen in der Königsklasse. Anders auf der Neuen Messe: Erst nutzte Luisa Schulze einen Fehlpass zum Anschlusstreffer, in den Schluss-Sekunden kannte die Dramatik dann keine Steigerung mehr.

69:53 Minuten standen auf der Uhr, als die serbische Schiedsrichterin Branka Maric Freiwurf für den HCL pfiff. Anschließend ließ sie die Uhr fünf weitere Sekunden laufen, stoppte erst dann die Zeit. Als sich die Leipzigerinnen für ihre letzte Aktion aufstellten, lief die Uhr plötzlich komplett herunter. Niemand auf der HCL-Bank konnte das nachvollziehen. Was folgte, waren hitzige Diskussionen am Zeitnehmertisch. Maric moderierte und entschied schließlich: Zwei Sekunden sind noch zu spielen. Der deutsche Vizemeister musste so nicht direkt werfen.

Maura Visser passte zu Karolina Kudlacz und die polnische Nationalspielerin traf zum 34:34. Nun hatten die Gäste Redebedarf. Während des Wurfs ertönte nämlich die Schluss-Sirene. Die Budapesterinnen argumentierten: Der Ball überflog erst nach Spielende die Torlinie. Aufschluss geben nun Videoaufzeichnungen. Der Freiwurf schlug genau eine Sekunde vor Ende der Verlängerung ein. Weshalb die Hupe zu früh ertönte, muss noch geklärt werden.

„Ich bin jetzt in meiner 17. Saison, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, so Hähner. Ganz ausgestanden ist das Qualifikationsspiel allerdings noch nicht. Die Ungarinnen kündigten einen Protest an. Er muss schriftlich bei der Europäischen Handball Föderation (EHF) eingereicht werden. In einer ersten Reaktion in der Halle pochte der EHF-Delegierte Jiri Konency aus Tschechien auf eine Tatsachenentscheidung der beiden Unparteiischen.

„Das ist jetzt keine schöne Situation für uns“, sagte Hähner. In dreieinhalb Wochen steht das erste Spiel der Gruppenphase des europäischen Meisterwettbewerbs in Wolgograd auf dem Plan. Dafür müsse er jetzt die Visa beantragen. Wie die EHF entscheidet, ist noch völlig offen. Sollte das Urteil gegen den HCL ausfallen, würden die Deutschen ihrerseits dagegen vorgehen. Eine langwierige Hängepartie wäre die Folge.

Hähner ist über zwei andere Szenen noch richtig sauer. In der Schlussphase der regulären Spielzeit wurde Anne Müller am Kreis umgestoßen. „Ein klarer Siebenmeter für uns“, so Hähner. Und dann stand der ungarische Trainer noch auf dem Spielfeld. Helena Hertlein trat ihm auf den Fuß, knickte um und konnte nicht mehr weiterspielen. Wie schwer ihre Verletzung ist, wird sich nach einer Untersuchung am Montag herausstellen. Dabei ist ein weiterer Ausfall für die Leipzigerinnen kaum noch zu verkraften: Saskia Lang, Anna Attladottir, Nicole Lederer und Kaya Diehl fehlen bereits mit Blessuren.

Matthias Roth

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