Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Das Ende des HCL: Missmanagement und verschleppte Entscheidungen

Kommentar des LVZ-Sportchefs Das Ende des HCL: Missmanagement und verschleppte Entscheidungen

Beim HC Leipzig hat es schon lange gekriselt. Zu lang. Seit Samstag früh steht endgültig fest: Frauenhandball auf Top-Niveau wird es in Leipzig auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Vor allem das Management muss sich unangenehmen Fragen stellen.

HCL-Manager Kay-Sven Hähner (l.) und Vereinspräsident Andreas Erzkamp (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Es zeichnet jeden guten Sportler aus, dass er bis zum letzten Meter, bis zur letzten Sekunde kämpft – auch in schwierigen Situationen. Doch die mehrfache Verlängerung, die dem HCL im Kampf um die Erstliga-Lizenz zugestanden wurde, hat dem Verein nichts genützt. Der Sieg vor dem Schiedsgericht wurde viel zu laut bejubelt. Umso peinlicher ist es, sieben Tage später die Auflagen nicht erfüllen zu können. Vor dem Schiedsgericht wurde der Liga zwar Dilettantismus nachgewiesen. Doch wem nützte dieser scheinbare Triumph, wenn man selbst seine Hausaufgaben nicht erledigt hat?

Wer die Situation mit gesundem Menschenverstand betrachtete, dem war schon im Februar klar: Die Fehler der vergangenen Jahre lassen sich nicht in wenigen Wochen und Monaten korrigieren. Der Schuldenstand fiel gemessen am Marktwert von Mannschaft und Sportart viel zu hoch aus. Die Transparenz war viel zu halbherzig, um Hilfe auf breiter Front zu erhalten. Statt die Reißleine zu ziehen, wurde wertvolle Zeit für den Neuanfang vergeudet. Zuletzt verstärkte sich der Eindruck: Es ging nicht mehr in erster Linie um den hiesigen Frauenhandball, sondern darum, dass einige Herren ihr Gesicht wahren.

Wäre der HCL mit einem blauen Auge davongekommen, wären viele Probleme nur vertagt worden. Insofern hat das schmerzliche Wochenende eine positive Seite: Die vom Stadtrat beschlossenen, aber durchaus fragwürdigen 200 000 Euro aus Steuergeldern müssen nicht ausgezahlt werden. Nun besteht tatsächlich die Chance auf einen Neubeginn – mit einem starken Nachwuchs als Grundlage. Und hoffentlich mit einem Präsidium, das sich endlich vom Management emanzipiert und in der Öffentlichkeit als handlungsfähig wahrgenommen wird.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News