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HC Leipzig: Schwitzen, Floß bauen, Gefühle haben

Trainingslager in Bad Saarow HC Leipzig: Schwitzen, Floß bauen, Gefühle haben

Da haben sich die Mädels zwei Stunden lang reingehängt, sie keuchen, schwitzen, atmen schwer. Auswertung. Norman Rentsch: „Das war das kurze Training, morgen machen wir richtiges Training.“ Die Handballerinnen nehmen‘s mit Humor, sie kennen ihren Coach.

Es ist geschafft, die gebauten Flöße schwimmen: Jubel bei den HCL-Mädels.

Quelle: Sebastian Brauner

Leipzig. Besuch beim HC Leipzig in Bad Saarow, Trainingslager. Typischer Tagesplan: 8 Uhr Laufen, 9 Uhr Frühstück, 11.30 Uhr Training, 14 Uhr Mittag, wieder Training, schließlich Essen und kurzes Beisammensein. Ein Abendprogramm gerate meist kurz, erzählt Manager Kay-Sven Hähner. „Die Mädels fallen todmüde ins Bett.“ Es schläft sich schön im Vier-Sterne-Hotel Esplanade, wo der HCL-Tross logiert. Das Hotel ist Sponsor, übernimmt die Kosten des Aufenthalts, geschätzt rund 30.000 Euro. Doch nicht nur beim Thema Unterkunft wird hohes Niveau geboten. Um 15 Spielerinnen kümmern sich Trainer, Co-Trainer, Torwarttrainer, Lauftrainer, Athletiktrainer, Ernährungsberaterin, Physiotherapeuten und ein Psychologe. Das tägliche Eisbad für schnellere Regeneration ist genauso möglich wie der letzte Schrei zum Thema: Beinlange „Lymphstiefel“ mit regulierbaren Druckkammern. Da kann eigentlich nichts schiefgehen.

Das hofft Norman Rentsch. Der Coach hat beim Mittagstraining in der Halle der Maxim-Gorki-Schule beobachtet, wie sich eine Spielerin bei einer Teamkollegin für einen schlechten Pass entschuldigt. Das ärgert ihn. „Ihr müsst euch nicht entschuldigen, Fehler passieren“, ruft er. Das Training ist intensiv, Hähner zuckt regelmäßig zusammen, wenn eine Spielerin zu Boden geht. „Nur keine Verletzung.“ Da hat es bisher nur Rentsch erwischt, der war an einem Bordstein umgeknickt und humpelt nun – Bänderdehnung im linken Fuß. „Besser, als wenn es eine Spielerin getroffen hätte“, sieht es Rentsch locker. Eine „gesunde, charakterstarke Mannschaft“ habe er. Sein Gefühl für die Saison? „Ich habe ein gutes Gefühl.“ Letztes Jahr setzte er noch drei Trainingseinheiten täglich an, „jetzt haben wir andere Schwerpunkte“. Welche? „Zum Beispiel 18 Leute zu einer Mannschaft formen.“

So steht denn am Nachmittag Teambuilding auf dem Plan. Am Scharmützelsee wetteifern die in zwei Gruppen aufgeteilten Handballerinnen in Staffelspielen. Als Krönung werden zwei Flöße gebaut, zu einem zusammengefügt und darauf wird die HCL-Fahne gehisst.

Für Franziska Peter ist das alles Neuland. Die 16-Jährige kommt aus Regensburg nach Leipzig. Ein Kindheitstraum, in ihrem Zimmer hing ein HCL-Mannschaftsposter. Auf Leipzig sei sie vorbereitet worden. „Aber so habe ich es nicht erwartet“, gibt sie zu. Was ist anders? „Alles. Zum Beispiel Foto-Shooting. In Regensburg wurden wir fürs Foto mal schnell vor einen Baum gestellt.“ Trainingslager? „Hatten wir auch, aber in der eigenen Sporthalle.“

Luisa Schulze, 24, staunt nicht mehr. Seit 2008 gehört sie zum Bundesligateam. Sie hat viel erlebt, kann vergleichen. „Die Stimmung ist besser, gelöster als im vergangenen Jahr“, sagt sie. Das hänge mit der Mannschaft, aber auch mit dem Trainer zusammen. „Vor einem Jahr war er neu, da waren alle angespannt. Jetzt wissen wir, wie er tickt. Und er weiß, wie wir ticken.“ Ist das Training zu hart? „Man weiß, wofür man sich quält.“ Auch Luisa Schulze hat ein Gefühl, wie es um den HCL steht. „Ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben uns gut verstärkt, haben eine gute Mischung im Team und arbeiten hart.“ Sieht in Bad Saarow ganz so aus.

Bad Saarow 52.274296 14.054657
Bad Saarow
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