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Mit knackigen Bedingungen: HC Leipzig bekommt doch die Lizenz für die Bundesliga

Sieg vor Gericht Mit knackigen Bedingungen: HC Leipzig bekommt doch die Lizenz für die Bundesliga

Der HC Leipzig hat am Freitag vor dem Schiedsgericht gewonnen und darf nun doch in der Bundesliga starten. Allerdings müssen noch knackige Bedingungen erfüllt werden.

Triumph für Manager Kay-Sven Hähner und den HC Leipzig: Die Handball-Damen dürfen weiter Bundesliga spielen.

Quelle: Archiv

Frankfurt/Leipzig. Großer Triumph für den HC Leipzig: Der mit 1,3 Millionen Euro verschuldete Handballverein darf in der kommenden Saison doch in der Bundesliga spielen. Bei der Schiedsgerichtsverhandlung am Freitag in Frankfurt/Main unter dem Vorsitz der Richterin Sylvia Schenk verurteilte das Gericht die Handball Bundesliga Frauen (HBF), dem HC Leipzig die Lizenz für die Bundesligasaison 2017/18 unter einer bis zum 14. Juli 2017 zu erfüllenden Bedingung zu erteilen. Weiterhin seien drei rechtswidrige Bescheide der HBF aufgehoben worden, heißt es in einer Mitteilung des HC Leipzig. Dem Vernehmen nach muss die HBF vier Fünftel der Prozesskosten tragen.

Die Bedingungen haben es allerdings in sich. Wie die HBF mitteilte, muss der HCL sein Eigenkapital um 600.000 Euro erhöhen. Die Einzahlung sei nachzuweisen. "Erfolgt der Nachweis gegenüber dem Schiedsgericht nicht fristgerecht, gilt die Lizenz als nicht erteilt", so die HBF.

Zudem müssten alle noch bis Juni 2017 ausstehenden Gehälter überwiesen werden. Diese Auflage ist allerdings nicht an die Lizenzerteilung geknüpft.

"Wir sind sehr erleichtert und danken ausdrücklich dem Anwaltsteam um den Experten für Handballrecht Helge-Olaf Käding aus Minden und unseren Leipziger Anwälten Ernst-Albrecht Fischer und Kati Hähner für ihre exzellente Arbeit in diesem nicht ganz einfachen Verfahren", sagte Manager Kay-Sven Hähner nach Ende des Verfahrens in Frankfurt/Main.

Leipzig war wegen der Schulden und eines gescheiterten Sanierungskonzepts zunächst die Bundesliga-Lizenz verwehrt worden. Eine Beschwerde dagegen hatte die HBF abgelehnt, Leipzig war danach vor das Schiedsgericht gezogen. Und hatte nun Erfolg. Vorerst.

„Ich habe gleich Gänsehaut bekommen, als ich es das gehört habe. Das ist toll. Ich hoffe, dass alle Beteiligten aus ihren Fehlern lernen und dass die nächste Saison als Übergang genutzt werden und die Liga gehalten werden kann“, sagte die deutsche Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack, die mit Leipzig zwei Meistertitel und Pokalsiege holte.

Einst nannte sich der HC Leipzig gern den FC Bayern des Frauen-Handballs. Doch durch die Konkurrenz von Fußball-Bundesligist RB und den SC DHfK in der Männer-Handball-Bundesliga verschob sich Interesse der Fans. Die Zuschauerzahlen beim mehrmals zu Sachsens Mannschaft des Jahres gewählten HCL sanken stetig, auch weil sportliche Erfolge ausblieben. Sponsoren reduzierten ihr Engagement, gingen ganz oder zahlten nicht mehr.

Aber vor allem muss sich der einstige Erfolgsmacher Hähner den Vorwurf der Misswirtschaft gefallen lassen. Hähner war der alleinige Entscheider. „Ich habe meine Anteile daran, dass die Situation so ist, wie sie ist“, hatte er vor Wochen bei Offenlegung der Misere zugegeben. Aber auch die Kontrollgremien hätten angesichts der Bilanzen schon früher einschreiten müssen.

Jetzt hat Hähner eine Woche Zeit, um die Lizenz endgültig fix zu machen. Das Rettungskonzept sieht zahlreiche Gläubigerverzichte, einen Zuschuss der Stadt in Höhe von 200.000 Euro und neues Geld von privaten Investoren vor. Zudem hatte der HCL auf einem Unterstützerkonto Geld eingesammelt.

Uwe Köster (mit dpa)

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