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HC Leipzig beurlaubt seinen Trainer – auch Karolina Szwed Ørneborg muss gehen

HC Leipzig beurlaubt seinen Trainer – auch Karolina Szwed Ørneborg muss gehen

Der HC Leipzig hat sich am Montag überraschend von seinem Trainer Thomas Ørneborg und dessen Frau Karolina Szwed Ørneborg getrennt. Das teilte der Verein am Nachmittag mit.

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Ist nicht mehr HCL-Trainer: Thomas Ørneborg.

Quelle: Nitsche

Leipzig. Zuvor war den Spielerinnen die Entscheidung vor dem 15-Uhr-Training verkündet worden. Die Spielerinnen reagierten erleichtert auf die Neuigkeit. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Übungsleiter galt als belastet. Eine offizielle Begründung für die Entscheidung wollte HCL-Manager Kay-Sven Hähner zunächst nicht nennen. "Es handelt sich um interne Gründe, die wir nicht nach außen tragen wollen", sagte er lediglich. Es habe nur diese Entscheidugsmöglichkeit gegeben.

Der Däne Ørneborg hatte Ende März 2013 das Amt von seinem Landsmann Stefan Madsen übernommen. Bis zum Saisonende sollen jetzt Co-Trainer Wieland Schmidt (60) und Max Berthold (26, Kapitän von Drittligist SG LVB) die Mannschaft betreuen. Berthold, Co-Trainer des Juniorteams, hatte während seines Sportstudiums und seiner Trainerausbildung bereits Übungseinheiten des HCL geleitet. Im Sommer soll dann ein neuer Coach das Team übernehmen. Am Mittwoch (Anwurf 19.30 Uhr) sitzt das neue Führungs-Duo beim Spiel gegen Bensheim erstmals auf der Bank. Dort muss der HCL nun auch noch auf Torhüterin Melanie Hermann verzichten. Dafür rücken Keeperin Wiebke Detjen (17) und Linksaußen Joanna Rode (16) in den Kader.

Berthold bleibt weiter Spieler der SG LVB. "Für ihn ist es eine große berufliche Chance, die wollten wir ihm nicht verbauen", sagte LVB-Manager Jens-Dirk Schöne. Die Trainigszeiten von LVB und HCL überschnitten sich nicht. Er verpasse auch nur ein Punktspiel des Drittligisten wegen seines neuen Engagements, so Schöne weiter.

Unter  Ørneborgs Regie wurde der HC Leipzig Vizemeister. Er schaffte es damit nicht, dem großen Widersacher vom Thüringer HC die Schale zu entreißen. In dieser Saison qualifizierte sich der HCL zwar trotzdem für die Champions League, beendete die Vorrunde aber als Tabellen-Letzter und schied damit aus dem Europapokal aus. Aktuell belegen die Leipzigerinnen in der Meisterschaft den zweiten Platz.

Gehen muss auch die Ehefrau des Trainers. Die 24 Jahre alte polnische Nationalspielerin Karolina Szwed- Ørneborg war vor der Saison mit ihrem Mann vom HC Odense nach Leipzig gewechselt.

Der Frauen-Bundesligist hatte erst vor zwei Wochen mit einer Personalie für Schlagzeilen gesorgt. Nationalspielerin Natalie Augsburg hatte kurz nach Weihnachten überraschend ihren Vertrag aufgelöst. Nach sechs Jahren in Leipzig schloss sie sich dem Zweitligisten Füchse Berlin an. Offiziell nannte sie die bessere berufliche Perspektive an der Spree als Grund für ihren Weggang.

Unter der Regie von Ørneborg musste der langjährige Co-Trainer Jochen Holz seinen Platz auf der Bank räumen und sich ausschließlich um den Nachwuchs kümmern. Dicke Luft soll es auch zwischen Ørneborg und seinem jetzigen Nachfolger Schmidt gegeben haben. Der Coach soll seinen Assistenten während des Heimspiels gegen Sävehof in der Öffentlichkeit gemaßregelt haben. Ørneborg, der zwar die deutsche Sprache versteht, hat mit seiner Mannschaft fast bis zum Schluss auf Englisch kommuniziert. Erst nach der WM-Pause sprach er auch Deutsch mit seinen Spielerinnen.

In der Handball-Bundesliga ist es die zweite Trainer-Beurlaubung in dieser Woche. Die SG Bietigheim, am Sonnabend noch in Leipzig zu Gast, trennte sich am Montag von ihrem Coach Dago Leukefeld. „Nach dem Aufstieg und der sehr erfolgreichen Hinrunde zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht. Das Punkteverhältnis von 2:12 aus den letzten sieben Spielen hat uns von der Notwendigkeit des Handelns überzeugt“, begründet Bietigheims Sportdirektor Gerit Winnen die Entscheidung. Bereits im November hatte Leukefeld der SG mitgeteilt, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und sich künftig ausschließlich seiner von ihm parallel betriebenen Handballschule zu widmen.

Matthias Roth/Anne Grimm

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