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HCL vor Start in dritter Liga - Insolvenzverfahren eröffnet

Einstiger Leipziger Vorzeigeclub HCL vor Start in dritter Liga - Insolvenzverfahren eröffnet

Am Sonntag ist es soweit: Die Mannschaft des HCL startet in der dritten Liga gegen den HC Burgenland. Unterdessen gibt es Neuigkeiten beim Thema Insolvenzverfahren.

Verantwortlich für das „Jugend-packt-an“-Projekt ist Ex-Juniorteam-Trainerin Marion Mendel (56), die mit Co-Trainer Max Berthold (28) auf Augenhöhe die Mammutaufgabe stemmen will.

Quelle: Förster

Leipzig. Das finale, dreitägige Team-Erlebnis war ein naturverbundenes im Tschechischen: Übernachtung unter freiem Himmel, spritzige Kanu-Touren, Selbstverpflegung, Lagerfeuer (zündende Ideen, weil kein Streichholz vorhanden) –  und ja, Pause fürs Handy. „Ich denke, so etwas machen nicht viele andere Mannschaften. Aber uns hat es weiter zusammengeschweißt. Ich freue mich auf eine spannende Aufgabe“, sagt die neue HCL-Kapitänin Isabell Hurst optimistisch vor dem ersten Saison-Pflichtspiel der blutjungen Drittliga-Truppe im DHB-Pokal am Sonntag gegen Viertligist HC Burgenland (16.30 Uhr in Naumburg). Die 17-Jährige, die mit fünf Jahren in einem Dorf bei Karlsruhe spielend Gefallen am Sport fand und zum DHB-Elitekader gehört, war auf dem Sprung ins Bundesliga-Team des einstigen Leipziger Vorzeigeclubs.

Das Juniorteam des HCL startet am Sonntag in der dritten Liga gegen den HC Burgenland.

Das Juniorteam des HCL startet am Sonntag in der dritten Liga gegen den HC Burgenland.

Quelle: Kerstin Förster

Doch  bekanntlich musste die hoch verschuldete HCL Bundesliga GmbH Insolvenz anmelden. Am Freitag wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. „Der ehemalige Handball-Bundesligist ist zahlungsunfähig“, teilte Insolvenzverwalter Christoph Alexander Jacobi mit. Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, schrieb die GmbH in den letzten zehn Jahren oft hohe Verluste und war dauerhaft bilanziell überschuldet. 1,5 Millionen Euro Schulden wurden angehäuft. Im dunklen Kapitel ein Lichtblick: „Es ist aber wenigstens gelungen, Folgeeffekte der Insolvenz für die Nachwuchsarbeit des HC Leipzig e.V. und dessen Spielbetrieb in der dritten Liga abzuwenden“, sagt Rechtsanwalt Jacobi.  

Verantwortlich für das „Jugend-packt-an“-Projekt ist Ex-Juniorteam-Trainerin Marion Mendel (56), die mit Co-Trainer Max Berthold (28) auf Augenhöhe die Mammutaufgabe stemmen will. „Nach einer Rolle rückwärts müssen wir jetzt zwei vorwärts machen. Das neue Projekt braucht zunächst Strukturen, dann muss es stabilisiert werden. Ganz wichtig:  Die Mädels zu halten“, betont Marion Mendel, die am Olympiastützpunkt als Laufbahnberaterin tätig ist. In der Vergangenheit habe man zu viel für andere Vereine ausgebildet. Die Erwartungshaltung ist hoch, das Pensum stattlich. Die jungen Damen sind in Pokal, 3. Liga und A-Jugendbundesliga gefordert.

„Jede von uns nimmt wahr, dass der Fokus jetzt ganz auf uns liegt. Mich pusht das“, erklärt Isabell Hurst angriffslustig. Aufbruchstimmung verbreiten auch die Fans, die gemeinsam mit der jungen Garde morgen nach Naumburg fahren – der Bus wird von der Anhängerschaft bezahlt. 

Kerstin Förster

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