Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

HC Leipzig
Google+ Instagram YouTube
HCL-Spielerinnen vor Duell mit Ex-Club: "Wir wissen, was uns noch erwartet"

Vor Spiel gegen THC HCL-Spielerinnen vor Duell mit Ex-Club: "Wir wissen, was uns noch erwartet"

Franziska Mietzner (28) und Shenia Minevskaja (23) werden auf zahlreiche gute Bekannte treffen, wenn der THC in Leipzig antritt. Beide haben für den Thüringer Club gespielt. Einschüchtern lassen sie sich davon nicht. Die Handballerinnen im Interview.

Franziska Mietzner gibt für den HCL alles - auch im Duell mit ihrem ehemaligen Club. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Franziska Mietzner (28) und Shenia Minevskaja (23) werden auf zahlreiche gute Bekannte treffen, wenn der THC in Leipzig antritt. Beide haben für die Thüringerinnen gespielt, Franziska Mietzner von 2013 bis 2015, Shenia Minevskaja von 2005 bis 2013. Dass die Meisterschaft in diesem Spiel entschieden wird, glauben beide nicht – ebenso wenig, dass sie auf verunsicherte Gäste treffen.

Frage: Wie groß war die Überraschung, als Sie von der 22:25-Heimniederlage des THC gegen Buxtehunde hörten?
Franziska Mietzner: Sagen wir so: Dieses Ergebnis hat einmal mehr gezeigt, dass die Bundesliga ziemlich ausgeglichen ist. Zumindest, was die vorderen Mannschaften angeht, zu denen schließlich nicht nur der THC oder der HCL gehören, sondern auch Buxtehude. Das ist nun wirklich keine schlechte Truppe.

Shenia Minevskaja: Das stimmt auf jeden Fall. Und dass Buxtehude ein starker Gegner sein kann, war schon beim Vorbereitungsturnier in Wittlich zu sehen, als sich diese Mannschaft sehr eingespielt präsentiert. Bei anderen dauert es eben etwas länger, weil es ziemliche Veränderungen gegeben hat. Da läuft nicht gleich alles rund. Der THC hat Nadja Nadgornaja nicht mehr zur Verfügung, und wenn man seine torgefährlichste Spielerin verliert, dauert es eben eine Weile, bis das neue System gewissermaßen greift.

Frage: Wie wird der THC auf diese Niederlage reagieren?
Franziska Mietzner: Wie er immer reagiert: Er wird versuchen, die Pleite so schnell wie möglich wettzumachen und gleich das nächste Auswärtsspiel zu gewinnen. Das ist ja auch völlig normal.

Frage: Wird der THC womöglich unruhig? Er darf in Leipzig schließlich nicht verlieren, um nicht den Kontakt zum HCL zu verlieren.
Shenia Minevskaja: Dass da irgendwie Unruhe herrscht, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Dafür ist die Mannschaft immer noch viel zu erfahren und wird wissen, was nach einer solchen Niederlage zu tun ist.

Frage: THC-Trainer Herbert Müller hat davon gesprochen, dass er im Falle einer Niederlage dem HCL schon zur Meisterschaft gratulieren könne.
Franziska Mietzner: Sollten wir gewinnen - was wir natürlich wollen -, ist die Meisterschaft noch lange nicht entschieden. Man darf schließlich nicht vergessen, dass wir in der Rückrunde noch sehr, sehr schwere Auswärtsspiele zu bestreiten haben. Von den derzeit ersten sieben Mannschaften hatten wir in der Hinrunde bis auf Dortmund alle zu Hause. Wir wissen, was uns noch erwartet.

Shenia Minevskaja: Erster gegen Zweiter ist natürlich eine tolle Konstellation. Aber ich glaube auch nicht, dass sich in diesem direkten Duell die Meisterschaft entscheidet. Dafür kann im Frühjahr einfach noch zu viel passieren.

Frage: Wer ist zum jetzigen Zeitpunkt weiter, der HCL oder der THC?
Shenia Minevskaja: Wir können nur für uns sprechen, und da lief ja auch manches holprig, wenn ich an die Niederlage gegen Bietigheim oder das Unentschieden gegen Metzingen denke. Es dauert eben, bis man sich eingespielt hat und weiß, wie sich die Mitspielerinnen wann verhalten.

Franziska Mietzner: Wann spielst den Ball an den Kreis? Oder wann ist der beste Zeitpunkt, um den Außen einzusetzen? Das sind Dinge, die man lernen muss, wenn man neu dazukommt.

Frage: Wie wird Herbert Müller sein Team auf den HCL einstellen?
Shenia Minevskaja: Ich denke, so wie er es immer tut. Er wird versuchen, die nötige Emotionalität bei den Spielerinnen zu entfachen, damit jede an ihre Stärken glaubt. Das zeichnet ihn nach meiner Erfahrung besonders aus.

Frage: Wird er die Emotionalität in der Vorbereitung auf das Ost-Derby besonders schüren, weil es gegen den HCL geht?
Franziska Mietzner: Das habe ich bei ihm nicht erlebt. Er nimmt jedes Spiel sehr ernst, unabhängig davon, wer der Gegner ist. Die Emotionen schürt er schon im Training. In vielen Einheiten wird fast 45 Minuten lang ein Spiel bestritten, meistens Jung gegen Alt. Da wird nicht nur Handball oder Fußball gespielt, sondern alles Mögliche. Und da geht es auch ganz schön zur Sache.

Frage: Was unterscheidet ihn von HCL-Trainer Norman Rentsch?
Shenia Minevskaja: Norman geht sehr stark auf jede einzelne Spielerin ein, versucht sie technisch und taktisch weiterzubringen.

Franziska Mietzner: Ich kann das bestätigen, lerne in Leipzig viel Neues von ihm, was zum Beispiel die Wurftechnik angeht.

Frage: Lernt man solche Techniken nicht im erster Linie in der Jugend, während es im - mit Verlaub - fortgeschrittenen Handball-Alter eher um Taktik oder um die körperliche und geistige Fitness geht?
Franziska Mietzner: Man kann in jedem Alter dazulernen, wenn man bereit dazu ist. Und wer nicht mehr lernen will, kann aufhören. Ich habe von Norman jedenfalls viele wichtige Hinweise bekommen, wie ich zum Beispiel die Würfe ausführen soll.

Frage: Shenia, wissen Sie schon, wie Sie die Siebenmeter auf das Tor des THC werfen werden?
Shenia Minevskaja: Natürlich weiß ich das nicht. Ich weiß es auch noch nicht, wenn ich zum Siebenmeterpunkt gehe. Da nehme ich mir noch keine Ecke vor. Das geschieht dann alles intuitiv.

Interview: Winfried Wächter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News