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HCL-Topscorerin Lang vor Meisterschaftsfinale: „Unser Titelhunger ist größer“

Interview vor Endspiel HCL-Topscorerin Lang vor Meisterschaftsfinale: „Unser Titelhunger ist größer“

Saskia Lang spielt trotz mehreren Nasenbrüchen eine herausragende Saison beim HC Leipzig und steht in der Torschützenliste des Teams ganz vorn. Im LVZ-Interview verrät die Nationalspielerin, warum sie an den Titelgewinn ihrer Mannschaft beim THC glaubt.

Saskia Lang beim Torwurf.
 

Quelle: Picture Point

Leipzig. Am Samstag entscheidet sich, wer deutscher Meister im Frauenhandball wird. Um 15.10 Uhr ertönt der Anpfiff der Partie zwischen dem Thüringer HC und dem HC Leipzig in Bad Langensalza. Wer das Spiel gewinnt, ist Meister, ein Unentschieden reicht dem THC. Als Saskia Lang 2011 nach Leipzig wechselte, war ihr großer Traum, mit dem HCL Meister zu werden. Noch nie war die Chance so groß wie jetzt. Die 29 Jahre alte Nationalspielerin sagt im Interview, warum sie vom HCL-Sieg überzeugt ist.

Was für ein Finale erwarten Sie?

Die Fans können sich auf ein supertolles Spitzenspiel mit viel Kampf und Emotionen freuen, so wie wir das auch tun.

Was wird den Ausschlag geben?

Die Tagesform entscheidet, und wer mit dem Schall in der Halle umgehen kann. Aber auch mit dem Druck, mit dem Wissen, dass man in diesem einen Spiel eben alles verlieren kann – jedoch auch genau so viel gewinnen kann.

Gewonnen hat zuletzt immer der THC ...

Die Situation ist jetzt anders als in den letzten Jahren. Noch vor vier Wochen hatte uns beim Thema Meisterschaft keiner auf dem Zettel. Herbert Müller (THC-Trainer) hat damals gesagt, dass der THC und Metzingen die Mannschaften sind, die die Meisterschaft austragen werden. Vier Wochen später reden wir darüber, was wir tun können, um Meister zu werden. Denn es liegt in unserer Hand. Wir haben die große Chance bekommen, und die wollen wir auch nutzen.

Im Heimspiel gegen den Thüringer HC hat der HCL gut begonnen, dann setzte es doch wieder eine Niederlage. Was stimmt sie optimistisch, dass es diesmal anders ist?

Wie haben so viel gelernt. Wir haben gelernt, Ruhe zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir haben auch gezeigt, dass es nicht nur 20 Minuten guten Handball vom HCL gibt, sondern 45 bis 60 Minuten lang.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Michelle Urbicht?

Erst einmal ist es total bitter für sie. Es war ein Riesenschock für uns alle, nachdem sie sich ihre Schulter ausgekugelt hatte war ja sogar der Notarzt in der Halle. Wir haben aber gezeigt, und nicht zum ersten Mal, dass wir auch so etwas wegstecken können. Dass auch ganz junge Spielerinnen, wie Nele Reimer zum Beispiel, einspringen können. So wird es auch am Samstag laufen, deshalb werden wir auch gewinnen. Auch um Michelle etwas zurückzugeben.

Sechs Tage nach dem Meisterschaftsfinale geht’s im DHB-Pokal erneut gegen den THC. Wie präsent ist das Thema?

Das interessiert mich im Moment überhaupt nicht. Ich habe Anfang der Saison gesagt, dass die Meisterschaft für mich das größte Ziel ist. Zwischendurch, das muss ich zugeben, sind schon Zweifel aufgekommen, weil wir es nicht mehr selbst in der Hand hatten. Aber momentan brennt es innerlich so sehr in mir, weil ich diesen Meistertitel unbedingt haben möchte. Der Pokal ist da jetzt doch relativ weit weg.

Wie groß ist die Anspannung?

Man merkt im Training schon eine gewissen Anspannung, aber auch starke Konzentration. Das ist vor Spitzenspielen normal. Der Unterschied zu den letzten Jahren ist, dass wir total viel Freude und Spaß haben. Wir wissen schon, dass man am Samstag viel verlieren kann. Aber bei uns überwiegt der Gedanke, dass man vor allem ganz viel gewinnen kann.

Gibt es eine Kommunikation mit THC-Spielerinnen?

Meine beste Freundin ist Kerstin Wohlbold (THC-Kapitän, d.A.), wir kommunizieren häufig und verstehen uns super. Nur außerhalb des Spielfelds. Aber vor diesem Spiel will ich nichts sehen und nichts hören von ihr oder einer anderen THC-Spielerin. Wir sehen uns am Samstag und da schenken wir uns beide nichts.

Warum gewinnt der HCL?

Entscheidend wird sein, wer mehr Hunger auf den Titel hat. Ich glaube, da haben wir einen Vorteil. Ich denke zwar, dass wir auf eine Mannschaft treffen, die genau so aggressiv sein wird und genauso euphorisch sein wird wie wir. Aber bei uns ist der Hunger auf den Titel größer.

Haben Sie einen Ergebnistipp?

Plus eins reicht uns natürlich. Aber ich glaube, es wird eher plus drei ausgehen. Es wird Schlag auf Schlag gehen und irgendwann gibt es eine Crunch-Time, wo das entscheidende Ding passiert. Dann weiß die eine Mannschaft, dass es sich erledigt hat. Und das wird der THC sein.

Von Uwe Köster

Alle Fans, die keine Karte für die Partie beim THC ergattert haben, können das Endspiel beim Public Viewing im Bistro der Arena sehen. Der Eintritt ist frei.

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