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HC Leipzig
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HCL-Trainer Norman Rentsch ist stolz und sauer zugleich

Gute Moral, fehlende Coolness HCL-Trainer Norman Rentsch ist stolz und sauer zugleich

Bei der 23:24-Niederlage beim Thüringer HC am Mittwochabend verkauften sich die HCL-Handballerinnen teuer, hatten den Meister am Rand einer Niederlage. Trainer Norman Rentsch, 36, ist stolz und sauer zugleich.

HCL-Trainer Norman Rentsch.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Sind Sie eher sauer über die Niederlage oder überwiegt der Stolz, dass ihr Team beim Meister so stark aufgetreten ist?

Beides steckt in mir. Natürlich hat dieser Auftritt viel Mut gemacht. 24 Gegentore sind in Ordnung, und wir haben den THC vor Aufgaben gestellt. Aber wenn man nach dieser Leistung ohne Punkt nach Hause fahren muss, ist das einfach ärgerlich. Sehr ärgerlich sogar. 

Noch vor wenigen Jahren wäre der HCL mit so einem Ergebnis ganz zufrieden gewesen...

Das haben wir hinterher auch diskutiert.  Wir lagen zwischenzeitlich mit sechs Treffern im Rückstand. Früher wäre die Mannschaft  komplett eingebrochen, jetzt hat sie sich wieder großartig herangekämpft. Das ist die neue Qualität in unserem Team. Umso ärgerlicher, dass sie sich für den Kampf nicht belohnt hat.

Was hat gefehlt?

Eindeutig Coolness. Wir hatten in der Schlussphase dreimal die Möglichkeit zum Ausgleich und haben sie dreimal nicht genutzt. Überhaupt kann ich mit  der Chancenverwertung nicht zufrieden sein.  Wir haben drei Siebenmeter nicht genutzt und mehrere Konter verhauen.

Hatte nicht auch THC-Torhüterin Dinah Eckerle einen überragenden Tag?

Sie war schon gut. Aber wir haben es ihr auch sehr leicht gemacht, gut zu sein.

Was macht trotz der Niederlage Mut?

Unsere Moral, und dass wir in der Breite gut aufgestellt sind. Bei einigen Spielerinnen geht es richtig voran. Anne Hubinger zum Beispiel hat in ihrer Entwicklung einen großen Schritt nach vorn gemacht. Sie wird zu einem Leader im Team. Noch vor eine paar Monaten war das kaum denkbar. 

Am Sonnabend steht die Champions-League-Partie in Astrachan an. Ist Astrachan schwächer oder stärker einzuschätzen als der Thüringer HC ?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Astrachan ist der amtierende russische Meister, das spricht per se schon für Qualität. Ich weiß, dass im Sommer einige wichtige Spielerinnen weggegangen sind. Ansonsten sind die Informationen spärlich. Aber in so einem Spiel sind auch die Umstände maßgebend. Wie sind die Schiedsrichter drauf? Wie kommen wir mit dem Reisestress klar? Das wissen wir alles noch nicht.  Dass wir uns gut verkaufen wollen, versteht sich von selbst. Und gewinnen wollen wir sowieso immer.

Interview: Uwe Köster

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