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HCL legt Beschwerde gegen Lizenz-Entzug ein – Jurack hofft auf Neuanfang

Reaktionen HCL legt Beschwerde gegen Lizenz-Entzug ein – Jurack hofft auf Neuanfang

Der HCL greift zum letzten Strohhalm: Der Verein hat gegen den Lizenz-Entzug am Freitag Beschwerde eingelegt. Handball-Rekordnationalspielerin Grit Jurack hofft auf einen Neuanfang ihres ehemaligen Clubs. Die Stadt Leipzig bedauert die aktuelle Entwicklung – ihre Optionen seien aber ausgeschöpft.

Grit Jurack hofft auf einen Neuanfang für den HCL.
 

Quelle: dpa

Leipzig. Die Stadt Leipzig bedauert den Bundesliga-Lizenz-Entzug für den Traditionsclub HC Leipzig. In einer Erklärung vom Freitag heißt es, die 1. Mannschaft im Frauenhandball sei viele Jahre lang ein Aushängeschild des Leipziger Leistungssports gewesen, und zwar mit internationaler Ausstrahlung. „Auch jetzt in dieser besonders schwierigen Situation hat die Stadt ihren Handlungsrahmen voll ausgeschöpft und ist unter den im Stadtratsbeschluss vom 17. Mai genannten Voraussetzungen bereit, mit maximal 200.000 Euro dazu beizutragen, die Insolvenz der GmbH abzuwenden“, so das Sportamt.

Am Freitag legte der Verein wie erwartet fristgemäß Beschwerde gegen die Entscheidung der Handball Bundesliga Frauen (HBF) ein. "Nach ausführlicher interner Beratung unter Hinzuziehung von erfahrenen Juristen vertritt der HCL die Auffassung, dass die Entscheidung vom 1.6.2017, die Lizenz nicht zu erteilen, seitens der HBF fehlerhaft ist", teilte der Club mit. Der Verband muss den Fall damit erneut prüfen. Er hatte am Donnerstag die Erteilung der Spielgenehmigung verwehrt, weil Lizenzbedingungen nicht erfüllt wurden. Da es sich um ein verbandsinternes Verfahren handelt, will der Verein zu den Inhalten des Verfahrens öffentlich keine Stellung beziehen.

Stadträte danken leidenschaftlichem Team

Auch die sportpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen von den Grünen, Die Linke und SPD haben sich am Freitag zum Zwangsabstieg geäußert. „Alle Anstrengungen zur Beseitigung der über Jahre aufgelaufenen Verbindlichkeiten waren damit vergebens“, bedauern die Fraktionen. Die Politiker sprechen von einem „tiefen Einschnitt nicht nur in den Leipziger Frauenhandball und seine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit“. Leipzig müsse das nachhaltig fortsetzen und weiter handballbegeisterte Frauen zu Nationalspielerinnen ausbilden. Mit Sportoberschule, Sportgymnasium, Internat, Olympiastützpunkt und Sportwissenschaftlicher Fakultät gebe es dafür auch weiterhin ausgezeichnete Voraussetzungen.

Die Fraktionen danken auch den Spielerinnen, sowie dem Trainer und Betreuungsteam. Diese hätten sich der Rettung des HCL „trotz monatelanger Gehaltsaußenstände“ mit Leidenschaft verpflichtet.

Jurack: Kleinere Brötchen backen

Deutschlands Handball-Rekordnationalspielerin Grit Jurack hofft nach dem Bundesliga-Lizenzentzug des HC Leipzig auf einen Neuanfang ihres ehemaligen Clubs. „Der Frauen-Handball war jahrelang das alleinige Aushängeschild der Stadt und ich finde es sehr schade, dass das jetzt kaputt geht“, sagte die gebürtige Leipzigerin am Freitag. „Natürlich muss man jetzt kleinere Brötchen backen, aber man sollte optimistisch an den Wiederaufbau glauben. Ich hoffe, dass es einen Neuanfang gibt.“

Die frühere Weltklasse-Linkshänderin, die von 1993 bis 2004 in Leipzig spielte, gewann mit dem HCL zwei deutsche Meistertitel und DHB-Pokalsiege und war maßgeblich am sportlichen Aufstieg des einstigen Aushängeschildes der Messestadt beteiligt.

Bei Insolvenz droht Aufstiegsstopp

Die 39-jährige Jurack sieht in dem Scheitern des einstigen Vorzeigeclubs die „Chance, in Leipzig eine richtig gute Nachwuchshochburg aufzubauen und damit den Angriff zumindest in die 2. Bundesliga aufzunehmen.“ Der HC Leipzig hat eine hervorragende Nachwuchsarbeit, die B-Jugend wurde gerade deutscher Meister.

 Beim HCL haben sich 1,3 Millionen Euro Schulden angehäuft. Weil das Sanierungskonzept scheiterte, erhielt der sechsfache deutsche Meister am Donnerstag keine Lizenz und steigt in die 3. Liga ab. Sollte es zu einer Insolvenz kommen, dürfte der HC Leipzig zwei Jahre lang nicht in die 2. Liga aufsteigen.

Von lyn / dpa