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In kritischer Lage empfängt der HC Leipzig am Mittwoch den Tabellenführer Bietigheim

„Mehr als Außenseiter“ In kritischer Lage empfängt der HC Leipzig am Mittwoch den Tabellenführer Bietigheim

Mit Andreas Paul haben die Damen des HC Leipzig einen "Mentaltrainer" ins Boot geholt. Der Anteil der positiven Gedanken, den die Spielerinnen haben, müsse größer werden, sagt der gebürtige Leipziger.

Der Anteil der positiven Gedanken der Damen des HC Leipzigs müsse größer werden, sagt Mentaltrainer Andreas Paul. Auf dem Foto: Kapitänin Karolina Kudlacz-Gloc. (Archivfoto)

Quelle: Sebastian Brauner

Leipzig. „Mein Ziel ist es, die Sportler in einen Flow zu bringen,“ sagt Andreas Paul, 37. Auf seiner Visitenkarte steht „Sportmentaltrainer“. Seit dem Sommer betreut er beim HC Leipzig Spielerinnen als Mentaltrainer. „Ich arbeite mit einigen Leistungsträgerinnen, bin auch in ständigem Austausch mit dem Trainer“, erzählt der gebürtige Leipziger, der nach seiner Ausbildung an der Deutschen Mentaltrainer Akademie über Hamburg, München und Berlin wieder in die Heimat zurückgekehrt ist. Unter anderem arbeitet er für den Bund Deutscher Radfahrer und mit Leichtathletin Cindy Roleder. Nun also auch beim HCL, der Kontakt sei über Kapitänin Katja Kramarczyk zustande gekommen.

Paul sagt, dass neben der körperlichen Fitness und dem Umfeld die Stimmung den größten Einfluss auf den Erfolg hat. „Untersuchungen belegen, dass ein Mensch täglich 60 000 Gedanken hat, nur drei Prozent sind positiv. Der Anteil muss höher werden. Dann kommen die Sportlerinnen in den Flow.“

Nun, da hat der Mentalcoach beim HCL aktuell doch einiges zu tun. Vor dem Match morgen gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer Bietigheim stehen die Zeichen nicht gut. Da spielen für Bietigheim mit Susann Müller, Maura Visser und Luisa Schulze drei ehemalige Leipzigerinnen, die gegen ihren Ex-Verein speziell motiviert sind. Da fehlen mit Shenia Minevskaja (Finger ausgekugelt) und wahrscheinlich Karolina Kudlacz-Gloc (Rücken/Mitwirken noch unklar) dem HCL zwei Säulen im Rückraum. Norman Rentsch holt mit Julia Weise und Emely Theilig zwei Jugend-Nationalspielerinnen ins Aufgebot, beide sind erst 16. „Wir hoffen, dass uns Bietigheim mit Blick auf unsere Situation unterschätzt“, sagt der HCL-Coach und: „Wir sind mehr als Außenseiter.“

Diese Rolle, so ganz ohne Druck, sei doch ideal, sagt Mentaltrainer Paul. „Wenn keiner etwas erwartet, heißt es oft: Jetzt erst recht. Das muss das Ziel sein.“ Wie das gelingen soll? „Selbstgespräche sind die wirksamste Mentaltechnik“, glaubt der Experte.  Dass die Handballerinnen trotz widriger Begleitumstände (Verletzungsausfälle, Geldprobleme, unsichere Perspektive) zuletzt meist großartig gekämpft  haben, sei ein gutes Signal. Erste Früchte seiner Arbeit? „Das maße ich mir nicht an“, sagt Andreas Paul.  Spannende Frage auch für ihn: Kommen die HCL-Mädels morgen in den Flow?

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