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Kreuzbandriss bei HCL-Star - Anne Ulbricht droht das Karriereende

Kreuzbandriss bei HCL-Star - Anne Ulbricht droht das Karriereende

In der vergangenen Nacht hat Anne Ulbricht kaum geschlafen. Immer wieder ging der Rückraumspielerin des HC Leipzig die Szene aus der vierten Minute im Spiel gegen Buxtehude durch den Kopf.

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HCL-Spielerin Anne Ulbricht musste in der vierten Minute mit Kreuzbandriss vom Feld getragen werden.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Wie in einem Film spielte sich der Angriff noch einmal ab.

Ulbricht bekommt auf der rechten Seite den Ball, geht auf die Abwehr der Gäste zu, versucht eine Finte. „Mein Körper will nach rechts, mein Knie nach links“, sagt die 26-Jährige. Ihr Kreuzband im linken Knie macht diese Bewegung nicht mit und reißt. Ulbricht geht zu Boden und bleibt liegen. Entsetzen am Mittwochabend in der Arena. Es ist mucksmäuschenstill in der mit 2294 Zuschauern besetzten Halle. Kurz darauf fahren Sanitäter die Handballerin auf einer Liege in die Kabine.

„Ich habe gleich gemerkt, dass das Kreuzband durch ist“, berichtet Ulbricht. Eine Untersuchung am Donnerstag im Klinikum Sankt Elisabeth bestätigt die Vermutung. Nur ein kleiner Trost: Die Menisken sind ganz geblieben.

Für die gebürtige Magdeburgerin beginnt nun ein altbekannter Leidensweg von vorn. Schon 2004 riss sie sich das Kreuzband im selben Knie. Mehr als zwölf Monate brauchte sie damals für ihr Comeback. Später folgten lange Pausen wegen einer Rückenverletzung. Jetzt droht ihr möglicherweise das Karriereende.

„Ich weiß nicht, ob ich noch einmal die Kraft habe und es überhaupt noch Sinn macht“, so die dienstälteste HCL-Spielerin, die seit elf Jahren im Verein ist. Eine Entscheidung will sie erst nach der Operation in zwei Wochen treffen. „Jetzt brauche ich erstmal ein paar Tage, um alles zu verarbeiten“, sagt Ulbricht.

Dabei lief es zum Saisonstart wie am Schnürchen. Trainer Stefan Madsen stellte die Rückraumspielerin von der linken auf die rechte Seite. Mit Erfolg. Beim Gewinn des Nordic Cups in Dänemark gehörte sie zu den Besten ihres Teams. In den ersten beiden Punktspielen warf sie 14 Tore. Ganz heimlich hatte sie sogar wieder ihren Kindheitstraum von den Olympischen Spielen vor Augen. Nun das frühe Saison-Aus.

Der Verein hält zu ihr. „Wir stehen hinter Anne und sie bekommt alle Zeit der Welt, um wieder zurück zu kommen“, erklärt Manager Kay-Sven Hähner. Neben den Ärzten soll dabei auch ein Mentaltrainer helfen.

Matthias Roth

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