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Müller drückt dem HCL im Titelrennen die Daumen - Samstag Rückkehr mit BVB

Interview Anne Müller Müller drückt dem HCL im Titelrennen die Daumen - Samstag Rückkehr mit BVB

Kreisläuferin Anne Müller spielte fünf Jahre im Trikot des HCL. Am Samstag kehrt sie als Zuschauerin mit ihrem neuen Verein BVB in die Arena zurück. Die 32-Jährige spricht im Interview über die spannende Meisterschaft, den Fußballhype in Dortmund und ihre Vorfreude auf das Pokalfinale in der alten Heimat.

Anne Müller trug fünf Jahres das Trikot des HCL. Am Samstag ist sie mit ihrem neuen Verein Borussia Dortmund in der Arena zu Gast - allerdings nur als Zuschauerin.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Am Samstag kehrt Anne Müller das erste Mal nach ihrem Wechsel vom HC Leipzig mit ihrem neuen Verein Borussia Dortmund in die Arena zurück. Wegen einer Verletzung muss die 32-Jährige allerdings zuschauen. Im Interview mit LVZ.de spricht sie über die spannende Meisterschaft in dieser Saison, den Fußballhype in Dortmund und ihre Vorfreude auf das Pokalfinale im Mai in der alten Heimat.

Wie sehr ärgert es dich, dass du bei der Rückkehr an deine ehemalige Wirkungsstätte nicht auflaufen kannst und wie schwer ist die Verletzung?

Müller: „Ich bin schon traurig, dass ich nicht spielen kann. Besonders in Leipzig. Ich habe einen Innenbandriss. Das ist sechs Wochen her. Jetzt müssen der Muskelaufbau und die Beweglichkeit her. Ich denke, dass es noch etwa einen Monat dauert.“

Eure Trainerin Ildiko Barna hat sich auch verletzt?

„Sie hat sich das Kreuzband gerissen. Ganz blöd, beim Vormachen einer Übung seitlich weggeknickt. Unser Co-Trainer leitet jetzt das Training. Sie kommt aber am Samstag zum Spiel und sitzt auf der Bank.“

Schränkt euch das sehr ein vor der Partie gegen den HCL?

„Natürlich ist es immer besser, wenn sie selbst das Training leitet. Aber das können wir jetzt nicht ändern. Wir sind trotzdem gut vorbereitet auf den Samstag.“

Wie zufrieden bist du bisher mit eurem Abschneiden und schielt ihr als Tabellensechster noch auf Rang fünf, also einen internationalen Startplatz?

„Es ist nach vorne und hinten eng. Außerdem haben wir fast nur noch schwere Spiele. Leipzig, Oldenburg, Metzingen, THC, Bietigheim… Da kann man schon nochmal ein Stück nach unten rutschen. Aber mit dem Erreichen des Final Four im DHB-Pokal sind wir echt zufrieden und absteigen können wir auch nicht mehr. Wir können noch einen internationalen Startplatz schaffen. Das wäre schon cool.“

Weil du gerade das Final Four als Höhepunkt ansprichst: Bist du bis dahin wieder fit und wie schätzt du eure Chancen ein?

„Ich will bis dahin auf jeden Fall wieder dabei sein und das ist auch realistisch. Natürlich wollen wir das Halbfinale gegen Blomberg gewinnen. Wenn man dann im Finale steht, kann alles passieren.“

Was ist der BVB für ein Handball-Verein?

„Dortmund ist eine Fußballstadt. Andere Sachen werden da nicht so sehr geschätzt oder stehen nicht so in der Öffentlichkeit wie in Leipzig. Trotzdem ist es aber auch so, das zum Beispiel BVB-Präsident Reinhard Rauball ab und zu mal bei uns in der Halle ist. Wir Handballerinnen bekommen schon viel mit von dem Fußballhype.“

Müller gepackt vom BVB-Fußballhype

Kommst du dann in Dortmund kostenlos ins Fußballstadion?

„Ja, ich war diese Saison schon ein paar Mal da. Das ist natürlich der Hammer. Gegen Schalke, Bayern, Leverkusen und international gegen Tottenham bin ich dabei gewesen. Wenn jetzt der Klopp mit Liverpool kommt, werde ich mir das natürlich auch nicht entgehen lassen.“  

Wie schwer ist es dir nach so vielen Jahren in Leipzig gefallen, in eine neue Stadt zu gehen und eine andere Mannschaft?

„Es ist ein anderer Druck als in Leipzig. Hier ist er mehr auf meine Person bezogen als beim HCL, da galt er der ganzen Mannschaft. Aber das hat mich auch nicht so gestört. Von der Mannschaft bin ich super aufgenommen worden. Die Stadt ist im Vergleich zu Leipzig natürlich nicht so schön. Aber meine Familie ist nun in der Nähe und ich sehe sie alle sehr oft.“

Zurück zur Bundesliga. An der Spitze liefern sich vier Mannschaften einen engen Kampf um den Titel. Das gab es ja seit Jahren nicht... Wie schätzt du das aus der Ferne ein?

„Ich finde es sehr spannend. Auch, dass mit Metzingen und Bietigheim mal andere Mannschaften dabei sind. Ich kann wirklich nicht einschätzen, wer von den vier Teams am Ende oben steht. Alle haben ihre Stärken, aber auch schon gezeigt, dass sie gegen Gegner verlieren, bei denen man es nicht erwartet hat. In den letzten Jahren war es immer so, dass der THC keine Schwächephasen hatte. Das ist diesmal anders. Ich habe auch schon von allen vier Teams Spiele gesehen, aber keines hat mich immer 100 prozentig überzeugt.“

Wenn ihr noch gegen alle vier Spitzenteams spielt, könnte ihr entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft nehmen…

„Ja, das stimmt. Aber es wird nicht einfach für uns.“

Aber dem HCL drückst du aus alter Verbundenheit am meisten die Daumen für die Meisterschaft?     

„Klar.“

Geht es bei dir eigentlich nach der Saison weiter?

„Ich habe nächste Saison noch einen Vertrag in Dortmund und möchte den auch erfüllen.“

Interview: Anne Grimm

Die Partie zwischen dem HC Leipzig und Borussia Dortmund wird am Samstag bei LVZ-Online im Livestream sowie im Liveticker ab 15 Uhr übertragen.

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