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Nachfolger von Heine Jensen: Stefan Madsen wird neuer Trainer beim HC Leipzig

Nachfolger von Heine Jensen: Stefan Madsen wird neuer Trainer beim HC Leipzig

Leipzig. Stefan Madsen wird neuer Trainer des HC Leipzig. Der 34 Jahre alte Däne folgt damit Heine Jensen, der sich vom 1. Juli an ausschließlich seinem neuen Amt als deutscher Bundestrainer widmet.

Er erhält beim Frauen-Bundesligisten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014.

Etwas nervös blickte Stefan Madsen in die Runde der wartenden Journalisten, tippelte mit den Fingerkuppen auf vor ihm liegendem Papier herum und strich immer wieder mit der Hand über seinen Drei-Tage-Bart. Seine ersten Worte auf deutsch: „Ich bin sehr stolz hier Trainer zu sein und empfinde es als große Ehre.“

„Der HC Leipzig ist ein renommierter, europäischer Spitzenclub. Die Strukturen und auch die Mannschaft hier sind wirklich erstklassig“, sagte Madsen und betonte: „Die junge Mannschaft hat ein sehr großes Potenzial.“

Madsen will ab Juli an die Arbeit seines Vorgängers anknüpfen. „Ich kenne Heine gut, war mit ihm zusammen auf der Trainerakademie in Aalborg. Er hat hier in Leipzig eine erfolgreiche Truppe geformt“, erklärt Madsen. „Ich werde sicher häufig mit ihm telefonieren und mich mit ihm über die Spielerinnen austauschen.“

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Leipzig. Stefan Madsen wird neuer Trainer des HC Leipzig. Der 34 Jahre alte Däne folgt damit Heine Jensen, der sich vom 1. Juli an ausschließlich seinem neuen Amt als deutscher Bundestrainer widmet. Madsen war bis Sommer vergangenen Jahres als Co-Trainer der Männermannschaft von AaB Handbol aus Aalborg in der höchsten Spielklasse des Landes tätig. Anschließend trainierte er ein Frauenteam in der 3. Liga.

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Das Team empfängt Madsen mit offenen Armen. „Ich bin über Heine Jensens Abschied sehr traurig, freue mich jetzt aber auch auf die Zusammenarbeit mit Stefan Madsen. Mit dänischen Trainern haben wir schließlich immer viel Erfolg gehabt“, sagte Rückraumspielerin Anne Ulbricht.

Madsen, der bei seiner Vorstellung geduldig auf alle Fragen einging, – übrigens in durchaus verständlichem Deutsch – wird bis zum Sommer noch in seinem Beruf als Grundschullehrer für Mathe und Sport in Dänemark weiterarbeiten. „Ich werde das Schuljahr auf jeden Fall noch zu Ende bringen und mich dann auf meine neue Aufgabe konzentrieren“, so Madsen. Woher er so gut Deutsch spricht? „Ich bin im südlichen Dänemark aufgewachsen, dort haben wir auch deutsches Fernsehen empfangen.“

Der neue Cheftrainer war bis Sommer vergangenen Jahres als Co-Trainer der dänischen Männermannschaft von AB Handbol aus Aalborg in der höchsten Spielklasse des Landes tätig und wurde mit dem Team Meister. Außerdem betreute er dort das Juniorenteam. Nach finanziellen Schwierigkeiten im Verein zog sich Madsen zurück und arbeitete in seinem Beruf als Lehrer. Nebenbei leitete er noch das Frauen-Drittliga-Team von Aabybro HK.

Weitere Stationen in Madsens Trainerlaufbahn: Frederikshavn FOX, Aalborg DH (beide erste dänische Liga der Damen) und Aalborg HS (zweite dänische Liga der Damen).

Der Coach lebt mit der Handballerin Lene Jakobsen zusammen. Das Paar hat zwei Söhne. „Die beiden Jungs Oliver und Bertram sowie meine Frau werden im Januar nach Leipzig kommen. Es ist wichtig für mich, dass sich auch meine Familie hier wohlfühlt.“

Zunächst sollte Jakob Vestergaard vom Grit-Jurack-Klub aus Viborg den HCL übernehmen. Die Gespräche zwischen beiden Seiten waren bereits im Endstadium. Eine Einigung scheiterte schließlich an einer Doppelbesteuerung des künftigen Trainer-Einkommens. HCL-Manager Kay-Sven Hähner: „Wir hatten eine Liste mit Kandidaten, die unser Anforderungsprofil erfüllen. Zuerst hatten wir bei Vestergaard angefragt, als das dann nicht klappte, war Madsen unser nächster Kandidat.“ Die zweite Wahl soll Madsen aber nicht sein. „Unsere Liste hatte keine Rangordnung“, so Hähner.

Mit 34 Jahren wird er der jüngste Trainer der Bundesliga sein - was für Hähner jedoch kein Hindernis ist. Immerhin hatte auch Jensen keine großen Erfolge auf seiner Vita stehen. „Wer nach Leipzig kommt um Trainer zu sein, weiß um was es hier geht“, betonte Hähner. Wichtig sei vielmehr, dass die Philosophie weiter geführt wird, Ideen eingebracht werden und die Chemie stimmt.

Jensen, der bis zum Sommer in Doppelfunktion die HCL-Handballerinnen und die Nationalmannschaft betreuen wird, legte in seiner Leipziger Amtszeit besonderen Wert auf die Entwicklung und Integration der Nachwuchsspielerinnen. So führte er innerhalb kürzester Zeit die Talente Susann Müller (jetzt SK Århus) sowie Luisa Schulze vom HCL-Juniorteam bis in die Nationalmannschaft. Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit soll auch unter Neu-Trainer Madsen fortgeführt werden.

Dominik Bath/Anne Kunze

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