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Nathalie Augsburg zurück in Leipzig - "Sigurdsson wusste alles von uns"

Besuch beim HCL Nathalie Augsburg zurück in Leipzig - "Sigurdsson wusste alles von uns"

Bundestrainer Dagur Sigurdsson "wusste alles von uns", sagt Nathalie Augsburg. Am vergangenen Wochenende war die ehemalige Spielerin der Spreefüxxe zu Gast in Leipzig und sah sich das Spitzenspiel des HCL gegen den THC an.

Nathalie Augsburg noch im Trikot des HC Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Berlin. Die Hauptstadt war immer ihr Ziel. Daraus hatte Natalie Augsburg nie einen Hehl gemacht, dass es dann aber so schnell ging, überraschte schon. Die WM 2013 hatte sie noch als HCL-Angehörige bestritten, doch danach wechselte die Linksaußen in die zweite Liga zu den Berliner Spreefüxxen und trug wesentlich zu deren prompten Aufstieg bei. Die Spielerin mit der Rückennummer sieben war so plötzlich weg, dass Zerwürfnisse vermutet wurden. Sie will auch heute nicht darüber reden, winkt aber lachend und sagt im schönsten Berliner Dialekt: "Allet jut."

Im Sommer hat sie mit dem Handball aufgehört, arbeitet im Marketingbereich eines Berliner Start-up-Unternehmens und wirkt rundum zufrieden. Mit 32 Jahren hätte sie sicher noch eine Saison oder auch mehr dranhängen können, aber die 78-fache Nationalspielerin (129 Tore) suchte eine neue Herausforderung. Die Zeit in Leipzig - 2007 war die ehemalige Leichtathletin mit Ambitionen zum Mehrkampf aus Ketsch gekommen - sei wunderschön gewesen. "Vor allem sind natürlich die beiden Meisterschaften und der Pokalsieg in Erinnerung", verweist sie auf die Jahre 2009 und 2010 beziehungsweise 2008.

Keine Spionage für Berlin

Am Wochenende saß sie in der Arena Leipzig und sah sich die Partie gegen den THC an. Sie war nicht etwa als "Späherin" gekommen, um den Spreefüxxinnen Tipps für ihren Auftritt beim HCL zu geben. Das Kapitel hat sie abgeschlossen. Nicht aber den Besuch ihrer Freundinnen in Leipzig. Um die Übernachtung muss sich Natalie Augsburg keine Sorgen machen, zuletzt hatten Anne Schöne und Luisa Schulze sehr gerne Quartier geboten.

Natürlich hatte sie ihrer ehemaligen Mannschaft einen Sieg im Bundesliga-Spitzenspiel gewünscht. "Aber es scheint so, dass der HCL seinen hohen Führungen irgendwie nicht behaupten kann. Das war ja wohl auch schon in anderen Spielen der Fall." Und der THC dagegen sei nun mal eine Mannschaft, die sich von Rückständen nicht beeindrucken lasse. Die Berlinerinnen sieht sie natürlich als Außenseiter in Leipzig. Die Unterschiede zwischen beiden Mannschaften seien einfach zu groß.

Sigurdsson ist "immer ausgeglichen"

Der Frauenhandball habe es in Berlin schwer, Aufmerksamkeit zu bekommen. Etwa 500 Zuschauer kämen durchschnittlich zu den Spielen. Manchmal seien es ein paar mehr, wenn der Gegner seine Fans mitbringe. "Berlin hat so ein großes Angebot, nicht nur im Sport, da weiß man ja gar nicht, wofür man sich am Wochenende entscheiden soll." Die Füchse-Männer seien klar etabliert, das Interesse sehr groß. Natalie Augsburg hat Bundestrainer Dagur Sigurdsson kennengelernt, als er noch Füchse-Trainer war. Der Isländer sei genauso, wie er auch während des sensationellen EM-Verlaufs im Fernsehen wirkte: Immer ruhig, immer freundlich, immer ausgeglichen, nie hektisch. "Mir hat besonders imponiert, wie er uns zum Aufstieg in die Bundesliga gratulierte. Er kannte uns alle mit Namen, wusste eigentlich alles von uns. Er hat sich also wirklich für uns Handballerinnen interessiert. Das fand ich einfach Klasse."

Sie hat ihre Entscheidung für Berlin nicht bereut, fühlt sich in der Millionenmetropole pudelwohl. Bei ihren HCL-Besuchen fällt ihr jetzt mehr denn je auf, wie klein Leipzig vergleichsweise ist. "Man ist ja ganz schnell von einem Ende der Stadt am anderen." Das ist in Berlin schon anders - und Natalie Augsburg ist mittendrin.

Winfried Wächter

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