Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

HC Leipzig
Google+ Instagram YouTube
Neue Vorzeichen beim Derby: THC-Coach sieht Leipzig als Titelfavorit

Dauerrivale Neue Vorzeichen beim Derby: THC-Coach sieht Leipzig als Titelfavorit

Der Thüringer HC ist seit Jahren das Maß aller Dinge im deutschen Frauenhandball: Fünfmal hintereinander Meister und zweimal Pokalsieger. Zudem hat der THC seit 13 Duellen nicht im Derby gegen den HC Leipzig verloren. Doch in dieser Saison könnte sich das Blatt wenden.

„Mit der Leistung, die wir gerade bringen, haben wir gar nicht den Anspruch auf die Meisterschaft.“ - Herbert Müller (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Während der HC Leipzig wettbewerbsübergreifend 13 Partien in Serie gewann und an der Bundesliga-Spitze thront, kassierte der Tabellenzweite Thüringer HC zuletzt eine bittere Liga-Niederlage gegen Buxtehude und musste sich auch in der Champions League dreimal hintereinander geschlagen geben. „Wir schaffen es in dieser Saison nicht, die Big Points zu machen“, ärgert sich Erfolgscoach Herbert Müller und gesteht: „Mit der Leistung, die wir gerade bringen, haben wir gar nicht den Anspruch auf die Meisterschaft.“

Gleichzeitig erhöht der 53-Jährige den Druck auf den Dauerrivalen: „Es ist eindeutig so, dass die Favoritenrolle im Spitzenspiel bei Leipzig liegt. Für mich sind sie auch der Favorit auf den Titel.“ HCL-Coach Norman Rentsch sieht das etwas anders: „Ich mache diese Rolle nicht am Tabellenplatz fest. Für mich ist der THC mit fünf Meisterschaften in Folge immer noch der Favorit.“

Mit dem 36-jährigen Rentsch baut sich der HCL seit vergangener Saison ein Team für die Zukunft auf. Viele deutsche Nationalspielerinnen und jede Menge Talente stehen im Kader. Zudem gewann das Team im Sommer mit den beiden ehemaligen THC-Akteurinnen Shenia Minevskaja und Franziska Mietzner an Qualität im Rückraum dazu.

Rentsch baut vor allem auf die Breite seines Teams: „Die Unberechenbarkeit zeichnet uns aus.“ Obwohl Leipzig Spitzenreiter ist, gehört keine Spielerin zu den Top-Ten der Scorerliste, die Torerfolge sind auf vielen Schultern verteilt. „Die Stärke liegt in ihrer Eingespieltheit und einer Karolina Kudlacz, die für mich eine der herausragendsten Handballerinnen Europas ist“, meint Müller.

Dem gegenüber standen in dieser Spielzeit gleich acht Neuverpflichtungen im Kader des THC. „Sie haben momentan keinen typischen Shooter mehr aus dem Rückraum“, sagt Mietzner, die in den vergangenen zwei Jahren das Trikot des THC trug und meint: „Es gibt sicher viele, die am Stuhl des THC sägen wollen.“

Erschwerend kommt für Motivator Müller hinzu: Unter den Neuen ist nur eine deutschsprachige Handballerin. „Diese Saison steht uns auch die sprachliche Barriere im Weg“, sagt der THC-Coach, macht aber auch deutlich: „Wir werden bis zum Ende um die Meisterschaft kämpfen“. Immerhin empfängt der THC zum letzten Duell der Saison im Mai noch einmal die Messestädterinnen in eigener Halle.

Mit einem Sieg an diesem Samstag könnte Leipzig die Spitzenposition nach der Hälfte der Saison zunächst auf sechs Punkte ausbauen – allerdings hat der HCL eine Partie mehr auf dem Konto als der THC. Auch die Fans wissen die Brisanz des Ost-Derbys zu schätzen: 3900 Tickets sind bereits verkauft worden, 500 gibt es noch.

Anne Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News