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RB Leipzig will HCL unterstützen – Hähner mit Treffen im Rathaus "sehr zufrieden"

Schuldenberg beim Rekordmeister RB Leipzig will HCL unterstützen – Hähner mit Treffen im Rathaus "sehr zufrieden"

Der HC Leipzig muss 900.000 Euro Verbindlichkeiten zeitnah abtragen, sonst droht das Aus. Fans sollen helfen, können aber keine Spendenbelege erwarten. Unterdessen hat sich auch RB Leipzig gemeldet.

HCL-Manager Kay-Sven Hähner.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Nach Bekanntwerden des enormen Schuldenbergs beim Frauenhandball-Bundesligisten HC Leipzig mehren sich offenbar Signale aus der Fanszene, den Verein finanziell unterstützen zu wollen. Wie HCL-Manager Kay-Sven Hähner am Freitag gegenüber LVZ.de erklärte, gebe es bereits Feedback auf die gesendete Unterstützungsbitte. Laut Hähner waren bis Freitagabend rund 15.000 Euro auf dem Unterstützerkonto eingegangen. Zudem hat sich RB Leipzig gemeldet und will Trikots für den angeschlagenen Frauenhandball-Rekordmeister versteigern lassen.

Am Donnerstag hatte der HC Leipzig angesichts von 900.000 Euro Verbindlichkeiten, die zeitnah getilgt werden müssen, unter anderem seine Fans um Unterstützung gebeten. Für Irritationen sorgte dabei die Ankündigung, dass für Überweisungen keine Spendenbelege ausgestellt werden können – trotz gemeinnützigem HCL-Förderverein. Manager Hähner erklärte das Vorgehen am Freitag: „Unser Förderverein ist nur für die Nachwuchsarbeit da, Spenden dort helfen dem Nachwuchs, aber nicht uns als Bundesligisten.“ Denn im Gegensatz zum Dachverein HC Leipzig ist die verschuldete Bundesliga-Mannschaft eine ausgegliederte Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und nicht gemeinnützig. Spenden an den HCL-Dachverein oder an den Förderkreis können nicht für die Rettung der GmbH übernommen werden.

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick bei einem Spiel des HC Leipzig

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick bei einem Spiel des HC Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: Christian Modla

Kein Crowdfunding geplant – RB Leipzig versteigert Trikots

Gänzlich ohne Gegenwert oder Belege soll die Hilfe der Fans aber nicht bleiben, sagte Hähner. „Wer uns Geld überweist, wird natürlich in irgendeiner Form genannt werden. Wir denken auch über die Produktion von Unterstützer-T-Shirts nach. Aber die Sache steckt noch in den Anfängen. Wir gehen Schritt für Schritt.“ Spezielle Crowdfunding-Aktionen, wie sie andere Vereine bei fehlenden Finanzen häufig starten, will der HC Leipzig dagegen nicht angehen. „Wir hatten schon Anfragen von Crowdfunding-Portalen, aber wir wollen uns nicht verzetteln. Es gibt das Unterstützerkonto und dort kann man uns helfen“, so Hähner weiter.

Rückenwind erhält der HC Leipzig so zwar nicht durch Schwarmfinanzen, dafür aber vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig. Wie der Verein am Freitag bekannt gab, sollen getragene Trikots aus dem anstehenden Spiel bei Borussia Mönchengladbach zugunsten des Frauenhandball-Bundesligisten versteigert werden. Zudem wollen die Rasenballsportler in der kommenden Woche jeden Tag die Werbetrommel für den HCL rühren und beim nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 25. Februar innerhalb und außerhalb des Stadions Spendenboxen aufstellen lassen. „Ich würde mich freuen, wenn die Vielfalt der Sportstadt Leipzig erhalten bleibt. Ich war selbst schon bei einem Spiel des HCL und hoffe, dass sich von vielen Seiten Unterstützer finden lassen“, sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttel am Freitag

Treffen am Freitagnachmittag im Neuen Rathaus

Am Donnerstag hatte der Handball-Bundesligist seine finanzielle Schieflage erstmals öffentlich gemacht und um Rettung gebeten. Unter anderem haben die Verantwortlichen dabei auch die Kommune im Visier. Aus der Stadtverwaltung hieß es am Donnerstag allerdings auch, der HCL müsse erst einmal ein aussagekräftiges, schlüssiges und strukturiertes Sanierungskonzept vorlegen. Erst danach könnte über Hilfen nachgedacht werden, die in der Leipziger Ratsversammlung beschlossen werden müssen. Am 30. März muss der Bundesligist seine Lizenzunterlagen für die neue Saison abgegeben haben und darin nachweisen, wie bereits 500.000 Euro des Schuldenbergs abgetragen werden. Falls dies nicht plausibel gelingt, droht dem Verein der Lizenzentzug.

Am Freitagnachmittag kam Hähner im Neuen Rathaus zu einem mit Gespräch mit Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) zusammen. Auch zwei potenzielle neue Sponsoren sollten an dem Treffen teilnehmen. „Wir hatten ein gutes Gespräch und sind einen Schritt weitergekommen“, so Hähner am Abend gegenüber LVZ.de. „Beide Seiten haben ein gemeinsames Ziel und waren mit dem Treffen sehr zufrieden.“ Zu konkreten Ergebnissen wollte er sich aber nicht äußern.

Unterstützung für die Bundesliga-Frauen des HCL via: http://www.hc-leipzig.de

Unterstützung für den HCL-Nachwuchs über den Förderkreis: http://www.foerderkreis-hcleipzig.de/

Von Matthias Puppe / Anne Grimm / Lucas Grothe

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