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Stadt will HC Leipzig mit 300 .000 Euro aus der Krise helfen

Rettungspaket Stadt will HC Leipzig mit 300 .000 Euro aus der Krise helfen

Die Stadt will dem verschuldeten HCL finanziell unter die Arme greifen. 100.000 Euro als Darlehen und 200.000 Euro als Finanzspritze soll der Handball-Bundesligist erhalten, wenn der Stadtrat in der kommenden Woche grünes Licht gibt. Es bleiben aber offene Fragen.

Über einen Spendenaufruf versuchte der HCL, Schulden abzubauen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Im Kampf um die Rettung des finanziell angeschlagenen HC Leipzig ist der nächste (und womöglich vorletzte) Schritt gemacht: Die Fachausschüsse Sport und Finanzen der Stadt Leipzig haben den Antrag einer übergreifenden Stadtratsfraktion aus SPD, Grünen und Linkspartei weitgehend übernommen. Darin wird empfohlen, der HCL Bundesliga GmbH einen kommunalen Zuschuss von 300. 000 Euro zu gewähren. Am kommenden Mittwoch muss der Stadtrat darüber abstimmen. Da dieser von Rot-Rot-Grün dominiert wird, kann von einer Zustimmung ausgegangen werden – auch wenn mit einzelnen Abweichlern gerechnet wird.

Trotzdem gibt es für den HCL und seine GmbH eine neue Hürde: Denn die Fachausschüsse änderten den Antrag in einem entscheidenden Punkt. Von den 300 .000 Euro soll ein Drittel nur als Darlehen ausgezahlt werden, das bis Ende des Jahres an die Stadt zurückgezahlt werden muss.

1,3 Millionen Euro Schulden

Als Begründung für die kommunale Finanzspritze an den mit rund 1,3 Millionen Euro verschuldeten deutschen Rekordmeister heißt es unter anderem: „Der Leipziger Frauenhandball hat eine jahrzehntelange Tradition und es wäre im Jahr der Handball-Weltmeisterschaft ein schlechtes Zeichen an die Sportwelt, würde die Stadt den Verein nicht unterstützen. Wir hoffen, dass die schwierige Situation gemeistert wird und ein nachhaltiges Sanierungskonzept neben einer Entschuldung den Verbleib des HC Leipzig in der 1. Bundesliga sichert.“ Weiter heißt es: Fehler im Management und die Konkurrenz durch die anderen Ballsportarten in Leipzig hätten zu sinkenden Zuschauerzahlen und Sponsoringeinnahmen geführt. Eine Argumentation, die auch vom HCL selber kam.

Nicht alle Stadträte sind aus diesem Grund über den im Raum stehenden Zuschuss glücklich. Ansbert Maciejewski von der CDU etwa hatte vor der Bearbeitung durch die Fachausschüsse Fragen zur finanziellen Schieflage der Handballerinnen gestellt, die er nur unzureichend beantwortet sieht. „Die Antworten können Sie im Beschlussvorschlag lesen“, sagt er leicht süffisant. Denn dort wird eben nicht weiter auf die Fehler im Management eingegangen. Bei der Abstimmung am 17. Mai will Maciejewski gegen den Antrag votieren. „Nur wird es wohl leider nicht viel bringen“, meint der Stadtrat.

Christian Dittmar

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