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Tage der Wahrheit: So geht es weiter beim HCL

Schulden, Lizenz, Investoren Tage der Wahrheit: So geht es weiter beim HCL

Die kommenden zehn Tage entscheiden über die Zukunft des HC Leipzig. Bis zum 31. Mai muss der Verein sein Sanierungskonzept umsetzen – ansonsten droht der Lizenzentzug.

"Alles Gute für die Zukunft": Mit einem Spruchband verabschiedeten die Fans den HCL am Samstag in die Saisonpause. Ob und wie es im kommenden Jahr weitergeht, ist noch ungewiss.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Für den HC Leipzig entscheidet sich in den nächsten zehn Tagen, ob es eine Zukunft in der Handball-Bundesliga gibt. Bis zum 31. Mai muss der Verein sein Sanierungskonzept umsetzen – das heißt, eine Million Euro aufbringen. Sonst bekommt er weder eine Lizenz, noch die benötigten 200.000 Euro Zuschuss aus dem Leipzig Stadtrat.

Unter welcher Bedingung bekommt der HC Leipzig die Lizenz?

„Das Sanierungskonzept ist bis zum 31. Mai nachzuweisen. Bis dahin wollen wir Vollzug melden“, sagte Manager Kay-Sven Hähner nach dem letzten Bundesligaspiel, dem 33:27-Sieg am Samstag gegen Frisch Auf Göppingen. Das heißt, der Verein muss bis zu diesem Zeitpunkt eine Million Euro seiner 1,3 Millionen Euro Schulden aufbringen. Um diesen Betrag zu stemmen, gibt es laut Hähner folgenden Plan: 600.000 Euro sollen von privaten Investoren fließen. 300.000 Euro sind Gläubigerverzichte, 100.000 Euro kommen vom Unterstützerkonto, auf dem Geld gesammelt wurde. „Im Falle der Nichterfüllung erhält der Club keine Lizenz für die Bundesligen und könnte in der dritten Liga antreten“, teilte die Handball Bundesliga Frauen (HBF) mit.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt?

„Ein Restrisiko besteht immer“, sagt Hähner. Der Manager und seine Mitarbeiter kennen die Bedingungen der Stadt für einen Zuschuss sowie der HBF nach eigenen Angaben schon lange. Hähner arbeitet als Hauptverantwortlicher der Misere seit Monaten an einer Lösung. Aber: „Erst wenn das Geld auf dem Konto und es vollzogen ist, dann ist alles save“, meint der 46-Jährige. Wenn die eine Million zusammen kommt, gibt es nicht nur die Lizenz, sondern auch die 200.000 Euro vom Stadtrat.

Wird es Veränderungen geben, wenn die Rettung gelingt?

Zumindest gibt es dann neue Strukturen in der Bundesliga GmbH. Diese wird künftig zu 49 Prozent einer Gesellschaft Namens „Regionalsport Leipzig“ gehören, zur der die fünf Investoren gehören, die 600.000 Euro für die Rettung der Handballerinnen investieren wollen. Zudem soll ein Aufsichtsrat im Juni installiert werden, an den der Manager künftig berichten muss – bisher war er alleiniger Entscheider. Die Investoren aus der neuen Gesellschaft bekommen im Aufsichtsrat drei Sitze, dazu kommt ein Vertreter aus der Stadt und eine Person aus dem Verein.

Denkt der Manager über seinen Rücktritt nach?

„Ich habe meine Anteile daran, dass die Situation so ist, wie sie ist, aber es ist auch meine Aufgabe, das in die richtige Bahn zurück zu bringen. Wenn das Feld dann bestellt ist, macht es vielleicht auch Sinn, nach der langen Zeit.“ Wann der Punkt für einen Rücktritt erreicht wäre, wollte Hähner nicht genau festlegen.

Wie will sich der HC Leipzig für die neue Saison aufstellen?

Das Budget für die neue Saison ist im Sanierungskonzept mit 1,3 Millionen Euro ausgewiesen. Also nicht viel weniger, als in den vergangenen Jahren. „Bisher hatten wir 1,5 Millionen Euro. Unsere großen Partner haben alle gesagt, dass sie zu uns stehen“, begründet Hähner die Summe. Im Vergleich zu dieser Saison werden etwa 250.000 Euro Personalkosten gespart und etwa 150.000 Euro, weil die Mannschaft nicht international spielt, meint der Manager.

Mit welchem Kader soll es weiter gehen?

Sechs Spielerinnen, vor allem Leistungsträgerinnen, wurden am Samstag verabschiedet. Damit sind noch zehn, vor allem junge Handballerinnen, übrig. Drei Neue sollen verpflichtet werden, zwei weitere Nachwuchskräfte in den Kader rücken. „Es wird erstmal nur gegen den Abstieg gehen. Aber die Mädels sind darauf vorbereitet. Wir haben die Möglichkeit, wieder von vorne anzufangen“, sagt Trainer Norman Rentsch.

In welcher Halle würde der Bundesligist spielen?

Die Betreibergesellschaft der Arena Leipzig hatte zwar den Vertrag mit dem HCL wegen ausstehender Mietzahlungen zum 31. Mai gekündigt, doch laut Hähner habe es gute Gespräche für einen weiteren Verbleib gegeben. Neun Spiele sollen nächste Saison in der Arena, fünf in der deutlich kleineren Grube-Halle ausgetragen werden.

Wofür hat der HCL eine Strafe von der HBF in dieser Saison bekommen?

Die vier Punkte Abzug in dieser Saison hat der Verein wegen verspäteter Gehaltszahlungen bekommen. Einspruch gegen das Urteil will Hähner nicht einlegen – damit beendet das Team die Spielzeit als Siebter, sonst wäre es Sechster geworden. Das ist insofern egal, weil ein Start im internationalen Wettbewerb nicht im Sanierungskonzept des Vereins vorgesehen ist, um Kosten zu sparen.

Anne Grimm

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