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Trainer Dirk Leun scheiterte vor einem Jahr mit Buxtehude am EC-Gegner des HCL

Erinnerungen an ein Skandalspiel Trainer Dirk Leun scheiterte vor einem Jahr mit Buxtehude am EC-Gegner des HCL

Am Sonntag (15 Uhr, Arena) spielen die HCL-Handballerinnen im EHF-Pokal gegen das türkische Team Muratpasa Belediyesi. Im vergangenen Jahr sorgte Muratpasa mit dem Viertelfinalerfolg über den Buxtehuder SV für Aufsehen: Erinnerungen an ein Skandalspiel. Ein Interview mit BSV-Trainer Dirk Leun.

"Das war nicht sportlich, was im Rückspiel abgelaufen ist." - Dirk Leun. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Am Sonntag (15 Uhr, Arena) spielen die HCL-Handballerinnen im EHF-Pokal gegen das türkische Team Muratpasa Belediyesi. Im vergangenen Jahr sorgte Muratpasa mit dem Viertelfinalerfolg über den Buxtehuder SV für Aufsehen. Zwar gewann Buxtehude das Hinspiel 31:25, musste in Antalya jedoch eine 18:28-Niederlage einstecken. Für BSV-Trainer Dirk Leun war die Partie in Antalya ein Alptraum.

LVZ: Hat sich Leipzigs Trainer Norman Rentsch bei Ihnen gemeldet?

Leun: Wir haben uns während der WM getroffen und uns lange unterhalten. Er hat auch die Videos unserer Spiele gegen die Türkinnen bekommen.

Niemand hatte für möglich gehalten, dass eine Bundesligamannschaft gegen ein türkisches Team ausscheidet. Was war los?

Das war nicht sportlich, was im Rückspiel abgelaufen ist. Schon die Unterbringung war eine Katastrophe. Wir hätten uns beschweren können, aber wir Deutschen wollen ja nicht so pingelig sein. Doch das war eher eine Randerscheinung. Was während des Spieles passiert ist, hatte ich bis dahin  noch nie erlebt.

Erzählen Sie.

Während unserer Konter ging zweimal das Licht aus, angeblich sind Sicherungen rausgeflogen. Die Halogen-Scheinwerfer brauchten dann immer acht, neun Minuten bis zu vollen Helligkeit. Während des gesamten Spieles wurde vor meinem Gesicht mit Fahnen rumgewedelt, mehrfach sind Gegenstände in meine Richtung geflogen. Der Ball hatte Männergröße. Das war nur die Spitze des Eisbergs.

Wieso haben die Schiedsrichter das alles durchgehen lassen?

Das waren zwei junge bulgarische Sportkameraden, vielleicht 20 Jahre alt und völlig überfordert. Dass in einigen Ländern alle Möglichkeiten eingesetzt werden, um den Gegner zu verunsichern, wissen wir. Aber die Türken hatten die Grenze überschritten, das war nicht in Ordnung. Im Hinspiel sind sie von uns sehr gut behandelt worden.

Warum haben Sie nicht protestiert?

Wir hatten das erwogen, aber das ist es uns nicht wert gewesen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch die Chance, Meister zu werden und waren auch für die Pokalendrunde qualifiziert. Uns war auch klar, dass wir den EHF-Cup nicht gewinnen würden. Ich glaube auch nicht, dass ein Protest Erfolg gehabt hätte. Der hätte nur enorme Anstrengungen und Kosten bedeutet.

Gab es keine Konsequenzen dieses Skandalspiels?

Doch, die Halle wurde von der EHF für internationale Spiele gesperrt. Das Halbfinale gegen Holstebro fand woanders statt, die Däninnen haben klar gewonnen.

Was raten Sie den Leipzigern?

Sie sollten auf jeden Fall aufmerksam und vorsichtig sein. Wenn etwas ist, die Probleme sachlich und ruhig und vor allem sofort ansprechen. Wir hatten damals mit einem derart unsportlichen Verhalten nicht gerechnet und waren mit Sicherheit auch etwas naiv. Aber jetzt sind ja alle gewarnt.

Interview: Uwe Köster

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