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Trotz Tränen zum Saisonabschluss: HCL macht dem THC eine neue Kampfansage

Trotz Tränen zum Saisonabschluss: HCL macht dem THC eine neue Kampfansage

Er war tränenreich, der Saisonabschluss des HC Leipzig am Mittwochabend im Leutzscher Lindner Hotel. Drei Spielerinnen verlassen den Verein und besonders für Anne Ulbricht war der Abschied sehr emotional.

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Nora Reiche, Anne Ulbricht und Marlene Windisch (von links) wurden am Mittwoch offiziell vom HCL verabschiedet.

Quelle: Sebastian Brauner

Leipzig. „Bei mir liefen die Tränen schon, als ich mich ins Auto gesetzt habe“, gestand die 28-Jährige.

Dennoch: Vor den rund 200 Gästen des Vereins hielt sie sich mit einer emotionalen Rede tapfer. „Nach zwölf Jahren hat es nun mich erwischt, sonst standen immer die anderen hier“, sagte sie. Besonders die kleinen Dinge werden ihr fehlen: „Mit der Mannschaft Lieder von Michael Jackson, Roland Kaiser oder Hartmut Engler gemeinsam unter der Dusche grölen“, nannte die Rückraumspielerin ein Beispiel.

Emotional ist sie noch immer Spielerin des HCL. Am Ende hat aber nach zwei Kreuzbandrissen der Kopf gesiegt. Und das findet HCL-Manager Kay-Sven Hähner richtig. „Wenn sie auch weiter ihren kleinen Sohn im neuen Haus die Treppe hochtragen will, ist es Zeit Schluss zu machen“, meinte er. Anne Ulbricht will sich nach der sportlichen Laufbahn nun eine berufliche Karriere aufbauen, sondiert gerade mehrere Möglichkeiten. Fans und Sponsoren rief sie in die laue Sommernacht zu: „Macht‘s gut und vergesst mich nicht.“

Windisch wechselt nach Göppingen

Mit Nora Reiche-Hupel und Marlene Windisch entschieden sich zwei weitere Spielerinnen für die Zeit nach dem HCL. Reiche-Hupel (29) setzt künftig komplett auf ihren Marketing-Job und hat deshalb den Vertrag mit dem Verein im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst.

Einser-Abiturientin Marlene Windisch (19) verlässt Leipzig aus Studiengründen. „Eigentlich wollte ich mich für Medizin einschreiben, dann wäre mit Handball aber aus Zeitgründen Schluss gewesen“, sagte sie. Stattdessen hat sie sich nun für einen Kompromiss entschieden und der heißt Dualer Maschinenbau und lässt sich in Göppingen verwirklichen. Bei einem Sponsor der Erstliga-Männer beginnt die begeisterte Hochsee-Anglerin ihre viereinhalbjährige Ausbildung. Neben der Theorie muss sie aufwendige Praxisblöcke und einen Abschluss als Industriemechanikerin absolvieren. Nebenbei spielt sie weiter beim Göppinger Ligakonkurrenten der Leipzigerinnen Handball.

Oerneborg büffelt in der Sommerpause

Deutsch

Bei allem Abschiedsschmerz freut sich der HCL auch auf seine beiden Neuzugänge Susann Müller und Karolina Szwed Oerneborg. Trainer Thomas Oerneborg, der in der abgelaufenen Saison das Amt von Stefan Madsen übernahm, ist voller Zuversicht. „Wir haben viele Erfahrungen für die neue Saison gesammelt“, sagte der Coach. Müller werde sich schnell wieder in die Mannschaft integrieren. „Sie ist ja nicht wirklich neu hier“, so Oerneborg. Den Sommer nutzt er, um weiter intensiv Deutsch zu lernen. Schließlich hätten ihm seine dänischen Vorgänger mit auf dem Weg gegeben, dass Leipzig der beste Ort zum Arbeiten sei.

Kapitänin Katja Schülke richtete den Blick bereits auf die neue Saison. „Wir werden jetzt an kleinen Rädchen drehen und dann das Projekt Titel neu angehen“, kündigte die Torhüterin an. Diese Aussage von Schülke darf als deutliche Kampfansage an den Deutschen Meister vom Thüringer HC verstanden werden.

Matthias Roth

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