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„Wollen alles dafür tun, dass es beim THC zum Endspiel um Meisterschaft kommt“

Luisa Schulze „Wollen alles dafür tun, dass es beim THC zum Endspiel um Meisterschaft kommt“

Nach drei Wochen Reisestress mit HCL und Nationalmannschaft freut sich Luisa Schulze am Ostersamstag wieder auf ein Heimspiel. Gegen Borussia Dortmund zählt für die Kreisläuferin nur ein Sieg, damit die Chance auf die Meisterschaft bestehen bleibt.

Luisa Schulze jubelt nach einem Treffer beim 36:29-Erfolg Anfang März in Oldenburg.

Quelle: Sebastian Brauner

Leipzig. Ein Auswärtsspiel hätte sie jetzt wirklich nicht gebraucht. Fast drei Wochen war Luisa Schulze unterwegs, hat mit ihrem HCL am 6. März in Oldenburg gewonnen, danach die EM-Qualifikation gegen Frankreich bestritten (zweimal verloren) und zuletzt beim Turnier im Norwegen den dritten Platz belegt. Seit Montag ist sie wieder zu Hause und freut sich, dass am Sonnabend in der heimischen Arena Borussia Dortmund der Gegner ist.

Nicht, weil die Aufgabe etwa besonders leicht wäre. Einfach deshalb, weil sie aus Plagwitz auch mit dem Fahrrad zum Spiel fahren könnte. Den schönen Weg durch den Park nimmt die HCL-Kreisläuferin oft, wenn es zum Training geht. Gegen Dortmund geht es um zwei Punkte, die der Gastgeber unbedingt holen will. "Wir wollen alles dafür tun, dass es am letzten Bundesliga-Spieltag beim THC zu einem echten Endspiel um die Meisterschaft kommt und sollten daher bis dahin möglichst nicht mehr verlieren", beschreibt die 25-Jährige das große Ziel.

Gegen Dortmund muss also ein Sieg her, und der ist keineswegs Formsache. Der Kontrahent ist gut besetzt, Torhüterin Clara Woltering ist eine der besten deutschen Torhüterinnen, und Rechtsaußen Stella Kramer war in Norwegen dabei. Über die Fernwurf-Qualitäten von Nadja Nadgornaja müsse auch nicht lange geredet werden, findet Schulze. Die kenne schließlich jeder. Anne Müller, ihre einstige Weggefährtin beim HCL, fällt wegen einer Verletzung aus. "Das kann gut für uns sein denn Anne macht immer viel Betrieb, hat uns auch im Hinspiel das Leben schwer gemacht, als sie in der Endphase einige Siebenmeter herausholte und wir knapp 25:23 gewannen."

Alleinkämpfer am Kreis

Überhaupt Anne Müller. Im letzten Sommer hat sie in Leipzig ihre Zelte abgebrochen und sich bis dahin die Position am Kreis mit Schulze geteilt. "Wir haben uns sehr gut ergänzt, es gab daher auch wesentlich mehr Pausen für mich." In dieser Spielzeit hat "Schmu" die Aufgabe am Kreis nahezu allein zu bewältigen, ist auch noch in der zentralen Abwehr gefordert. "Vorne will man unbedingt in die sich bietende Lücke, hinten alles versuchen, dass sich keine Lücke bietet", beschreibt sie ihre wichtige Doppelfunktion. Das kostet Kraft, in der Deckung mitunter mehr als im Angriff, auch wenn der Torschütze oft mehr im Mittelpunkt steht.

"Aber ich bekomme schon zu hören, wenn ich hinten etwas falsch gemacht habe", sagt Schulze und lacht. Einer ihrer "Kritiker" ist ihr Freund Rico Balzer, Fußballer bei der SG Rot-Weiß Thalheim (Innenverteidiger) und Trainer der U13 beim 1. FC Magdeburg. Er hat zentrales Abwehrverhalten gewissermaßen im Blut, sein Vater Dirk Stahmann hielt einst die FCM-Abwehr zusammen und bestritt 49 Länderspiele. Schulze hat es bislang auf 48 gebracht und bedauert natürlich, dass das olympische Turnier im Sommer in Rio ohne die deutsche Nationalmannschaft stattfindet. "Jetzt in Norwegen kam das noch einmal hoch", gesteht die Sportstudentin mit der Fachrichtung Gesundheit und Rehabilitation. "Auch weil an diesem Wochenende die Qualifikationsspiele stattfanden, über die wir natürlich auch gesprochen haben. Und weil wir eben auf Brasilien trafen und gewannen.

Ohne Verletzungen im Endspurt

In Norwegen wurde nach den neuen Regeln gespielt, die mit den Olympischen Spielen in Kraft treten. Also darf unter anderem der Ball nach dem angezeigten Zeitspiel nur noch sechsmal weitergespielt werden, muss der siebte Feldspieler nicht mehr durch ein gelbes Leibchen gekennzeichnet sein und hat ein verletzter Spieler nach seiner Behandlung auf dem Feld drei Angriffe seiner Mannschaft zu pausieren. Die Auswirkungen der ersten beiden Regeln habe sie nur wenig wahrgenommen. Allerdings seien die Physiotherapeuten wesentlich weniger als sonst auf dem Feld zu sehen gewesen. "Die brasilianische Kreisläuferin reagierte zum Beispiel richtig sauer, als sie auf dem Feld behandelt wurde. Sie wollte weiterspielen und durfte zunächst nicht."

Am Sonnabend gegen Dortmund wird noch nach den alten Regeln gespielt. Und Luisa Schulze hofft, dass die Physios trotzdem nicht oft auf dem Feld zu sehen sind. "Verletzungen oder gar Ausfälle können wir wirklich nicht gebrauchen." Der HCL hat schließlich noch einiges vor.

Winfried Wächter

Die Partie zwischen dem HC Leipzig und Borussia Dortmund wird am Samstag bei LVZ-Online im Livestream sowie im Liveticker ab 15 Uhr übertragen.

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