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HC Leipzig muss Sieg teuer bezahlen - Minevskaja fehlt lange

Europäische Bühne HC Leipzig muss Sieg teuer bezahlen - Minevskaja fehlt lange

Der Sieg gegen Astrachan war wichtig fürs Gemüt – für das Weiterkommen in der Champions League reicht er wahrscheinlich nicht. Und: Shenia Minevskaja hat sich verletzt und fehlt wochenlang.

Fällt wochenlang aus: Shenia Minevskaja.

Quelle: Sebastian Brauner

Leipzig. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging der HC Leipzig am Sonntag nach dem 30:27 (14:14)-Erfolg gegen den russischen Meister Astrachan in der Arena Leipzig vom Parkett. Denn nach dem ersten Sieg in der Königsklasse besteht noch die Chance auf das Weiterkommen in die Hauptrunde – hätten die Leipzigerinnen allerdings ein Tor mehr erzielt, wäre der Einzug so gut wie perfekt gewesen. Die Rechnung: Astrachan gewann das Hinspiel 27:24 – der HCL das Rückspiel 30:27 – aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore liegen die Russinnen im direkten Duell um Platz drei in der Gruppe also vorn.

Überragend: Anne Hubinger.

Überragend: Anne Hubinger.

Quelle: Sebastian Brauner

Nur ein fast unmöglicher Punktgewinn am kommenden Samstag gegen den Favoriten Vardar Skopje (das Hinspiel in Mazedonien ging 41:24 verloren) kann dem HCL nun noch weiter helfen. „Wenn man es realistisch sieht, ist es schwer, gegen Skopje irgendetwas zu holen“, sagte die beste HCL-Torschützin Anne Hubinger, die mit neun Treffern am Sonntag herausragte.  

EHF-Cup als neue Chance

HCL-Trainer Norman Rentsch steht dem EHF-Cup, in den der HCL als Gruppenletzter gehen würde, allerdings ganz positiv gegenüber: „Das wäre für uns ein neuer Wettbewerb, den wir als Chance nutzen können“, sagte der 36-Jährige. Denn im DHB-Pokal ist Leipzig schon ausgeschieden und auch in der Bundesliga mit fünf Minuspunkten bereits ein Stück von der Tabellenspitze entfernt.

Zum ersten CL-Sieg meinte der Coach: „Ich freue mich sehr, weil wir momentan mit einer etwas älteren A-Jugend spielen.“ Neben Nele Reimer, Luisa Sturm und Joanna Rode warf am Sonntag auch die erst 16-jährige Julia Weise ihr erstes Tor in der Königsklasse.

Der HCL ging wieder stark geschwächt in die Partie, denn neben den drei Langzeitverletzten fehlte erneut Kapitänin Karolina Kudlacz-Gloc mit Rückenproblemen. Trotzdem ging der Gastgeber nach sieben Minuten beim 4:3 erstmals in Führung.  Nach einer Viertelstunde war das Polster auf drei Tore angewachsen. Doch die Gäste aus Russland, die nicht gerade zimperlich spielten, nutzten die Lücken in der HCL-Abwehr und glichen bis zur Pause wieder aus. HCL-Coach Rentsch tobte an der Seitenlinie, war aufgebracht über die einseitigen Entscheidungen der Schiedsrichter.

Nächste Hiobsbotschaft: Minevskaja verletzt

Die Leipziger Handball-Legende Grit Jurack, die in ihrer Funktion als Botschafterin für die Europameisterschaft im Dezember in Schweden zu Gast war, sagte in der Pause: „Ich bin hoffnungsvoll für die zweite Halbzeit.“ Die Ex-HCL-Spielerin sollte zunächst Recht behalten. Bis zur 40. Minute zog ihr ehemaliger Club auf 21:18 davon. Eine Auszeit der Gäste brachte das Rentsch-Team jedoch aus dem Tritt - beim 21:22 lag Leipzig wieder hinten.

„Die haben uns ordentlich auf die Fresse gehauen, vielleicht waren wir hinten zu wenig aggressiv“, meinte Saskia Lang, die eine dicke Lippe und Schmerzen im Kiefer davontrug. Schlimmer erwischte es in der letzten Minute Shenia Minevskaja: Die Spielmacherin musste von den Ärzten auf einer Liege vom Feld getragen werden – erste Diagnose ausgekugelter Mittelfinger und eine offene Wunde. Sie muss zwar nicht operiert werden, fällt aber sechs bis acht Wochen aus.

Spitzenreiter kommt am Mittwoch

Dabei war zwei Minuten vor Schluss bei der 29:25-Führung der Vier-Tore-Sieg drin gewesen. Aber die Gäste trafen noch zweimal und die starke Hubinger knallte die letzte Chance an den Pfosten – der Ärger war aber nur von kurzer Dauer. „Es war einfach schön mal wieder zu gewinnen und sich nach den Rückschlägen in der zweiten Halbzeit wieder zurück zu kämpfen. Wir brauchen das Selbstvertrauen auch für Mittwoch“, sagte die Nationalspielerin.

Am Buß- und Betttag tritt zwischen den zwei schweren Spielen in der Königsklasse niemand geringeres als der bisher ungeschlagene Tabellenführer aus Bietigheim in der Arena an. „Egal in welcher Besetzung wir spielen, wird werden bestimmt nicht schon vor dem Anpfiff kapitulieren“, kündigte Lang an.

Anne Grimm

 

Statistik:

HCL: Mazzucco 2, Einarsdottir, Kramarczyk, Hubinger 9, Lang 8, Reimer 5, Kurzke, Roth, Minevskaja 3, Sturm 1, Rode, Weise 1, Kreibich

Zeitstrafen: HCL: 3 Astrachan: 5

Siebenmeter: HCL: 6/5 Astrachan: 5/5

Zuschauer: 1490

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