Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

HC Leipzig
Google+ Instagram YouTube
HC Leipzig verpasst Einzug ins Europapokal-Halbfinale

Niederlage gegen Metzingen HC Leipzig verpasst Einzug ins Europapokal-Halbfinale

Wie schon das Hinspiel war auch das zweite EC-Viertelfinal-Match des HC Leipzig eine knappe Entscheidung. Bis zum Schlusspfiff hat das Team von Trainer Norman Rentsch gekämpft – musste sich dem TuS Metzingen dennoch mit 25:27 (10:12) geschlagen geben.

Hart gekämpft: Die Mannschaft des HC Leipzig hat den Einzug ins EC-Viertelfinale knapp verpasst.

Quelle: Sebastian Brauner

Dessau. In der einen Ecke der Anhalt-Arena zelebrieren die Tussies aus Metzingen mit ihren 100 mitgereisten Fans das berühmte „Humba Täterä“, in der anderen umarmen sich die HCL-Mädels, Tränen fließen. Auch wer keine Sekunde des Rückspiels im EHF-Cup-Viertelfinale Leipzig gegen Metzingen gesehen hat, weiß sofort, was los ist. Mit 25:27 (10:12) verliert der HCL vor der enttäuschenden Kulisse von nur 1581 Zuschauern nach dem 24:25 vor einer Woche auch das Rückspiel. Bedeutet das Aus im Europapokal und das Ende des zarten Traums, mal wieder ein EC-Finale zu erreichen.

Natürlich ist die Stimmung im HCL-Lager am Boden. Manager Kay-Sven Hähner, kreidebleich, findet als erster Worte, spricht von einer „Wahnsinns-Chance, die wir hatten“, nennt das Ausscheiden „echt bitter“. Seiner Analyse „Metzingen hat gespielt, was sie können, wir nicht“ kann niemand widersprechen. Trainer Norman Rentsch sagt zu seinen Gemütszustand „ich bin sehr enttäuscht“ und zählt das Sündenregister seines Teams auf: „Wir haben klare Torchancen nicht genutzt und uns zu viele technische Fehler geleistet. Was wir heute gezeigt haben war ungenügend.“ Einzelkritik übt Rentsch nie, sagt aber, lediglich eine Spielerin hätte sich in Normalform präsentiert.

Nach einer denkbar knappen Niederlage gegen den TuS Metzingen vor gut einer Woche hat der HC Leipzig auch das Viertelfinal-Rückspiel verloren und so den Einzug ins Europapokal-Halbfinale verpasst.

Zur Bildergalerie

Gemeint ist Katja Kramarzcyk. Die Torhüterin hält mit tollen Reflexen ihr Team im Spiel und die Hoffnungen auf ein gutes Ende lange am Leben. Das 1:0 mal ausgenommen gelingt den Leipzigerinnen im gesamten Match aber nur einmal (!) eine Führung. Beim 7:6 in der 17. Minute ist der HCL zum ersten (und einzigen) Mal theoretisch im Halbfinale, ganze 100 Sekunden lang. Denn Metzingen ist hellwach, lässt sich nicht beeindrucken, schafft bis zur Pause wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung. Doch noch ist Hoffnung, noch sind 30 Minuten Zeit, das Blatt zu wenden.

Halbzeit zwei läuft nach folgendem Muster: Der HCL kämpft sich heran, schafft ein paar Mal Anschlusstreffer oder Ausgleich, doch nie die Führung. Das Match kippt nicht, weil sich die „Tussies“ keine Schwächephasen und die Leipzigerinnen unfassbare Abspielfehler leisten oder klarste Chancen nicht nutzen. Es ist wie im berühmten Murmeltier-Film.

Als es dreieinhalb Minuten vor Schluss 23:27 steht, ist die Entscheidung gefallen. Dass just da die sonst so sichere Siebenmeter-Schützin Shenia Minevskaja ihren ersten Strafwurf nicht unterbringt, passt ins Bild. Endstand 25:27, „Humba Täterä“ hier, Tränen da.

„Wir hatten keine Phase, wo wir unser Tempospiel einsetzen konnten, wir hatten überhaupt keinen Spielfluss“, sagt Katja Kramarczyk, die den Auftritt ihrer Mannschaft „kraft- und ratlos“ nennt. Ratlos wirkt auch Luisa Schulze, gestern eine der wenigen Lichtblicke. „Ich verstehe nicht, warum das schiefgegangen ist“, meint die Nationalspielerin. „Waren wir zu unclever, waren wir ausgelaugt? Wir haben die Big Points nicht gemacht. Wir haben nicht hundert Prozent unserer Leistung gezeigt, da kannst du nicht gewinnen.“

Metzingens Star Anna Loerper, die Handballerin des Jahres, muss bei der Frage, warum ihr Team nun drei Spiele in Folge gegen den HCL gewonnen hat, nicht lange überlegen. „Leipzig hat gute Spielerinnen, wir haben das geschlossenere Team und den größeren Siegeswillen.“ Der hat dem HCL nach den Punktverlusten in der Bundesliga und dem Europapokal-Aus einen schwarzen Februar beschert.

HC Leipzig: Kramarczyk, Kurzke (zwei 7-m); Mazzucco 1, Mietzner, Schulze 6, Kudlacz-Gloc 2, Hubinger 5, Reimer, Lang 6, Minevskaja 5/4.

Metzingen: Stockhorst, Kubasta 1, Loerper 5, Loseth 7, Großmann 2, Weigel 1, Beddies 2, Temes 6/5, Behnke 3.

Zuschauer: 1581. Siebenmeter: 5/4:7/5. Strafen: 8:8 Minuten. Stationen: 2:4/5., 6:6/15., 10:12/30., 14:14/35., 16:20/45., 19:20/47., 20:23/51., 22:25/54.

Uwe Köster

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte