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Klare Niederlage gegen Podgorica: HC Leipzig der in Champions League ausgeschieden

Klare Niederlage gegen Podgorica: HC Leipzig der in Champions League ausgeschieden

Die Überraschung ist ausgeblieben. Der HC Leipzig musste in der Champions League zu Hause eine herbe Niederlage einstecken. Gegen den Vorjahresfinalisten Buducnost Podgorica verlor die Mannschaft von Trainer Norman Rentsch am Sonnabend vor 1691 Zuschauern mit 19:32 (6:15).

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Die Leipzigerinnen mussten auch im Rückspiel gegen die Favorittinnen aus Podgorica eine deutliche Niederlage einstecken.

Leipzig.  Die Leipzigerinnen sind damit ausgeschieden. Der Thüringer HC holte am Sonntag beim 30:30 in Wologograd einen Punkt und hat nun drei Punkte Vorsprung auf den HCL. Am letzten Spieltag treffen dann die beiden deutschen Vertreter im direkten Duell aufeinander.

„Wir hatten heute zuviel Respekt und sind nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen“, sagte HCL-Trainer Norman Rentsch. Dabei wollte er mutig spielen lassen. Zumindest in den ersten zehn Minuten machte das seine Mannschaft auch und beeindruckte die Gäste aus Montenegro mit einer bissigen Abwehr und einer bestens aufgelegten Katja Schülke im Tor. Das Problem: Im Angriff lief überhaupt nichts zusammen. Technische Fehler am Fließband brachten den HCL in der ersten Hälfte schnell ins Hintertreffen. „Das darf auf diesem Spielniveau nicht passieren“, so der Coach.

Hinzu kam der von Dragana Cvijic organisierte Abwehrblock des Meisters aus Montenegro: Über die Mitte waren die Leipzigerinnen nahezu chancenlos. Das lag auch an Cvijic selbst, die mit 95 Kilo bei 1,85 Meter Körpergröße wie ein Fels in der Deckung stand und ordentlich zulangte. „Das grenzt schon an Brutalität, wenn die Schiedsrichter das aber zulassen, ist es erlaubt“, so HCL-Manager Kay-Sven Hähner. Vor allem Luisa Schulze bekam am Kreis immer wieder die Wucht der Gästeabwehr zu spüren. „Die spielen megahart, das hat mit Handball nicht viel zu tun“, meinte Schulze. Kapitän Katja Schülke hat dann auch einen positiven Aspekt aus dem Spiel gezogen: „Das beste war noch, dass sich niemand verletzt hat.“ Dennoch: Hähner will die körperbetonte Spielweise der Gäste nicht als Ausrede für die Pleite gelten lassen und erkannte an, dass Podgorica einfach eine Klasse besser ist. „Wir hätten heute auch mit 25 Toren Unterschied verlieren können“, sagte er.

Trainer Rentsch reagierte schon in der Anfangsphase, nahm nach zehn Minuten eine Auszeit. Mehr Tempo wollte der Coach von seinen Mädels sehen. Podgorica sollte so zu Lücken gezwungen werden. Der Titelfavorit ließ sich aber nicht locken und spulte sein Programm herunter. Zur Pause leuchteten gerade sechs Tore für den deutschen Rekordmeister auf der Anzeigetafel, nach 40 Minuten war es beim Stand von 7:23 nur ein Tor mehr. „Das haben wir auch immer gesehen und konnten es selbst nicht glauben“, gab Schulze zu. In der Schlussviertelstunde, als die zweite Reihe von Buducnost auf dem Parkett stand, kam der HCL zu weiteren Treffern.

Zumindest ein Duell gewannen die Gastgeberinnen knapp. Karolina Kudlacz, vor dem Spiel mit 68 Toren beste Torschützin in der Champions League, verteidigte gegen Christina Neagu (bisher 66 Treffer) ihre Position. Zwar besserte die Rumänin im Dienst von Podgorica ihr Konto um neun Tore auf, Kudlacz brachte den Ball aber selbst auch neunmal im Gehäuse der deutschen Nationalkeeperin Clara Woltering unter.

Der HC Leipzig kann sich nun auf die Bundesliga konzentrieren. Nach dem verletzungsbedingten Saisonaus von Nationalspielerin Saskia Lang wird eine Aufholjagd in Richtung Spitzenduo Buxtehude und THC nicht einfacherer. „Wir wollen den dritten Platz als Minimum erreichen“, zeigte sich Schulze schon nach dem Abpfiff wieder kampfbereit. Norman Rentsch mochte das gar nicht so genau formulieren. „Wir müssen unsere jungen Spielerinnen weiterentwickeln“, gab er jetzt als wichtigste Aufgabe aus.

HC Leipzig: Schülke, Roth - Mazzucco 1, Atladottir, Müller, Hertlein 1, Schulze 1, Kudlacz 9/2, Hubinger 1, Diehl 1, Reimer 4, Ioneac 1, Urbicht, Rösicke

Podgorica: Woltering, Zderic - Petrovic 4, Neagu 9/2, Nikolic, Dalby 1, Rajcic, Bulatovic 3/1, Ramusovic 1, Cvijic 4, Mehmedovic 3, Despotovic, Pavicevic 1, Byzdra 2/1, Knezevic 4

Siebenmeter: HCL 4/2 - Podgorica 7/5

Zeitstrafen: HCL 2, Podgorica 5

Zuschauer: 1691

Matthias Roth

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