Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

HC Leipzig
Google+ Instagram YouTube
Krimi mit Verlängerung und Siebenmeterwerfen: HC Leipzig schafft Champions-League-Einzug

Krimi mit Verlängerung und Siebenmeterwerfen: HC Leipzig schafft Champions-League-Einzug

Leipzig. Der Traum von der Champions League ist am Sonntag für den HC Leipzig Realität geworden. In der Messehalle eins bezwang das Team von Trainer Norman Rentsch vor 2171 Zuschauern den ungarischen Vizemeister FTC Budapest in einem hochklassigen Handball-Krimi mit 39:38 (14:15; 28:28; 34:34).

Die Entscheidung fiel erst nach Verlängerung und Siebenmeterwerfen.

 

Die Fans tobten, die HCL-Spielerinnen lagen sich mitten auf dem Parkett in den Armen. Dieses Spiel war an Dramatik einfach nicht zu überbieten. Obwohl der HCL in der regulären Spielzeit sowie in der anschließenden Verlängerung nur ein einziges Mal führte, machte er den Einzug in die Königsklasse perfekt. Trainer Rentsch brauchte einige Sekunden, um die Fassung wieder zu finden, sagte dann: „Meine Mannschaft hat unheimliche Moral bewiesen. Das ist einfach ein riesen Ding.“ Maura Visser erklärte: „So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt.“

 

Budapest legte nach dem Abpfiff allerdings Protest ein. Die Ungarinnen beanstandeten das Freiwurf-Tor von Karolina Kudlacz in der letzten Sekunde der Verlängerung. Ihrer Meinung nach überquerte der Ball erst nach dem Schluss-Signal die Linie. Ob dieser Einspruch vom Europäischen Handballverband behandelt wird, war am späten Sonntagabend noch unklar.  

 

Doch der Reihe nach: Der ungarische Vizemeister ging von Beginn an in Führung. Leipzig hatte es im Angriff gegen die robuste Budapester Abwehr schwer, ließ aber nicht locker. Beim 6:10-Rückstand in der 17. Minute nahm Rentsch die erste Auszeit. Vor allem die ungarische Nationalspielerin Zsuzsanna Tomori machte dem HCL das Leben richtig schwer.

Das Hinterherlaufen kostete viel Kraft, doch der HCL zeigte immer wieder Charakter. Alexandra Mazzucco schnürte einen Doppelpack und traf in der 28. Minute zur 14:13 Führung. Es war die erste und einzige bis zum Siebenmeterwerfen.

Einen heißen Kampf boten sich beide Teams auch in der zweiten Halbzeit. Eine Fackel aus 15 Metern brachte den Gästen einen Drei-Tore-Vorsprung. Bezeichnend für den HCL – er gab an diesem Tag nie auf. In der 41. Minute traf Kudlacz zum 21:22 Anschluss und gleich darauf zum 22:22 Ausgleich. Budapest nahm eine Auszeit. Beim 23:24 knickte die bis dato überragende Helena Hertlein um. Das brachte den HCL aus dem Gleichgewicht, Leipzig geriet mit 23:26 ins Hintertreffen. Das Rentsch-Team kam wieder auf 26:26 heran. Es war ein Auf und Ab der Gefühle.

Auch das Ende war nichts für schwache Nerven. In der 57. Minute prangte ein 28:28 auf der Anzeigetafel, das blieb auch so. Die Verlängerung von zweimal fünf Minuten musste entscheiden. Dort geriet Leipzig gleich ins Hintertreffen und lag nach der ersten Halbzeit mit 30:32 zurück. In Unterzahl wurde der HCL wieder wach, erzielte gleich zwei Tore zum 32:33 Anschluss. Die letzten Sekunden waren an Dramatik kaum zu überbieten. Die Uhr lief einfach weiter, es gab große Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Der letzte Freiwurf landete mit der Sirene zum 34:34 im Budapester Kasten.

In einem dramatischen Siebenmeterwerfen hielt Katja Schülke den vierten Wurfversuch von Budapest, während Maura Visser den entscheidenden fünften Treffer zum 39:38 versenkte. Bitter bei aller Freude: Helena Hertlein verletzte sich. Die Diagnose steht noch aus.

 

Dem HC Leipzig ist zum zweiten Mal in Folge über das Qualifikations-Turnier der Einzug in die Champions League gelungen. In der Gruppe A der Königsklasse messen sich die Handballerinen ab Mitte Oktober nun mit Krim Ljubljana (Slowenien), Dinamo Wolgograd (Russland) und Hypo Niederösterreich (Österreich).

 

Statistik:

 

HCL: Kudlacz 10, Müller 3, Hertlein 5, Mazzucco 4, Visser 8, Schulze 4, Reimer, Hubinger,5 Ioneac, Rösike, Roth, Schülke, Urbicht

 

Budapest: Cifra, Faluvegi, Kovacsciz 3, Lukacs, Meszaros 1, Pappne Szamoransky 3, Pena Abaurrea 5, Redei-Soos 1, Steinbach 5, Szarka 1, Szikora, Szucsanszki 6, Tomasevic, Tomori 9, Toth, Verten 4

 

Siebenmeter: HCL: 2/2  Budapest: 4/4

 

Zuschauer: 2171

Anne Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte