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Letztes Champions-League-Spiel: HC Leipzig ist gegen Skopje ohne Chance

Frauen-Handball Letztes Champions-League-Spiel: HC Leipzig ist gegen Skopje ohne Chance

Im letzten Champions-League-Duell der Saison ist der HC Leipzig gegen Skopje untergegangen. Vor nichtmal 900 Zuschauern unterlag das Team von Trainer Norman Rentsch mit 22:45 (9:22) Toren. Auch die Liste der Kranken und Verletzten ist wieder länger geworden.

Als erfahrenste unter den verbliebenen Spielerin musste Kapitän Katja Kramarczyk viel Verantwortung übernehmen. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Letztes Champions-League-Match der Saison, HC Leipzig gegen Vardar Skopje, der Gruppenletzte empfängt den Gruppenersten. Das Team aus Mazedonien will die Champions League gewinnen, das aus Sachsen "sich anständig verabschieden", wie es sich Coach Norman Rentsch wünschte. Übersetzt heißt das: nur nicht untergehen. Nur 889 Zuschauer - Saison-Minusrekord - wollen den ungleichen Kampf sehen. Beim 22:45 (9:22) ist der HCL tatsächlich chancenlos.

Das Duell wird noch ungleicher, als vor Anpfiff die Mitteilung kommt, dass neben den Verletzten (Karolina Kudlacz-Gloc, Tamara Bösch, Franziska Mietzner, Michelle Urbicht) nun auch noch Saskia Lang wegen eines Magen-Darm-Infekts ausfällt. Ein mit Katja Kramarczyk, Alexandra Mazzucco und Anne Hubinger "aufgepepptes" Juniorteam muss es also gegen die Überfliegerinnen vom Balkan richten. Es gibt entspanntere Nachmittagsbeschäftigungen.

Die Underdogs beginnen furios. 4:2 führt Leipzig nach fünf Minuten, zwei Treffer (am Ende drei) steuert Emily Theilig bei. Die Schülerin ist erst 16 Jahre alt und mit ihrer Jugend, ihrem Talent und ihrer unbekümmerten Spielweise das Gesicht der HCL-Zukunft. Und natürlich auch der aktuellen Misere. Denn dass die im internationalen Sport noch unerfahrenen Jugenspielerinnen den Favoritinnen gefährlich werden könnten, war freilich niemals zu erwarten. Nach einer Auszeit beginnt das anfangs etwas zu lässige Imperium zurückzuschlagen. Aus dem 4:2 (5.) wird in zehn Minuten ein 5:8 (15.), und dann nehmen die Dinge ihren Lauf. Die Leipzigerinnen haben in der Offensive keine Mittel, die Würfe sind schweach, unplatziert und ungefährlich. Skopje dagegen macht vorne kurzen Prozess und klinkt ein ums andere Mal humorlos ein. Das eine oder andere Traumtor ist auch zu sehen. 9:22 heißt es zur Pause. Zwei Zahlen zur Angriffseffektivität verdeutlichen den Klassenunterschied: Leipzig 27 Prozent, Skopje 69 Prozent. Die 16-jährige Newcomerin Julia Weise sagte nach der Partie: "Es war sehr aufregend, ich habe mich über die vielen Einsatzzeiten gefreut. Ich hatte vorher noch nie Siebenmeter geworfen. Dass ich jetzt alle drei verwandelt habe ist natürlich toll."
 
Halbzeit zwei lief nach dem Muster: Jeder HCL-Treffer wird euphorisch gefeiert, Halensprecher Roman Knoblauch zählt verzweifelt die Minuten herunter, mehr als 40 Gegentreffer in eigener Halle sollten es nicht unbedingt werden. Die werden es noch, weil die jungen HCL-Mädels zwar im Angriff tapfer ihre Chancen suchen und auch teilweise nutzen, in der Abwehr dagegen doch große Schwächen offenbaren. Bei der Schlusssirene heißt es 22:45. "Das Ergebnis ist natürlich extrem hoch", so Norman Rentsch nach dem Abpfiff. "Wir haben zu viele einfache Tore bekommen, und am Ende hatten wir auch keine Kraft mehr. Aber angesichts unserer Situation haben die Mädels einen sehr guten Job gemacht."

Fazit: Für den HC Leipzig war die Champions League in dieser Saison eine Nummer zu groß. Dass die Leipzigerinnen zuletzt unter mit Verletzungspech gehandicapt waren, hat eine Rolle gespielt. Aber auch die Verletzungen hatten mit der Chempions League zu tun: Für das kräftezehrende Programm mit Bundesliga, DHB-Pokal und Europacup ist der Kader eindeutig zu klein. Im Januar geht's im EHF-Cup weiter. Es wird nicht einfacher für den HC Leipzig.

HCL: Kramarczyk, Plöger, Roth; Mazzucco, Einarsdottir , Hubinger 4, Reimer 5 Sturm 4, Rode 1, Weise 5/3, Theilig 3.

Schiedsrichter: Brunovsky/Canda (Slowakei)

Zuschauer: 889.

Siebenmeter: 5/4:4/4
Strafen: 6:6 Minuten

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