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Spitzenspiel vor 4389 Fans: THC versetzt dem HCL einen Dämpfer im Titelrennen

Handball-Bundesliga Spitzenspiel vor 4389 Fans: THC versetzt dem HCL einen Dämpfer im Titelrennen

Der Thüringer HC bleibt der Angstgegner des HC Leipzig: Trotz einer starken Anfangsphase brachen die Blau-Gelben in der zweiten Halbzeit ein. Nach 13 Siegen am Stück ist damit auch eine Erfolgsserie gerissen.

Anne Hubinger (r.) im Spitzenduell HC Leipzig gegen Thüringer HC.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der HC Leipzig hat im Kampf um die deutsche Meisterschaft gegen den Thüringer HC eine empfindliche Niederlage kassiert und bleibt seit mehr als drei Jahren gegen den Dauerrivalen sieglos. In der mit 4389 Zuschauern ausverkauften Arena Leipzig unterlag das Team von Trainer Norman Rentsch am Samstag im Ost-Derby dem Titelverteidiger mit 30:34 (13:11). Allerdings haben die Leipzigerinnen bereits eine Partie mehr absolviert als der THC und bleiben dadurch Spitzenreiter.

Im Top-Duell der Handball-Damen musste sich der HCL letztlich dem THC geschlagen geben. Dabei starteten die Leipzigerinnen stark in die Partie. Doch die Seriensieger aus Thüringen konnten sich herankämpfen. Auch eine Aufholjagd zum Schluss konnte das Ergebnis nicht mehr zu Gunsten der Gastgeber drehen. (Bilder: Christian Modla)

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„Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass mit Blick auf die Meisterschaft nichts passiert, egal wie es ausgeht“, sagte ein sichtlich geknickter HCL-Coach und monierte: „Wir haben nicht immer den Kopf oben behalten.“ Sein Gegenüber Herbert Müller wirkte erleichtert: „Es war heute schwierig schön. Und wir waren endlich wieder der THC, wie ich ihn kenne. Mit großem Siegeswillen.“
 
HCL mit 5:0-Blitzstart
 
Alles war angerichtet für das Prestige-Duell: Die Halle war so voll wie lange nicht. Und es begann mit einem gewohnten Bild im Ost-Derby – der THC nahm Spielmacherin Karolina Kudlacz-Gloc sofort in die kurze Deckung und damit im Angriff aus dem Spiel. Kein Problem für den HCL: Nach acht Minuten stand eine 5:0-Führung zu Buche. Auch weil die Deckung aggressiv zupackte und die nach ihrer Grippe wieder genesene Keeperin Katja Kramarczyk ihren Kasten vernagelte. Meistertrainer Müller reagierte mit einer Auszeit.
 
Dem THC fehlte es ohne die verletzte Eliza Buceschi an Durchschlagskraft im Rückraum. Das erste Tor erzielten die Gäste in der neunten Minute. Leipzig agierte hingegen variabel im Rückraum. Ein Leckerbissen in der ersten Viertelstunde: Kudlacz-Gloc mit einem Traumtor aus 30 Metern ins leere THC-Tor zum 7:2.
 
Im DHB-Pokal-Halbfinale erneut gegen den THC?
 
Doch nach der Einwechslung der 1,86 Meter großen Crina Pintea im THC-Innenblock bekam Leipzig Probleme mit der Chancenverwertung aus dem Rückraum. Rentsch nahm beim 9:6 und fünf Minuten ohne Torerfolg seine erste Auszeit. Raffinessen waren bis zur Pause nicht mehr zu sehen, das Polster schrumpfte auf zwei Treffer zusammen.
 
In der Halbzeit loste RB-Coach Ralf Rangnick die Ansetzungen für das Final Four im DHB-Pokal am 20./21. Mai in der Arena Leipzig aus. Ein glückliches Händchen aus Leipziger Sicht hatte er nicht gerade: Der HCL empfängt den Sieger des noch ausstehenden Viertelfinals zwischen Oldenburg und dem THC. Borussia Dortmund duelliert sich mit der HSG Blomberg-Lippe. Rangnick sagte mit Blick auf die zweite Halbzeit: „Ich hoffe, dass ich dem HCL heute mal wieder Glück bringe, in letzter Zeit hat das nicht so gut geklappt, wenn ich da war. Aber bisher sieht es ja ganz gut aus.“
 
7. THC-Feldspielerin lässt HCL verzweifeln
 
Nach der Pause legte Kapitän Kudlacz-Gloc erneut mit einem sehenswerten Treffer über das komplette Spielfeld los, weil dem THC der Wechsel zwischen siebenter Feldspielerin und Torhüterin nicht schnell genug gelang. Doch in Unterzahl kassierte Leipzig vier schnelle Tore und lag beim 14:15 erstmals zurück.
Der HCL produzierte jetzt zu viele technische Fehler und kassierte einige Konter. Zudem übernahm im Angriff niemand die Verantwortung. Hinten bekam der Gastgeber keine Hand mehr an den Ball, war mit dem taktischen Mittel der siebenten Feldspielerin überfordert und kassierte unglaubliche elf Gegentreffer in elf Minuten: 17:22. „Mit so einer Abwehr und so vielen Gegentoren gewinnt man kein Spitzenspiel“, sagte eine sichtlich gezeichnete Kapitänin Kramarczyk.
 
Bis zur 50. Minute kämpfte sich das Rentsch-Team wieder auf 24:27 heran und saß dem THC anderthalb Minuten vor Schluss beim 30:31 im Nacken. Doch als Meike Schmelzer das 30:32 erzielte, war die Niederlage besiegelt. Nach dem Abpfiff ärgerte sich Nationalspielerin Saskia Lang: „Heute lag es nur an uns. Wenn wir das Tempo der ersten Minuten halten, können wir den THC mit zehn Toren aus der Halle hauen."
 
Statistik:

HCL: Kramarczyk, Kurzke, Roth, Mazzucco 1, Hertlein 1, Mietzner, Schulze 3, Kludlacz-Gloc 9, Hubinger 5, Lang 5, Diehl, Reimer, Minevskaja 6, Kamann, Urbicht
THC: Krause, Eckerle, Satrapova, Reshetnikova, Scheffknecht, Pintea 2, Schmelzer 5, Snelder 2, Luzumova 10, Engel 1, Blase, Huber 12, Wohlbold 2, Deroin

Siebenmeter: HCL: 7/7 THC: 5/5
Zeitstrafen: HCL: 3 THC: 4
Zuschauer: 4389

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