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Susann Müller kehrt nach Leipzig zurück: HCL bezwingt Champions-League-Sieger Györ

Susann Müller kehrt nach Leipzig zurück: HCL bezwingt Champions-League-Sieger Györ

Leipzig. Der finale Test vor dem Saisonstart war für die Handballerinnen des HC Leipzig ein ganz besonderer: Györ, Champions-League-Sieger der letzten zwei Jahre, gastierte am Donnerstagabend in der Arena.

Das Team vom neuen Trainer Norman Rentsch siegte überraschend und dank eines beherzten Auftritts mit 26:23 (13:12). Die Partie gehörte zur Ablöse-Vereinbarung zwischen HCL-Manager Kay-Sven Hähner und dem ungarischen Topclub beim Wechsel von Nationalspielerin Susann Müller.

Györ gilt als stärkstes Team der Welt, hatte seit einem Jahr kein Spiel mehr verloren und mit einem Etat von rund fünf Millionen Euro wohl das größte Budget aller Frauen-Handballvereine weltweit. Als ob die Aufgabe nicht schon schwer genug gewesen wäre, verletzte sich Kapitänin Karolina Kudlacz am Donnerstag an der rechten Wurfhand. Trotzdem spielte sich die Kämpfernatur mit ein, warf mit links, weil sie unbedingt dabei sein wollte. Doch HCL-Coach Rentsch ließ sie auf der Bank sitzen, zu groß war die Gefahr, zu nah ist das erste Punktspiel am 7. September in Buxtehude.

Leipzig schlug sich auch ohne die polnische Nationalspielerin beachtlich. Luisa Schulze, sonst gelernte Kreisläuferin, half im Rückraum aus. Maura Visser erzielte die ersten zwei Treffer und die Führung gab Leipzig auch nicht so schnell wieder aus der Hand. Erst in der 25. Minute gingen die Ungarinnen beim 10:9 erstmals in Front. „Dafür, dass wir gerade einmal zwei Rückraumspielerinnen im Kader hatten, war das schon eine beachtliche Leistung“, sagte Keeperin Katja Schülke.

Obwohl Trainer Rentsch im Vorfeld betont hatte, dass Schülke nach ihrer Babypause noch nicht wieder bei 100 Prozent ist, zeigte sich die Torhüterin in überragender Form. Allein in der ersten Halbzeit vereitelte sie drei Siebenmeter, zwang Györ zu vielen Fehlwürfen und parierte unzählige 100-prozentige Chancen des Gegners. „Sie hat heute sehr, sehr gut gehalten und uns den entsprechenden Rückhalt gegeben“, sagte der HCL-Trainer und ergänzte: „Aber die anderen Spielerinnen haben in der Abwehr auch ihre Leistung gebracht.“ 

Der Champions-League-Sieger lief zwar fast mit seiner kompletten Garde und Weltklasse-Handballerinnen wie Anita Görbicz und Eduarda Amorim auf, der HCL hielt aber auch in Halbzeit zwei weiter dagegen. Die Starbesetzung ließ nur selten ihr Können aufblitzen, Leipziger war hingegen hoch motiviert. 16:15, 19:17 und 21:18 hießen die Stationen. Susann Müller erzielte an ihrer alten Wirkungsstätte gerade einmal vier Treffer. „Natürlich hätte ich lieber gewonnen, aber wir konnten unsere Leistung nicht abrufen. Wir haben sechs neue Spielerinnen, außerdem sind wir heute früh 3.30 Uhr aufgestanden. Das macht schon was aus“, sagte Nationalspielerin Müller.

Die rund 1000 Zuschauer konnten auch am Ende jubeln, über einen couragierten Auftritt ihres Teams und einen unverhofften Sieg. Für den HCL war das Duell zudem ein wichtige Einstimmung auf die Qualifikation für die Champions League. Der deutsche Vizemeister will den Heimvorteil am 20./21. September nutzen und sich zunächst im Halbfinale gegen den weißrussischen Meister BNTU Minsk und danach im Finale gegen den Sieger der Partie FTC Budapest und Sercodac Dalfsen durchsetzen. Der Vorverkauf für das Turnier in der Messehalle 1 hat am Donnerstag begonnen.

 

HCL:

Schülke, Roth, Visser 7/4, Mazzucco 3, Müller 1, Hertlein 4, Schulze 5, Lang 6, Diehl, Kudlacz, Ioneac, Rösike

 

Györ

: Herr, Grubisic, Sen 1, Müller 4/3, Korsos, Görbicz 3, Kovacsics, Macarena 2, Eduarda 8, Szimonetta, Orban 2, Szepesi, Vesna, Hornyak 2, Bognar-Bodi 1

 

Siebenmeter:

HCL: 6/5 Györ: 6/3

 

Zuschauer:

1047 

Anne Grimm

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