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HC Leipzig
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THC-Trauma hält an – Kapitänin Kramarczyk: „Brauche erstmal drei Schnaps“

Verpasste Meisterschaft des HCL THC-Trauma hält an – Kapitänin Kramarczyk: „Brauche erstmal drei Schnaps“

Alle Jahre wieder: Dem HC Leipzig versagen in den Partien gegen den Thüringer HC die Nerven. Deshalb wurde das herbeigesehnte Meisterschaftsfinale am Ende zum Trauerspiel.   

Enttäuschung bei den HCL-Spielerinnen nach der Niederlage bim THC.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Kurz nach dem Abpfiff stand Kapitänin Katja Kramarczyk noch als einzige HCL-Spielerin mit Tränen in den Augen auf dem Parkett und musste Fragen zur erneuten Pleite beim Thüringer HC beantworten. Ihre Stimme war im Meisterschaftsjubel der Salza-Halle kaum zu hören. Aber ihr Gesicht war von tiefer Enttäuschung und dem Frust des verpassten Titeltriumphs gezeichnet. „Ich brauche jetzt erstmal drei Schnaps“, sagte die HCL-Torhüterin. Ihre Analyse zur deutlichen Pleite beim Serienmeister: „Wir haben weder vorne noch hinten zu unserem Spiel gefunden. Mit der THC-Abwehr hatten wir einfach zu große Probleme.“

Der Knackpunkt des nur in der ersten Halbzeit spannenden Endspiels um die Meisterschaft: Der Beginn des zweiten Durchgangs, als Leipzig drei schnelle Tore in Folge kassierte und beim 11:16-Rückstand sofort wieder den Kopf hängen ließ. „Wir haben die Treffer zu einfach gefressen“, ärgerte sich Trainer Norman Rentsch, der auch noch lange nach der frustrierenden Pleite nach passenden Worten suchte. „Wir waren im Angriff nicht konsequent genug und hatten kein gutes Kreisläuferspiel. Pfingsten ist gelaufen“, sagte der 36-Jährige. Am Ende hieß es 20:31.

„Die Jetzt-Erst-Recht-Mentalität muss kommen“

Fassungslos stand auch Manager Kay-Sven Hähner im Trubel der Thüringer Feierlichkeiten. „Das war nicht der HCL, wie wir ihn kennen. Wenn wir unsere Leistung bringen und verlieren ist das okay, aber nicht so. Klar ist das auch eine Kopfsache.“ Doch wer soll dieses THC-Trauma ohne Sieg aus den vergangenen dreieinhalb Jahren stoppen? Wo war der vom HCL angekündigte Titelhunger? THC-Kapitän Kerstin Wohlbold formuliert die Erfolgsformel ganz einfach: „Finals spielt man nicht, die gewinnt man. Wir wollten es bis aufs Blut. Wir haben nicht die bessere Mannschaft, sondern den größeren Willen.“

Zur Frustbewältigung bleibt dem HCL nicht lange Zeit. Bereits am Freitag treffen die beiden Ost-Clubs im Pokal-Halbfinale in Leipzig erneut aufeinander. „Wenn wir Revanche nehmen wollen, müssen wir uns steigern“, sagt Hähner. Doch bei dem Unterschied von elf Toren im Meisterschaftsfinale fällt es schwer sich vorzustellen, wie der HCL am kommenden Freitag den Bock umstoßen will. „Die Jetzt-Erst-Recht-Mentalität muss kommen. Aber nun überwiegt erstmal die Trauer“, so der Manager.

Am Sonntag gilt es Wunden lecken, die bittere Pille zu schlucken. Auch die sechste Spielzeit in Folge bleibt ohne Meistertitel unvollendet. Bereits am Montag beginnt die Vorbereitung auf den letzten Höhepunkt der Saison in eigener Halle. „Dann geht es wieder von Null los“, sagt Luisa Schulze. Die Kreisläuferin fordert: „Wir müssen das Gute aus der ersten Halbzeit mitnehmen und die Zweite vergessen. Wichtig ist, den Kopf frei zu bekommen.“ Auf einen müden THC kann der HCL wohl nicht hoffen. Thüringens Kapitänin Wohlbold powerte noch vor dem anstehenden Feiermarathon Richtung HCL und Pokalhalbfinale: „Leipzig macht euch gefasst, wir kommen.“

Anne Grimm

Leipzig 51.339695 12.373075
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