Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Titelverteidigung futsch: HC Leipzig scheidet nach Krimi im Viertelfinale des DHB-Pokals aus

Titelverteidigung futsch: HC Leipzig scheidet nach Krimi im Viertelfinale des DHB-Pokals aus

Leipzig. Der Traum von der Titelverteidigung im DHB-Pokal ist geplatzt. Am Samstag unterlag der HC Leipzig im Viertelfinale dem VfL Oldenburg mit 28:29 (17:9).

Die Partie in der Ernst-Grube-Halle sah 30 Minuten nach einer klaren Angelegenheit aus, dann kippte das Spiel. Die Enttäuschung war groß, viele Tränen flossen. Erfolgreichste Torschützin war Luisa Schulze mit zehn Treffern.      

 

Noch Minuten nach der Partie stand Kay-Sven Hähner völlig fassungslos da: „Ich finde keine Wort dafür, wie man so ein Spiel noch verlieren kann. Es ist heftig, eine 17:10-Führung abzugeben. Die Mädels haben sich selbst einer tollen Chance beraubt.“ Damit meinte der HCL-Manager das Final Four, das er gerne wieder in Leipzig ausgerichtet hätte.

 

In der ersten Halbzeit wie im Rausch  

 

Der VfL nahm HCL-Kapitän Karolina Kudlacz sofort mit einer direkten Deckung aus dem Spiel. Die polnische Nationalspielerin scheiterte beim ersten Siebenmeter, doch Luisa Schulze war im zweiten Anlauf erfolgreicher und traf zum 1:1. In der Defensive packten die Gäste ordentlich zu – bereits nach vier Minuten gab es den dritten Strafwurf für die Blau-Gelben.  

 

Die gute Abwehr und eine überragende Torhüterin Katja Schülke ermöglichten erfolgreiche Tempogegenstöße und nach sieben Minuten eine 5:2-Führung. Das Spiel blieb schnell, aggressiv und kurzweilig. Leipzig setzte sich auf 7:3 ab – Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki nahm die erste Auszeit.

 

Nach 20 Minuten war der Abstand auf 12:6 angewachsen – vor allem Kreisläuferin Schulze nutzte fast jede Chance und verbuchte zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Treffer. Nationalkeeperin Schülke erwischte einen Sahne-Tag, nagelte ihr Tor quasi zu. Oldenburg wurde im Angriff immer unsicherer. Beim 14:7 nahm der VfL seine zweite Auszeit, doch Leipzig blieb konzentriert und führte zur Pause verdient mit 17:9.

 

„In der Auszeit ist in der Kabine viel Kritik gefallen. Aber wir haben uns vorgenommen, nochmal den besten Handball zu zeigen. Das ist uns super gelungen und Leipzig war ganz schön geschockt“, sagte Oldenburgs beste Torschützin Angie Geschke.     

 

Ohne Angriffspower in Halbzeit zwei

 

In Halbzeit zwei erwischten die Gäste den besseren Start. Zweimal Unterzahl sowie eine magere Torausbeute des HCL ließen Oldenburg bis zur 42. Minute auf 20:17 heran kommen. Vor allem im Angriff funktionierte beim amtierenden Pokalsieger nicht mehr viel. Als die Führung in der 48. Minute nur noch zwei Tore betrug, nahm Norman Rentsch die Auszeit. „Wir müssen uns Gedanken darüber machen, warum wir die Spannung und Aggressivität nicht mehr aufrechterhalten konnten. Ich dachte, dass wir schon stabiler geworden sind und einen Vorsprung von acht Toren nicht hergeben“ sagte der HCL-Trainer.     

 

Als es in der engen Phase bei den jungen Spielerinnen nicht mehr so rund lief, zeigte die erfahrene Kudlacz ihre Qualität und erzielte die wichtigen Tore. Die Partie war nun völlig offen, beim 26:27 lag Leipzig das zweite Mal überhaupt zurück. Beim 28:28 war noch eine Minute zu spielen. Oldenburg bekam den Siebenmeter, der Ball sprang an den Pfosten, von dort in die Hände von Angie Geschke, die zum 29:28 für den VfL verwandelte.

 

18 Sekunden vor Abpfiff nahm Rentsch erneut eine Auszeit. Michelle Urbicht kam als siebente Feldspielerin, doch es blieb bei der knappen Niederlage. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Faden verloren, nach vorne nicht mehr konsequent genug gespielt. Die Enttäuschung ist sehr groß. Damit müssen wir jetzt irgendwie umgehen können“, sagte HCL-Kreisläuferin Anne Müller.     

 

Statistik:

HCL: Schülke, Roth, Mazzucco 4, Müller, Hertlein 2, Schulze 10/6, Kudlacz 6, Hubinger 5, Diehl, Reimer, Ioneac, Urbicht 1, Rösike

VfL: Renner, Wester, Schnack 3, Meyer 3, Deters, Birke 5, Müller 5, Wenzl 4, Svendsen, Salberg, Schirmer, Geschke 8, Hartstock 1, Otto

7-Meter: HCL: 8/6 VfL: 5/2

Anne Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte