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Zu spät gekämpft: Pokalsieger HC Leipzig verliert gegen Meister THC

Bundesliga-Derby Zu spät gekämpft: Pokalsieger HC Leipzig verliert gegen Meister THC

Das Prestigeduell am Sonntag ging nach einer spannenden zweiten Halbzeit an die Gäste aus Thüringen. Viel wichtiger ist beim HC Leipzig derzeit allerdings die Frage: Wie geht es mit dem verschuldeten Verein weiter?

Shenia Minewskaja - noch Leistungsträgerin beim HCL, in der kommenden Saison wieder zuück bei den Tussies Metzingen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die Aufholjagd nach der Pause kam zu spät: Der Pokalsieger HC Leipzig hat am Sonntag im mitteldeutschen Derby gegen den Meister Thüringer HC mit 27:31 (10:17) verloren. „Kompliment an die junge Leipziger Mannschaft. Was sie trotz den Problemen ringsherum für eine Leistung bringt verdient Respekt“, sagte THC-Coach Herbert Müller.
 
Der HCL rutscht nach der sechsten Niederlage auf Bundesligarang fünf. Der THC verteidigt den zweiten Tabellenplatz und liegt weiter mit vier Punkten hinter dem ungeschlagenen Spitzenreiter SG BBM Bietigheim.
 
Einst füllte das Spiel zwischen dem HCL und dem THC die komplette Arena Leipzig. Immerhin waren am Sonntag 2692 Fans gekommen, so viele wie noch nie in dieser Saison. Es war vom Papier her auch ein Spitzenspiel: Zweiter gegen Vierter. Spannung kam allerdings erst im zweiten Durchgang auf.
 
Schlechte Chancenverwertung

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Eine starke Abwehr und Keeperin Nele Kurzke hielten den HCL zu Beginn noch in der Partie, aber im Angriff fehlte dem Gastgeber die Treffsicherheit. Nach zehn Minuten lag das Rentsch-Team 2:6 zurück.

Pokalsieger gegen Deutscher Meister, das war die Ausgangslage beim Derby HC Leipzig gegen THC. Doch der HCL musste in dieser Saison Federn lassen, mehrere Leistungsträgerinnen verließen den Verein. (Bilder: Christian Modla)

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Der Coach nahm eine Auszeit. Doch es blieb dabei: Leipzig nutzte seine Chancen im Angriff nicht, verbuchte nach einer Viertelstunde erst drei Treffer. Zudem kassierte der HCL immer wieder Konter – 4:10. Bis zur Pause betrug die Hypothek sieben Tore.
 
Trainer Rentsch meinte: „In der Halbzeit habe ich den Mädels gesagt, dass der THC mit dem Kopf schon im Bus sitzt. Kompliment, wie wir noch einmal zurückgekommen sind.“ Der HCL kämpfte sich bis zur 46. Minute auf 22:24 heran. Mehr war gegen den deutlich stärker besetzten und mit Nationalspielerinnen gespickten Kader des THC allerdings nicht drin.
 
Hähner bei Lizenz „sehr optimistisch“

Das Ergebnis ist momentan auch eher nebensächlich. Schließlich ist weiter unklar, ob es nicht das letzte mitteldeutsche Derby für lange Zeit war. Bis kommenden Freitag müssen die Lizenzunterlagen abgegeben werden. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir den Antrag abgeben werden“, sagte Manager Kay-Sven Hähner. Details, woher der Optimismus kommt, wollte er nicht nennen – Transparenz sieht anders aus.
 
Der mit 900 000 Euro verschuldete HCL wollte nur für die kommende Bundesligasaison melden, wenn bis dahin trotz finanzieller Schieflage eine Perspektive gegeben ist. Ein Sanierungskonzept liegt seit anderthalb Wochen im Rathaus. Ob die Stadt hilft, ist bisher unklar. Eine offizielle Stellungnahme steht noch aus. THC-Trainer Herbert Müller sagte: „Natürlich hoffen wir, dass der HCL in der Bundesliga bleibt. Es wäre schade für die Liga.“ Manager Maik Schenk bemerkte aber auch: „In Leipzig müssen die Verantwortlichen für ihre Fehler gerade stehen.“
 

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