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Bundesligisten wollen Geld vom HSV - Wer zahlt Schaden?

Handball Bundesligisten wollen Geld vom HSV - Wer zahlt Schaden?

Die verpassten Spieleinnahmen durch den Ausfall des HSV schmerzen die Handball-Bundesligisten. Erhalten sie Entschädigung vom insolventen HSV? Muss gar der Amateurverein für das wirtschaftliche Chaos bei den Profis einstehen?

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Pascal Hens hat noch keinen neuen Verein gefunden.

Quelle: Christian Charisius

Hamburg. Nach dem Rückzug des Rivalen HSV Hamburg haben die Teams in der Handball-Bundesliga endlich Klarheit, auf den wirtschaftlichen Folgen bleiben sie vermutlich aber sitzen.

Vereine wie die SG Flensburg-Handewitt oder die Rhein-Neckar Löwen, die bereits Karten für die geplatzten Heimspiele gegen die Hamburger verkauft haben, ringen um Lösungen. Bei der insolventen Spielbetriebsgesellschaft des HSV gibt es aber derzeit kaum liquide Mittel. Insolvenzverwalter Gideon Böhm hat beim Amtsgericht "Masseunzulänglichkeit angezeigt", wie es im Juristen-Deutsch heißt.

Die Flensburger schreiben die Ticketinhaber an. Der Tabellendritte der Bundesliga hat knapp 6400 Karten für das ausfallende Auftaktspiel nach der EM-Pause gegen den HSV am 10. Februar in der heimischen Arena abgesetzt und die Einnahmen für den laufenden Betrieb fest eingeplant. "Wir appellieren an die Solidarität der Fans, gemeinsam mit der Situation fertig zu werden, um finanziellen und sportlichen Schaden abzuwenden. Ich glaube daran, dass die SG und ihre Fans zusammenstehen", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Die Löwen bitten ihre Anhänger, die gekauften Tageskarten für die Partie an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückzugeben. Der Kaufpreis wird dann erstattet. Einen Ersatz gibt es für Dauerkarteninhaber: Sie erhalten kostenfreien Zugang zum DHB-Pokalspiel im Viertelfinale gegen die MT Melsungen am 24. Februar.

Die geschädigten Vereine prüfen weiter Klagen gegen den HSV. "Natürlich wollen wir Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn wir Aussichten auf Erfolg haben", sagte Schmäschke. Zu den Leidtragenden gehört vor allem Zweitligist GWD Minden, der eigentlich nicht aus der Bundesliga abgestiegen wäre, wenn sich der HSV im vergangenen Frühjahr nicht die Lizenz erschlichen hätte.

Möglich, dass im Zuge des Insolvenzverfahrens und der Klagewelle gar der HSV e.V., der für den Amateur-Handball zuständig ist, in Regress genommen wird. Er ist zwar nicht für die Spielbetriebsgesellschaft der Profis zuständig, wohl aber Lizenznehmer für die Bundesliga. Inwieweit das komplizierte Vertragswerk zwischen HBL, eingetragenen Vereinen und Tochtergesellschaften juristische Verquickungen und damit Verantwortlichkeiten offenbart, müssen Anwälte klären.

Der HSV e.V. unterhält das U23-Team, das von der Oberliga in diesem Jahr in die 3. Liga aufsteigen soll. Finanzielle Forderungen gegen den Trägerverein könnten im ungünstigsten Fall das Aus auch dieser Mannschaft bedeuten. Verschont bliebe der HSV e.V., sollte die Zusatzvereinbarung von Ex-Präsident Andreas Rudolph mit dem HSV als unrechtmäßig und damit unwirksam erkannt werden. Dann müsste der Millionär für die 2,5 Millionen Euro, die er bei der HBL als Sicherheitserklärung hinterlegt hat, geradestehen. Die Klärung dieser Frage kann allerdings Jahre dauern.

dpa

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