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EM-Sieger Wiede: "Es ist einfach ein geiler Moment"

Handball EM-Sieger Wiede: "Es ist einfach ein geiler Moment"

Fabian Wiede hat als frisch gekürter Europameister eine Banklehre begonnen. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht der Füchse-Spieler über das Leben als Handball-Profi und Sparkassen-Angestellter sowie über seinen größten Förderer.

Berlin. Fabian Wiede hat sich nach dem Gewinn der Handball-Europameisterschaft wenig von der Siegerparty erholen können. Nur zwei Tage nach dem Triumph von Krakau hat der 22-Jährige eine Ausbildung bei der Berliner Sparkasse begonnen.

Training und Banklehre lassen sich gut vereinbaren, sagte Wiede im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Wie ist die Woche nach dem EM-Triumph für Sie gelaufen?

Fabian Wiede: Nur zwei Tage nach dem Finalsieg gegen Spanien hatte ich am Dienstag bereits meinen Ausbildungsstart bei der Sparkasse. Deshalb habe ich mich nach dem Empfang in Berlin am Montag schon recht früh verabschiedet. In der Woche habe ich mehr gearbeitet als trainiert.

Stellen Sie sich mal vor: Ein Fußballer kommt als EM-Sieger nach Hause und fängt zwei Tage später an zu arbeiten.

Wiede: Das stimmt schon, bei einem Profifußballer würde so etwas nicht gehen.

Wie koordinieren Sie die Ausbildung mit dem Handball-Training?

Wiede: Ich kann mir die Zeit relativ frei einteilen. Wenn ich zweimal am Tag trainiere, arbeite ich zwischen den Einheiten und danach. Das ist schon sehr gut koordiniert.

Ihr Team- und Nationalmannschafts-Kollege Paul Drux und Sie stehen als Musterbeispiele für die gelungene Nachwuchsarbeit bei den Füchsen. Was zeichnet diese Arbeit aus?

Wiede: Der Verein hat immer hinter uns gestanden und uns das Vertrauen gegeben, oben bei den Profis ankommen zu können. Ich denke, das ist auch ein gutes Beispiel für andere Vereine: Nicht nur Geld in neue, sondern auch in eigene Spieler zu investieren.

Wie schwer war es für Sie, als Zwölfjähriger von zu Hause weg zu gehen?

Wiede: Zunächst war ich in Potsdam im Sport-Internat. Da war zum Glück auch mein Bruder mit dabei. Deshalb ist es mir nicht zu schwer gefallen, von der Familie weg zu sein. Nach der siebten Klasse bin ich dann nach Berlin zu den Füchsen gegangen. Insgesamt war es aber schon schwer und hat Kraft gekostet, Schule und Handball unter einen Hut zu bringen.

Welchen Beitrag hat Bob Hanning, Ihr damaliger Jugendtrainer und derzeit DHB-Vizepräsident, an Ihrer Entwicklung?

Wiede: Er hat einen großen Anteil daran, dass ich jetzt da bin, wo ich bin. Es war auch wichtig, dass er hart war. Manchmal musste er mir auch in den Hintern treten. Als junger Mensch hat man auch andere Sachen im Kopf als Handball.

Sie haben mit Bob Hanning zusammen acht Titel gewonnen: Vier in der Jugend, drei mit dem Profiteam der Füchse und nun den des Europameisters. Hätten Sie damit gerechnet?

Wiede: Vor der EM haben wir zusammen gesessen und im Spaß gesagt: Wir haben in dieser Saison mit den Füchsen keine Chance mehr auf einen Titel. Das wäre nach langer Zeit das erste Jahr ohne Titel für uns beide. (Anm. d. Red.: Seit 2010 haben Hanning und Wiede mit den Füchsen jedes Jahr einen Titel gewonnen) Daher muss jetzt der EM-Sieg her. Naja, wie man weiß, hat es gut geklappt.

Haben Sie mittlerweile realisiert, dass Sie Europameister sind?

Wiede: Ich habe es schon öfters Revue passieren lassen. Es ist einfach ein geiler Moment, wenn man daran denkt. Vor allem, weil niemand richtig damit gerechnet hat.

Welche Party war besser: Die nach dem DHB-Pokalsieg, ihrem ersten Titel als Profi oder die nach dem EM-Triumph?

Wiede: Wenn ich mich daran noch erinnern könnte (lacht)... Beide Partys waren genial. Wir haben gut gefeiert und getrunken.

Zur Person:  Europameister Fabian Wiede, 22, spielt seit 2009 für die Füchse Berlin. Mit der B- und der A-Jugend gewann er insgesamt vier deutsche Meistertitel. Mit dem Profiteam holte er den DHB-Pokal, den EHF-Cup und den Club-WM-Titel. Im Januar 2014 gab der rechte Rückraumspieler sein Debüt in der Nationalmannschaft.

dpa

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