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Krise beigelegt: nur Michelmann DHB-Präsidentenkandidat

Handball Krise beigelegt: nur Michelmann DHB-Präsidentenkandidat

Im Deutschen Handballbund ist der heftige Streit um die Neuwahl des Präsidenten und Abwahl der Verbandsführung beendet. Nach intensiven Gesprächen gibt es nur noch einen Kandidaten. Der Abwahlantrag wurde zurückgezogen. Dafür sollen Strukturreformen umgesetzt werden.

Stuttgart. Tagungen, Telefonate, Hinterzimmer-Diplomatie: Mit einer nahezu einmaligen Gesprächsoffensive ist der Streit im Deutschen Handballbund (DHB) um die Neuwahl des Präsidenten beigelegt worden.

Auf dem Außerordentlichen Bundestag am 26. September in Hannover steht allein Andreas Michelmann zur Wahl als Nachfolger des im März zurückgetretenen Bernhard Bauer, teilte der Verband am 19. August in Stuttgart im Anschluss an eine Präsidiumssitzung mit.

Zugleich zogen die Landesverbände Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen einen Antrag auf Abwahl aller DHB-Vizepräsidenten zurück. Darauf hatte sich eine Arbeitsgruppe beim Treffen am 14. August verständigt. Damit ist auch eine Rückkehr von Bauer ins Präsidentenamt gescheitert. Im Gegenzug sollen auf dem ordentlichen Bundestag 2017 umfassende Strukturreformen beschlossen werden.

Die beim Krisengipfel in Kassel vor eineinhalb Wochen initiierte Arbeitsgruppe hat einen Kompromiss erarbeitet. Zum einen einigten sich die Landesverbände, die Ligaverbände von Männern und Frauen sowie das DHB-Präsidium auf Michelmann als einzigen Kandidaten fürs Präsidentenamt. "Das DHB-Präsidium unterstützt das Ergebnis der Findungskommission", sagte DHB-Generalsekretär Mark Schober.

Das Gremium hatte den Vizepräsidenten für Amateur- und Breitensport zum Bewerber erkoren. "Dabei hat jeder Landesverband seine Stimmen und kann entsprechend entscheiden, wie sie mit der Empfehlung des Präsidiums umgehen", sagte Hans Artschwager, der als Präsident des Landesverbandes Württemberg den Abwahlantrag mitinitiiert und damit maßgeblich den Machtkampf ausgelöst hatte.

Noch bis zuletzt hatten die Landesverbände und die Ligen vor der Sitzung des DHB-Präsidiums in Stuttgart in zahlreichen Telefonaten und vertraulichen Gesprächen um jede Formulierung gerungen. Dass die von den vier Verbänden gewünschte Rückkehr von Bauer auf den Präsidentenstuhl gescheitert ist, haben sie sich mit der Zusage für umfangreiche Strukturänderungen versüßt. "Ich war mit Bernhard Bauer in Kontakt. Er beobachtet das von außen. Da wird es eine Erklärung geben", sagte Artschwager.

Im Mittelpunkt der Reformen stehen die Stärkung des Hauptamtes sowie Veränderungen bei den Compliance-Richtlinien. Nach denen soll auch künftig Bob Hanning DHB-Vizepräsident Leistungssport und Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin sein können. "Man denkt in Richtung Präsidium als Aufsichtsrat. Das ist die eine Baustelle. Die andere ist die Compliance-Richtlinie", sagte Schober und nannte den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Vorbild.

dpa

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