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Nach EM-Aus: Polens Nationaltrainer Biegler tritt zurück

Handball Nach EM-Aus: Polens Nationaltrainer Biegler tritt zurück

So sehr hatten die Polen auf eine Medaille bei der Handball-EM im eigenen Land gehofft. Doch eine überdeutliche Niederlage kostete die Halbfinal-Teilnahme. Die Trauer ist groß. Trainer Biegler zog die Konsequenzen.

Krakau. Das 23:37-Debakel gegen Kroatien zum Hauptrunden-Abschluss und der verpasste Halbfinal-Einzug wurden in Polen als Sport-Drama im Ausmaß einer griechischen Tragödie wahrgenommen.

Schluchzende Fans und Spieler, die verzweifelt um Fassung ringen. Ein Trainer, der die Schuld für das unerwartet frühe Aus bei der Heim-EM ganz auf sich nahm und zurücktrat.

Die Boulevardzeitung "Fakt" bewertete das Ganze schlicht als "Katastrophe"; beim Konkurrenten "Super-Express" hieß es am Donnerstag: "Aus der Traum". Von einem "Horrorspiel" war in anderen Kommentaren die Rede.

Der 54-jährige Biegler zog mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus dem EM-Aus. Der deutsche Coach des mittlerweile aus der Bundesliga abgemeldeten HSV Hamburg wird die EM-Gastgeber ein letztes Mal bei der Begegnung gegen Schweden um den 7. EM-Platz betreuen. Direkt nach dem Schock gegen Kroatien offenbarte er sein Verantwortungsgefühl: "Gebt nicht den Spielern die Schuld. Wenn jemand schuld hat, dann bin ich das", befand er. "Ich habe an diesem Abend viele falsche Entscheidungen getroffen. Ich entschuldige mich bei den Fans und bei allen Polen."

In einer nicht repräsentativen Umfrage des Nachrichtenportals tvn24.pl erteilten ihm spontan 67 Prozent der Anhänger dennoch Absolution: Das Match gegen Kroatien sei ein "Unfall" gewesen, wie er immer mal passieren könne. Nur 33 Prozent waren der Ansicht, dass der Trainer nun gehen müsse.

Die polnischen Handballprofis mussten nach der üblen Niederlage erst einmal Trauerarbeit leisten - und versuchten zugleich irgendwie, ihre Fans zu trösten. "Ich kann nicht viel sagen", stammelte Piotr Wyszomirski, der den Tränen nahe war. "Wir entschuldigen uns für unser Spiel." Sein zutiefst enttäuschter Mannschaftskamerad Piotr Chrapkowski äußerte sich ähnlich: "Ich entschuldige mich bei allen Fans für diese Blamage. Nichts lief so, wie es sollte. Das war unser entschieden schlechtestes Spiel."

Angesichts der niederschmetternden Niederlage im entscheidenden Spiel wurden sogar Vergleiche mit der Fußball-WM 2014 gezogen, als der damals ebenfalls höchst ambitioniert gestartete Gastgeber Brasilien sich mit einem demoralisierenden 1:7 gegen die deutsche Mannschaft unwürdig aus dem Turnier verabschiedet hatte.

Dabei hatte die Handball-EM für die Polen so blendend begonnen. Auf knappe Pflichtsiege gegen Serbien und Mazedonien folgte eine wahre Gala gegen Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, die die Erwartungen ans polnische Team zusätzlich befeuerte.

dpa

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