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Norwegens Kabinett jubelt mit Handballern

Handball Norwegens Kabinett jubelt mit Handballern

Der Glaube an die eigene Stärke scheint vor dem Spiel gegen Deutschland nahezu unerschütterlich. Norwegens Handballer werden gefeiert und genießen ihre Erfolgswelle bei der WM in Polen. Gegen das DHB-Team soll damit nicht Schluss sein.

Oslo. Ministerpräsidentin Erna Solberg riss begeistert die Arme nach oben und das Kabinett jubelte mit. Selbst auf höchster politischer Ebene hat der Sensations-Coup der norwegischen Handballer für Festtagsstimmung gesorgt.

"Das freut die ganze Regierung", twitterte Solberg samt Fünf-Sekunden-Video. Doch mit dem Halbfinale bei der EM in Polen soll für die international bislang noch nicht in Erscheinung getretenen Norweger nicht Schluss sein. "Alles ist jetzt möglich", betonte Rückraumspieler Sander Sagosen.

Den Olympiasieger, den Weltmeister, den Europameister geschlagen. Und wie! Mit dem 29:24 gegen konsternierte Franzosen ebnete sich die Mannschaft des ehemaligen Bundesliga-Profis Christian Berge den Weg in die Vorschlussrunde gegen die deutsche Mannschaft am Freitag in Krakau. "Jetzt haben wir Frankreich rausgekickt, die amtierenden Meister in Olympia, WM und EM. Das ist total krank", sagte Sagosen der Zeitung "Adresseavisen".

In der Freude, das bis dahin beste Team der Welt derart niedergerungen zu haben, klang manches auch schon ein wenig hoch- bis übermütig. "Wir haben den Weltmeister mit fünf Toren geschlagen. Das zeigt, was in diesem Team schlummert", sagte Kent Robin Tønnesen von den Füchsen Berlin der Zeitung "Verdens Gang". Norwegens ehemaliger Nationaltrainer Gunnar Pettersen kämpfte nach dem Spiel im Fernsehstudio von TV3 sogar mit den Tränen. "Daran habe ich 20 Jahre geglaubt und dafür habe ich 35 Jahre gearbeitet", meinte er und befand: "Jetzt sind wir die führende Handballnation der Welt."

Endlich dürfen sich auch Norwegens Männer rühmen, im Handball für Furore zu sorgen. "Vergesst Fußball und Hockey - nur die Handball-Jungs haben's drauf", schrieb die Zeitung "Dagbladet" und meinte: "Der Triumph hat die Franzosen und im Großen und Ganzen alle überrascht, die Handball verfolgen." Es gebe keinen Grund, "dass die Jungs nicht daran glauben sollten, dass sie die Besten in Europa werden können", meinte Marit Breivik, die die im Handball seit Jahren bereits erfolgreichen norwegischen Frauen zu Olympia- WM- und EM-Gold geführt hatte.

Mehr als Platz sechs war für die Männer bei Kontinentalmeisterschaften seit 2000 bislang nicht drin. Das war 2008 - bei der EM im eigenen Land. Vor zwei Jahren reichte es gerade mal zu Rang 14, 2012 war es Platz 13 geworden.

Der vierte Platz ist ihnen nun sicher, aber sicher nicht genug. "Wir nähern uns dem Gold, aber ich glaube nicht, dass wir da jetzt drüber reden sollten", sagte Joakim Hykkerud vom Bundesligisten TSV Hannover Burgdorf. Drei weitere Spieler aus dem norwegischen Überraschungsteam neben Tonnesen und Hykkerud verdienen ihr Geld in Deutschland: Thomas Kristensen bei Frisch Auf Göppingen, Erlend Marmelund beim THW Kiel und Harald Reinkind bei den Rhein-Neckar Löwen.

Mit vier Siegen und einem Unentschieden (gegen Mazedonien) überstand Norwegen die Hauptrunde in der Gruppe 1 mit Rivalen wie Frankreich, Gastgeber Polen und Kroatien. In der Vorrunde gab es eine Niederlage: Gleich zu Beginn (25:26) gegen den späteren Gruppenletzten Island.

Auch Ole Gunnar Solskjær ist hin und weg. "Voller Bewunderung für dieses Team. Das zeigt, dass es für alle möglich ist, die es genug wollen und daran glauben", schrieb die Fußball-Legende des Landes bei Twitter.

dpa

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