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THW Kiel deklassiert Rhein-Neckar Löwen mit 31:20

Handball THW Kiel deklassiert Rhein-Neckar Löwen mit 31:20

Der THW Kiel hat mit dem Kantersieg gegen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen wieder für Spannung in der Handball-Bundesliga gesorgt. Derweil droht der Nationalmannschaft durch die Wadenverletzung von Patrick Groetzki ein weiterer Ausfall.

Leipzig. Der THW Kiel hat den Alleingang der Rhein-Neckar Löwen in der Handball-Bundesliga gestoppt, doch Bundestrainer Dagur Sigurdsson muss die nächste schlechte Nachricht für die EM befürchten.

Einen Tag vor Heiligabend deklassierte der Titelverteidiger im Top-Spiel den Spitzenreiter mit 31:20 (12:9) und brachte den Mannheimern die zweite Saisonniederlage bei. Damit verkürzte der Verfolger den Rückstand auf die Löwen auf zwei Punkte. "Das habe ich nicht gedacht, dass wir mit elf Toren gewinnen können", sagte Kiels Torhüter Niklas Landin dem Fernsehsender Sport1, "wir sind immer noch zwei Punkte hinten und haben die schlechtere Tordifferenz. Wir müssen weiterkämpfen."

Pech hatten die Rhein-Neckar Löwen zu Beginn der zweiten Halbzeit. Rechtsaußen Patrick Groetzki verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung so schwer an der linken Wade, dass er vom Feld geführt werden musste und nicht mehr ins Spiel zurückkam. "Ich hatte das Gefühl, als ob mir jemand von hinten reingelaufen ist in die Wade. Aber es war niemand da. Dabei hat es dann reingestochen in die Wade", berichtete Groetzki. Bei ihm besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss. Dies hätte eine mehrwöchige Zwangspause zur Folge. Aufschluss soll eine Untersuchung an diesem Donnerstag geben.

Damit droht der Nationalmannschaft für die EM im Januar in Polen der nächste Ausfall. "Ich hoffe natürlich das Beste. Aber das Gefühl ist im Moment nicht ganz so gut", sagte Groetzki. Sigurdsson muss bereits auf Kapitän Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) wegen einer Waden- und einer Achillessehnenblessur sowie Kreisläufer Patrick Wiencek (Kiel) wegen eines Kreuzbandrisses verzichten.

In dem Spitzenspiel überzeugte Kiel mit einer starken Abwehr und beeindruckender Konsequenz beim Torabschluss. Auch ohne große Hilfe seines Spielmacher-Stars Domagoj Duvnjak, der wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk und einer Oberschenkelblessur nur einen Kurzeinsatz absolvierte, ließ der deutsche Rekordmeister die Mannheimer nicht zur Entfaltung kommen. Frenetisch angefeuert von der Mehrzahl der 10 285 Zuschauer wuchsen die von zum Teil heftigen Leistungsschwankungen geplagten Kieler über sich hinaus.

Zehn Minuten vor Spielschluss bescherte der starke Nationalspieler Christian Dissinger dem THW mit seinem sechsten Treffer das 25:15 und die erste Zehn-Tore-Führung. "Kiel war uns klar einen Schritt, vielleicht auch zwei oder gar drei Schritte voraus", gab Schmid zu.

Hinter dem Top-Duo festigte die SG Flensburg-Handewitt den dritten Platz. Trotz einiger Mühe gewann der DHB-Pokalsieger gegen den VfL Gummersbach mit 28:25 (13:11) und hat einen Punkt weniger als der THW Kiel. Vor der Partie gaben die Flensburger bekannt, dass Linksaußen Hampus Wanne seinen Vertrag um drei Jahre bis 2019 verlängert hat.

Eine überraschende Heimniederlage musste der Tabellenvierte MT Melsungen mit dem 25:28 (14:11) gegen die TSV Hannover-Burgdorf hinnehmen. Dadurch verloren die Hessen ihren vierten Platz an den insolventen HSV Hamburg, der bei Schlusslicht TuS N-Lübbecke mit 30:27 (14:11) gewann.

dpa

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