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THW Kiel gewinnt Heimspiel - Melsungen mit Fehlstart

Handball THW Kiel gewinnt Heimspiel - Melsungen mit Fehlstart

Flensburg kombiniert, trifft nach Belieben und übernimmt die Tabellenführung. Die Handballer des Rekordmeisters Kiel gewinnen ihr erstes Saisonheimspiel standesgemäß. Die hochgehandelte MT Melsungen legt einen kapitalen Fehlstart hin.

Niclas Ekberg holte sechs Tore für den THw Kiel im Spiel gegen Lemgo.

Quelle: Daniel Reinhardt

Leipzig. Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat nach der überraschenden Niederlage in Wetzlar sein erstes Saisonheimspiel gewonnen.

Die Mannschaft vom Trainer Alfred Gislason feierte nach leichten Anlaufschwierigkeiten gegen den weiter sieglosen TBV Lemgo einen standesgemäßen 34:23 (17:12)-Erfolg. Mit dem zweiten Saisonsieg holte sich der THW weiter Selbstvertrauen auf dem Weg zu alter Stärke.

Die Kieler hatten die höchste Belastung aller Ligateams bei den Olympischen Spielen zu verkraften, gleich neun Akteure waren in Rio am Start. Gislason hatte eine extrem kurze Vorbereitung, zudem müssen neue Spieler integriert werden. Bei den "Zebras" läuft noch nicht alles rund, mit zunehmender Dauer spielten sich die Hausherren aber frei. "Klar ist das nicht einfach, aber andere Teams haben auch dieses Problem. Das können wir nicht als Ausrede gelten lassen", sagte der Olympia-Dritte Steffen Weinhold bei Sport1: "Wir machen im Moment bei hohem Tempo noch zu viele Fehler. Wir müssen wieder mehr Qualität in unser Spiel bekommen."

Derweil findet sich die hoch gehandelte MT Melsungen nach einem Saisonfehlstart unvermittelt im Tabellenkeller wieder. Nach dem 20:25 gegen den HSC 2000 Coburg verlor der Europapokal-Teilnehmer auch beim zweiten Neuling HC Erlangen mit 25:29 (15:15). "Jetzt ist der Worst Case eingetreten – das, was wir alle nicht wollten", schimpfte Trainer Michael Roth.

Einige Experten hatten den Nordhessen zugetraut, in dieser Saison sogar in die Phalanx der Top-Drei einzudringen. Nun muss Roth die Reihen erst einmal ordnen, um nicht in einen Strudel des Misserfolgs zu geraten: "Wir müssen zur Zeit auf Leistungsträger verzichten, und obendrein ist unser Kollektiv zu instabil, ja geradezu von der Rolle. Wir müssen erkennen, dass wir bei Weitem kein Spitzenteam sind."

Titel-Mitfavorit SG Flensburg-Handewitt übernahm mit dem 35:20 (16:8) beim TSV Hannover-Burgdorf die Tabellenspitze vor dem ebenfalls weiter ungeschlagenen Titelverteidiger Rhein-Neckar-Löwen. "Von Anfang bis Ende war das eine sehr konzentrierte Leistung. Es kommt nur selten vor, dass man wirklich gar nichts zu meckern hat", sagte Co-Trainer Maik Machulla. Die Abwehr arbeitete hervorragend, Keeper Mattias Andersson lief wieder zur Hochform auf, und auch im Angriff passte eine Kombination nach der anderen.

Der SC Magdeburg kam trotz Heimvorteils gegen den SC DHfK Leipzig nicht über ein 21:21 (11:10) hinaus und muss weiter auf den ersten Sieg warten. Der VfL Gummersbach deklassierte den Bergischen HC mit 34:25 (17:12).

dpa

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