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THW verspricht nach Gala gegen Barc Bundesliga-Kraftakt

Handball THW verspricht nach Gala gegen Barc Bundesliga-Kraftakt

Mit Rückkehrer Wiencek ist auch der THW Kiel wieder da. Das Spiel gegen Barcelona war ein Feuerwerk. Reicht der Sieg für das Final Four? Und werden die Karten in der Bundesliga neu gemischt?

Kiel. Selbst Trainer Alfred Gislason war gerührt. "Das hätte ich vorher nicht mal geträumt, dass wir das schaffen", verriet der stets sachliche Coach des Handball-Rekordmeisters THW Kiel begeistert.

Der 29:24-Sieg seiner Mannschaft im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League über Titelverteidiger FC Barcelona lässt den Norddeutschen alle Chancen auf das Final Four Ende Mai in Köln.

Daran hatte zuvor keiner so recht glauben wollen. Die Schwächephasen der nach zahlreichen Verletzungen arg dezimierten und umformierten Kieler mehrten sich in dieser Saison. Das 22:22 in der Bundesliga beim Abstiegskandidaten HBW Balingen-Weilstetten ließ nichts Gutes ahnen für den "Kampf der Giganten", "das vorweggenommene Endspiel" oder die "Mutter aller Champions-League-Schlachten", wie die Partie gegen den neunfachen Königsklassen-Gewinner Barcelona tituliert wurde.

"Es war unser bestes Spiel der Saison", resümierte Joan Canellas, der Spanier in Kieler Diensten, der einst selbst beim FC Barcelona unter Vertrag stand. Der Rückraumakteur lobte seinen Kollegen Patrick Wiencek: "Das war gewaltig, was er geleistet hat. Er hat uns sehr geholfen."

Vor einem halben Jahr hatte Wiencek einen Kreuzbandriss erlitten; gegen Barca gab der 27-Jährige sein Comeback. Und was für eins! Als zentraler Abwehrmann vor dem großartig parierenden Torhüter Niklas Landin hielt er das Bollwerk des THW zusammen, warf sich unerschrocken jedem Gegenspieler entgegen. "Es war ein tolles Gefühl, wieder dabei zu sein", berichtete der zwei Meter große und 108 Kilo schwere Koloss und wunderte sich: "Bei der großartigen Stimmung in der Halle macht man Dinge, die man eigentlich gar nicht machen kann."

Mitgerissen wurden Zuschauer wie Mitspieler von Stimmungskanone und Motivator Dominik Klein. Mit neun Toren ohnehin Gold wert, peitschte er mit seiner Körpersprache alle anderen an. "Barcelona rauszuhauen, wäre einer der größten Erfolge überhaupt", meinte er. "Die haben sich drei Wochen auf uns eingestellt, und wir mussten von einem Tag auf den anderen sehen, wer überhaupt spielen kann."

Der 32 Jahre alte Linksaußen, der in der nächsten Saison zum HBC Nantes nach Frankreich geht, stellte sich schon aufs Rückspiel am Samstag in Barcelona ein: "Fünf Tore sind gar nichts. Wir haben Halbzeit, mehr nicht. Wir müssen das im Kopf hinkriegen."

Die Rückkehr an die Stätte seiner größten Erfolge hatte sich der Ex-Kieler Filip Jicha im Barca-Trikot anders vorgestellt. "Das ist schon eine Hausnummer", kommentierte er die Fünf-Tore-Niederlage geknickt. Der Tscheche wirkte gehemmt in dem mit 10 285 Zuschauern ausverkauften Tollhaus Sparkassen-Arena. "Es ist für jeden schwer, in dieser Halle gegen diese Zuschauer zu spielen", berichtete er. "Aber es waren erst die ersten 60 Minuten."

Den Teilerfolg über Barcelona wollen die Kieler in der Bundesliga als Rückenwind nutzen. "Nach dem Unentschieden gegen Balingen waren alle auf dem Tiefpunkt", gestand Wiencek. "Nun glauben wir wieder an den Meistertitel." Der THW liegt zwei Minuspunkte hinter den Rhein-Neckar Löwen. "Wir wollen zum Final Four nach Köln, und wir wollen auf den Rathausplatz", bekannte Klein. Dort wird traditionell die Meisterschaft gefeiert - in den vergangenen elf Jahren zehnmal.

dpa

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