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Trotz nach WM-Debakel: "Dämpfer, aber kein Beinbruch"

Handball Trotz nach WM-Debakel: "Dämpfer, aber kein Beinbruch"

Nach der Auftakt-Klatsche gegen Frankreich stehen die deutschen Handballerinnen bei der WM in Dänemark schon unter Druck. Sie müssen ihr zweites Spiel gegen Argentinien gewinnen - sind aber guten Mutes, dass das auch klappt.

Kolding. Noch in der Kabine ergriff Kapitänin Clara Woltering das Wort und wollte nach dem Startdebakel bei der WM in Dänemark erst gar keine Krisenstimmung aufkommen lassen.

"Ich habe die Fehler angesprochen. Wir haben das alles schnell analysiert, waren uns aber direkt einig, dass wir nun nach vorne blicken müssen", sagte sie - und das blaue Auge der Torfrau nach einem Kopftreffer war mehr als symbolisch für den Einstand der deutschen Handballerinnen bei der Weltmeisterschaft. Denn nach einer desolaten ersten Hälfte hatte die Mannschaft von Bundestrainer Jakob Vestergaard am Samstag mit dem 20:30 (7:16) von Frankreich eine Lehrstunde erteilt bekommen.

"Wir haben noch viel Arbeit vor uns, das hat diese Partie ganz klar gezeigt", sagte der Däne. "In der Abwehr hatten wir zu viele Abstimmungsprobleme, im Angriff haben wir zu viele Chancen liegengelassen", ergänzte Woltering. Da halfen auch die neun Treffer von Torjägerin Susann Müller und zahlreiche Glanztaten von Torhüterin Katja Kramarczyk nichts.

Bereits am Montag geht es weiter mit der Partie gegen Argentinien. Die Südamerikanerinnen hatten am Samstag das Duell der Außenseiter in Vorrundengruppe C gegen Kongo klar mit 23:15 gewonnen. Und gegen Argentinien muss die stark verjüngte Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) unbedingt punkten, um das Mindestziel Achtelfinale nicht schon früh aus den Augen zu verlieren.

Von Resignation nach der Klatsche gegen Frankreich war jedenfalls keine Spur bei den deutschen Handballerinnen auszumachen. "Die Stimmung ist super. Die Auftaktniederlage war ein Dämpfer, aber kein Beinbruch. Es ist viel zu früh, um den Kopf in den Sand zu stecken", meinte Woltering kämpferisch.

Die Argentinierinnen, die bei einer WM nie über einen 19. Platz hinausgekommen sind, haben gegenüber der DHB-Auswahl einen großen Vorteil: Sie haben ihr Olympia-Ticket für Rio 2016 als Panamerika-Vertreter schon in der Tasche, können ohne jeden Druck aufspielen. Vor 16 Jahren bei der WM 1999 - und pikanterweise in der gleichen Halle in Kolding - gab es den bislang einzigen Vergleich beider Teams: Deutschland gewann locker mit 34:9.

An ein solches Ergebnis glaubt diesmal niemand, aber die Favoritenrolle nehmen die DHB-Spielerinnen an. "Wir haben noch vier Möglichkeiten zu punkten, auch wenn wir nach der klaren Niederlage gegen Frankreich richtig enttäuscht waren", sagte Torfrau Kramarczyk.

Bereits am Dienstag geht es gegen Titelverteidiger Brasilien, der zum Start nicht über ein 24:24 gegen den vierten deutschen Gegner Südkorea hinauskam. Es folgen die Asiatinnen am Donnerstag, und zum Vorrundenabschluss spielen Woltering & Co. am Freitag gegen Kongo.

Mindestens zwei Spiele muss das Vestergaard-Team gewinnen, um ins Achtelfinale einzuziehen. Und für den großen Traum von Olympia muss man das Viertelfinale erreichen und Siebter werden. "Wir werden unsere künftigen Chancen nutzen, da bin ich mir sicher", sagte Rückraumspielerin Kim Naidzinavicius trotzig.

dpa

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