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CAS: Goldmedaillen von russischen Gehern weg

Leichtathletik CAS: Goldmedaillen von russischen Gehern weg

Keine Gnade für die Geher: Die jahrelang dominanten Russen müssen nach einem CAS-Urteil weitere internationale Goldmedaillen abgeben. Damit weist der Sportgerichtshof auch die schwer in die Kritik geratene Anti-Doping-Agentur des Landes zurecht.

Genf. Die Geher Sergej Kirdjapkin und Olga Kaniskina müssen wegen Dopings ihr Olympia-Gold beziehungsweise -Silber von London 2012 wohl bald zurückgeben.

Dies ist die Konsequenz aus einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS, der dem Einspruch des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF stattgab. Für die derzeit wegen umfassenden Dopings von internationalen Wettbewerben ausgeschlossenen russischen Leichtathleten ist dies ein weiterer Rückschlag in ihrem Bemühen, doch noch an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen zu können.

Die Disziplinarkommission der Russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA hatte Kirdjapkin und Kaniskina wegen Unregelmäßigkeiten im biologischen Pass im Januar 2015 zwar rückwirkend für drei Jahre und zwei Monate gesperrt - allerdings erst vom 15. Oktober 2012 an und nicht für den Zeitraum der Spiele von London. Laut CAS gelten die Sperren nun von August 2009 bis zum 15. Oktober 2012.

Behalten darf Kaniskina allerdings ihre Goldmedaille über 20 Kilometer von Peking 2008. Als Olympiasieger über 50 Kilometer von London gilt nun der Australier Jared Tallent - wenn die IAAF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) der CAS-Entscheidung zustimmen. Silber würde dann an den Chinesen Si Tianfeng gehen, Bronze an den Iren Rob Heffernan.

Bei insgesamt sechs Athleten kam das CAS dem Einspruch der IAAF nach. Dadurch verliert Russland auch zwei Weltmeister-Titel: Julia Zaripowa hatte 2011 in Daegu/Südkorea die 3000 Meter Hindernis gewonnen. Die RUSADA hatte sie zwischen dem 20. Juni und 20. August 2011 und zwischen dem 3. Juli und 3. September 2012 gesperrt. Ihr Olympia-Gold von London war ihr somit schon aberkannt worden, nach dem CAS-Urteil ist auch ihr WM-Titel von 2011 ungültig.

Ähnlich verhielt es sich bei Sergej Bakulin, der damals in Südkorea über 50 Kilometer siegte, zunächst aber nicht für den Zeitraum der WM gesperrt war. Die beiden WM-Goldmedaillen von 2011 gehen nun an den Russen Denis Nischegorodow (Gehen) und an die Tunesierin Habiba Ghribi (Hindernis).

Waleri Borchin, Weltmeister von 2009 und 2011 und Olympiasieger von 2008 über 20 Kilometer, war von den Russen für acht Jahre gesperrt worden, dabei waren seine beiden WM-Goldmedaillen bereits gestrichen worden. Ex-Weltrekordler Wladmir Kanaikin war gar lebenslang aus der Leichtathletik verbannt worden. Bei beiden sprach sich das CAS dagegen aus, Titel nur in zerstückelten Zeiträumen abzuerkennen.

Die russischen Geher hatten jahrelang die Disziplin beherrscht. Nachdem bei der einst so großen Leichtathletik-Nation immer mehr Skandale nachgewiesen wurden, sahen viele die RUSADA unter Handlungsdruck. Durch die ausgesprochenen Sperren konnten jedoch wichtige Titel behalten werden - bis jetzt das CAS nach dem IAAF-Einspruch entschied.

Der Weltverband zeigte sich in einer Stellungnahme "dankbar" für das CAS-Urteil. Die IAAF sei erfreut, "dass das CAS die härtest mögliche Linie gefahren und die IAAF-Regeln strikt und vollständig angewandt hat, im Interesse der sauberen Athleten und des Sportrechts".

dpa

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